Klassischer Konzeptkunstwürfel Hier wird nur eine Zutat verwendet. Welche ist egal, aber es ist wichtig, sie so zuzubereiten, dass sie bei Zimmertemperatur fest ist. Mit quadratischer Chromstahlgussform zum Würfel formen. Am Ende alle Flächen und Kanten mithilfe von Geodreieck und Wasserwaage ausrichten und glattstreichen. Hält bei kühler Lagerung ewig, kann aber mit der Zeit den Geschmack verlieren.
Progressive Tanzroulade Verschiedene Mahlgrade eines koffeinhaltigen Pulvers auf der Höchststufe mit expressiven Aromen mixen und kühl stellen. Boden aus hochwertigem Mehl und langjähriger Erfahrung vorbereiten. Die kühlgestellte Masse kurz erhitzen, über den Boden giessen und so schnell und geschmeidig wie möglich zusammenrollen. Erneut kühlstellen. Mit Rahm oder Subtext konsumieren.
Solides Journalismus-Diplomat Ein zeitlos oder aktuell relevantes Thema in gleichmässige Tranchen schneiden und damit den Boden des Diplomatbechers auslegen. Faire Eier (oder eine vegane Alternative), Zucker, Butter und eine Prise Salz zu einer gleichermassen massiven wie luftigen Crème rühren und auffüllen. Am Schluss mit je nach Jahreszeit – oder Verfügbarkeit – einer Kirsche, Beere oder persönlichen Anekdote dekorieren.
Spektakelschnitte Schichtenweise Fett und Zuckerguss übereinander lagern. Mit Lebensmittelfarbe nach Belieben kolorieren. Mehrseitig beleuchtet in ein grosses Schaufenster stellen und viele Gerüchte darüber streuen, ev. Bus und Radiowerbung schalten.
Autorenfilm-Muffins An einem nebligen Novembertag in ein entlegenes Bergdorf fahren und auf der Fahrt lange schweigen. Fallobst sammeln und währenddessen mit den Dorfbewohnern ins Gespräch kommen. Zusammen ein grosses Feuer im Wald entfachen und die Äpfel an Stöcke gesteckt braten, bis sie muffinförmig sind.
Moderne Theaterquiche Persönliche, politische, gewagte, sperrige, zeitgeistige, morbide, sexualisierte, abstrakte, subtile, dekorative, verwegene, poetische und populistische Aspekte gegenseitig unterheben. So lange bei 220° Umluft backen, bis sich eine stabilisierende Kruste bildet. Nach Belieben crossmedial glasieren.
Technocake Ein Gemüse der Wahl (je kompakter desto besser) mit grober Raspel in gleichmässige Stücke raspeln. In Öl anbraten und in regelmässigem Takt wenden. Gelegentlich mit verschiedenen Tempi oder Effekten würzen.
Weltbestseller-Torte Die ganze Umgebung, bei genügend Zeit und Mitteln die ganze Welt auf brauchbare Zutaten prüfen. Alles gründlich waschen, auslegen und sortieren. Formale oder Inhaltliche Verbindungen erkennen und zu einer Torte aufbauen. Grosse Gefühle einstreuen und undurchsichtiges Fugenmaterial zwischen die einzelnen Ebenen streichen. Am Ende mit Rahm, Glanzlichtern, Dosenkirschen und Zitaten berühmter Konsumenten schmücken.
Transdisziplinäre Windbeutel mit flüssigem Kern An einem grossen virtuosen Buffet entlanggehen und von allem etwas einsammeln. Damit nach Hause gehen und etwas komplett Indifferentes herstellen. Langsam von innen her aufschmelzen.
Subkultur-Scheiterhaufen Alles Verbleibende auswälzen und gefriertrocknen. Aus dem so gewonnenen Recycling-Esspapier etwas Neues bauen.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Naturmuseum Thurgau
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.
Gastkommentar
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.
Heavy Psych Sounds Fest
Der peinliche bis inhaltsleere Auftritt des Tech-Faschisten Curtis Yarvin hat die Berichterstattung über das diesjährige St.Gallen Symposium dominiert. Am Montag haben – vor allem geisteswissenschaftliche – Exponent:innen der HSG in einem öffentlichen Gespräch versucht, Yarvins langen Schatten zu verwedeln.
Die St.Galler Theaterkompanie Rohstoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr aktuelles Theaterstück in der Kellerbühne. Wie in einem Rausch erzählt Orlando* von Geschlechternormen, Grenzauflösungen und Verwandlungen.