Lindy Hop fetzt. Wer daran bis jetzt gezweifelt haben sollte, den wird der heutige Abend eines Besseren belehren. In der Offenen Kirche zeigen die Sitterbugs ihre Choreografien und laden zuvor zu einem Crashkurs ein. Eine solche Swing-Soirée zur Eröffnung des Tanzfests gab es 2017 bereits, und dass sich der Erfolg wiederholen wird, daran zweifelt Alena Kundela nicht.
Denn zum einen habe St.Gallen eine wachsende Lindy-Hop-Szene – und zum andern passe der Abend ideal zur Grundidee des nationalen Grossanlasses, sagt Kundela, die zusammen mit Amanda Märkli das St.Galler Tanzfest organisiert.
Diese Idee heisst Partizipation: Mitmachen soll im Zentrum stehen, die Bewegungslust und das Tanzfieber der Bevölkerung sind das Mass aller Dinge. «Das Tanzfest will nicht Steps sein», sagt Alena Kundela. Es bringt statt renommierter Tanzkompanien den Tanz in die Gassen und zu den Leuten; das Programm baut auf die regionalen Kräfte und auf möglichst niederschwellige Angebote.
Tanzfest St.Gallen: 4. bis 6. Mai, diverse Orte Stadt St.Gallen
dastanzfest.ch/st_gallen/
Dazu gehören die Schnupperkurse der Tanzschulen unter dem Titel «Tanzrauschen», Einblicke in Ecstatic Dance, ein Stubete-Brunch oder der Hip-Hop-Battle, der sich (in Konkurrenz zum zeitgleich stattfindenden Zürcher Red-Bull-Battle) eher an Newcomer richtet. Weitere Highlights sind der Tanzrundgang in der Innenstadt mit Musiker Enrico Lenzin und vier Profitanzschaffenden – oder der Sonntagabend mit Kurzstücken und Blick über die Grenze: Das Netzwerk Tanz Vorarlberg gestaltet das Programm «Beyond Borders» mit.
(Bilder: Christian Glaus)
St.Gallen ist eine von rund 30 Städten, die beim schweizweit zum 13. Mal stattfindenden Anlass dabei sind. Die Ostschweiz ist im übrigen ein blinder Fleck auf der Landkarte, während die Romandie fast flächendeckend mittut. Dort ist der Tanzdachverband Reso, der das Fest koordiniert, auch am besten verankert.
Mit nur 15 Franken für den Tanzfest-Button kann man das ganze Programm schweizweit geniessen; die diversen Anlässe in den Gassen sind sowieso kostenlos. Und auf dem Markplatz wird eine offene Tanzbühne aufgebaut. Hier konnte sich jede und jeder für einen Auftritt anmelden, unabhängig von Alter, Stil und Professionalität. «Raus aus dem digitalen glasfaserverbundenen Leben und rein ins gemeinsame Tanzvergnügen», schreiben die Veranstalterinnen.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.