Bewegt im öffentlichen Raum

Von heute bis Sonntag ist Tanzfest - in St.Gallen und im Rest der Schweiz. Was den Anlass einmalig macht: Das Publikum wird selber zum Akteur.
Von  Peter Surber

So wie 2013 (Bild oben) könnte es am Samstag wieder zu und her gehen in den Gassen St.Gallens: Das Tanzfest macht den öffentlichen zum bewegten Raum. Das beginnt heute Donnerstagabend auf dem Bohl mit Improvisationen und einem Volkstanz-Flashmob. Und setzt sich am Samstag fort mit Tanzrundgängen in der Altstadt.

Animiert werden sie von Profis, mitmachen können alle, die Titel versprechen einiges und lassen vieles offen – im Vorjahr etwa konnte man sich im Fussgängerstreifenhüpfen üben. Diesmal heisst es: «Stadtecho» am Bohl, «Ein langweiliger Tag» auf dem Aepliplatz, «umGang» am Multertor, «Callomania» auf dem Bahnhofplatz und «Instant-Composition» an der Hinteren Bahnhofsunterführung. Das Ganze mündet am Samstagabend in der Lokremise in ein kollektives Choréoke: Über die Leinwand flimmern Tanzszenen aus Filmen, das Publikum tanzt sie nach.

Wer lieber zuschaut statt mithüpft, kommt am viertägigen Tanzfest (es findet in 20 Schweizer Städten zeitgleich statt) ebenfalls auf die Rechnung. Zum Beispiel zum Auftakt heute Abend mit der Produktion «House» der iraelischen Compagnie LEV im Rahmen des Festivals Steps (Theater St.Gallen, 20 Uhr).

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Den Freitagabend bestreiten in der Grabenhalle regionale Kompagnien: Das Duo Kilian Haselbeck/Meret Schlegel tanzt sein Erfolgsstück «orthopädie or to be» – junger, explosiver Körper trifft auf älteren, fragilen. Danach zeigt die Rotes Velo Tanzkompagnie noch einmal «Uppercut». Zum Abschluss am Sonntag tritt die Formation Cambras aus Argentinien in der Grabenhalle auf und die Tanzkompagnie des Theaters St.Gallen mit «Magical Road» in der Lokremise.

Weitere Attraktionen: der Breakdance-Battle in der Lokremise (Samstag), Qi Gong-Einführungen, diverse Tanzangebote für Kinder und ein Tanzsonntag voller Workshops: Modern, Jazz, West Coast Swing, Volkstanz, Contact Improvisation, Ballett, Breakdance, Cha Cha Cha, Lindy Hop, Tanzende Stöcke, Disco, Afro, Salsa, Country, Ägyptischer, Irischer, Indischer, Arabischer Tanz…

St.-Gallen©Martin Benz_32006 in Zürich erfunden, hat das Tanzfest inzwischen den Status eines Grossanlasses – jedoch mit starker regionaler Verankerung. In St.Gallen wird es von der IG Tanz OST koordiniert und von bekannten Namen der hiesigen freien Tanzszene organisiert: Oriana Berger, Judith Bösch, Danielle Curtius, Aline Feichtinger, Eli Frey, Jasmine Hauck, Claudia Römmel, Marco Santi, Mirjam Steinbock, Aleksandra Vohl und Cecilia Vretemark.

Und noch ein Blick nach nebenan: Steckborn ist zwar nicht Tanzfest-Station, aber traditionellerweise ebenfalls Gastspielort von Steps. Am 4. und 6. Mai sind dort im Phönix-Theater zwei indische Produktionen zu sehen: «Sama – I can try» mit der Tänzerin Arushi Mudgal und «Inhabited Geometry» von Mandeep Raikhy.

Bilder: Tanzfest/Martin Benz

www.dastanzfest.ch

www.steps.ch

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