«Wir stellen den Betrieb in der jetzigen Form ein und prüfen verschiedene Optionen für ein neues und zeitgemässes Konzept», sagt Pino Stinelli, Co-Geschäftsführer und Mitbegründer von news.ch.
Vadian.net, die Herausgeberin von news.ch, unterstützte während mehr als 20 Jahren auch Saiten. Unter anderem betreute Stinelli mit dieser Plattform rund fünf Jahre lang die Kulturagenda von Saiten.
Die Plattform Vadian.net werde weiterhin bestehen, sagt Stinelli. Man konzentriere sich nun auf wetter.ch, stellenmarkt.ch, den Relaunch von domains.ch, und erfolgreiche Mobile Produkte wie aspsms.com.
Das «Nicht-Medium»
News.ch leistete in der Schweiz Pionierarbeit in Sachen Online-News. Das Unternehmen war gemäss den Betreibern das erste, das einen Gesamtüberblick über das Geschehen in der Schweiz lieferte.
In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende war das ebenso revolutionär wie erfolgreich. Damals versorgte die hauseigene Redaktion externe Anbieter wie Sunrise, Orange, Bluewin, die Axpo Superleague und viele mehr täglich mit Nachrichten aus der Schweiz.
War 16 Jahre im Geschäft: news.ch
Die Hauptaufgabe der news.ch-Redakteure bestand damals darin, sperrige SDA-Meldungen, die per Satelliten-Feed und noch nicht im Internet versendet wurden, zu lesergerechten Portionen zu verarbeiten und den Abnehmern zur Verfügung zu stellen.
Da ein Medienunternehmen, das ausschliesslich im Internet publiziert, in jenen Zeiten etwas Kurioses war, wurde News.ch im Vertrag mit der SDA als «Nicht-Medium» bezeichnet.
Qualität vor Quantität
Der Hauptgrund für das Aus von news.ch liegt indes in der Entwicklung der Werbeeinnahmen. «Der Wert eines Pageviews, also eines Seitenaufrufs, ist seit unseren Anfangszeiten um den Faktor 10 gesunken», erklärt Stinelli. Die Einnahmen aus Werbeinseraten seien heute entsprechend zehnmal tiefer als damals. «Insgesamt werden mit Online-Werbung zwar immer höhere Umsätze erzielt. Die Einnahmen fliessen aber in erster Linie zu Google und Facebook.»
Stinelli und sein Team legen Wert auf Qualität. Sie waren deshalb nicht bereit, mit lustigen Katzenvideos mehr Traffic auf ihre Seite zu bringen. Die Entwicklung der Preise habe aber dazu geführt, dass sich eine News-Seite mit Beiträgen von journalistischer Qualität nicht mehr wirtschaftlich erfolgreich betreiben lasse.
Kündigungen, Ruhe und Gespräche
Das hat zur Folge, dass jetzt 12 Mitarbeitern ihre Festanstellung gekündigt wird. Zusätzlich verlieren regelmässige Kolumnisten wie beispielsweise Regula Stämpfli oder Jürg Zentner ihre Schreibaufträge. Insgesamt sind es rund 20 Mitarbeiter, die unter der Klausur leiden.
Zurzeit werden intensive Gespräche mit verschiedenen potentiellen Investoren und innerhalb des Teams geführt. «Jetzt, wo wir das Tagesgeschäft einstellen, können wir in Ruhe überlegen, in welche Richtung wir uns in Zukunft orientieren wollen.» Der Online-Markt wird heute von unzähligen Spezialisten beackert. Aber wer weiss: Vielleicht gelingt ja die nächste Revolution.
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.