Die Ledi-Wanderbühne zum Appenzeller Kantonsjubiläum ist ein Ort der Entdeckungen - zum Beispiel jetzt in Gais.
Gais ist nicht unbedingt erste Priorität, wenn man einen kulturellen Samstagabend verbringen will. Diesmal ist das anders: Die Ledi, die Wanderbühne zum 500-Jahr-Jubiläum AR-AI, hat ihren vierten Etappenort erreicht und verspricht auf dem Dorfplatz ein illustres Programm, bestritten unter anderem von Ostschweizer Kultur-Emigrantinnen.
Die eine ist Dorothee Elmiger. Die in Appenzell aufgewachsene Autorin des Romans „Einladung an die Waghalsigen“ und allmonatliche Saiten-Kolumnistin gastiert auf der Ledi-Bühne mit einem waghalsigen „Iltis-Projektchor“, bestehend aus einem halben Dutzend befreundeter Autorinnen und Autoren. Bündnisse, Komplizenschaft und Bandenbildung sind ja das Oberthema des ganzen Ledi-Projekts, und ein Zitat aus Elmigers Roman hat dem von Mai bis Oktober dauernden Ledi-Programm denn auch das Motto geliefert: „…Tatsächlich sind wir nur zwei (und ein Pferd), aber ich kann nun mit Gewissheit sagen, dass wir mehr sind.“
Zu diesen Mehreren, die für die Ledi zurückgefunden haben, gehört auch die Animationsfilmerin Michaela Müller, die zwischen New York, Zagreb und der Ostschweiz pendelt. Zusammen mit dem Soundkünstler Fa Ventilato kündigt sie als „Ventimülla“ eine multimediale Performance an mit dem Titel „fiori na ulici“ – vermutlich ein italienisch-kroatischer Mischmasch, übersetzbar mit „Blumen auf der Strasse“. Anschliessend gibt es noch mehr inspirierten Mischmasch: eine Jam Session mit Nomadton (Sven Bösiger/Patrick Kessler) und Shem Thomas.
Samstag 10.8. 20 Uhr (Iltis-Projektchor), 21 Uhr (fiori na ulici).
Kommen und Gehen im Appenzellerland: Davon handelt auch die Juli-August-Doppelnummer von Saiten. Erhältlich unter anderem an den Etappenorten der Ledi.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.