Die Ledi-Wanderbühne zum Appenzeller Kantonsjubiläum ist ein Ort der Entdeckungen - zum Beispiel jetzt in Gais.
Gais ist nicht unbedingt erste Priorität, wenn man einen kulturellen Samstagabend verbringen will. Diesmal ist das anders: Die Ledi, die Wanderbühne zum 500-Jahr-Jubiläum AR-AI, hat ihren vierten Etappenort erreicht und verspricht auf dem Dorfplatz ein illustres Programm, bestritten unter anderem von Ostschweizer Kultur-Emigrantinnen.
Die eine ist Dorothee Elmiger. Die in Appenzell aufgewachsene Autorin des Romans „Einladung an die Waghalsigen“ und allmonatliche Saiten-Kolumnistin gastiert auf der Ledi-Bühne mit einem waghalsigen „Iltis-Projektchor“, bestehend aus einem halben Dutzend befreundeter Autorinnen und Autoren. Bündnisse, Komplizenschaft und Bandenbildung sind ja das Oberthema des ganzen Ledi-Projekts, und ein Zitat aus Elmigers Roman hat dem von Mai bis Oktober dauernden Ledi-Programm denn auch das Motto geliefert: „…Tatsächlich sind wir nur zwei (und ein Pferd), aber ich kann nun mit Gewissheit sagen, dass wir mehr sind.“
Zu diesen Mehreren, die für die Ledi zurückgefunden haben, gehört auch die Animationsfilmerin Michaela Müller, die zwischen New York, Zagreb und der Ostschweiz pendelt. Zusammen mit dem Soundkünstler Fa Ventilato kündigt sie als „Ventimülla“ eine multimediale Performance an mit dem Titel „fiori na ulici“ – vermutlich ein italienisch-kroatischer Mischmasch, übersetzbar mit „Blumen auf der Strasse“. Anschliessend gibt es noch mehr inspirierten Mischmasch: eine Jam Session mit Nomadton (Sven Bösiger/Patrick Kessler) und Shem Thomas.
Samstag 10.8. 20 Uhr (Iltis-Projektchor), 21 Uhr (fiori na ulici).
Kommen und Gehen im Appenzellerland: Davon handelt auch die Juli-August-Doppelnummer von Saiten. Erhältlich unter anderem an den Etappenorten der Ledi.
Malerin, lesbisch und glühende NS-Anhängerin. Stephanie Hollenstein (1886-1944) war vieles. Ein Widerspruch? Der neue Dokumentarfilm von Birgitta Weizenegger befasst sich mit dem Leben der vorarlbergischen Künstlerin.
Gastkommentar von Jacques Michel Conrad
Zum 20. Mal bringt das Kulturfestival internationale Entdeckungen und lokale Lieblingsbands in einen der schönsten Konzertorte St.Gallens. Zum Jubiläum blickt Organisator Lukas Hofstetter zurück – und behauptet sich zugleich in einem Musikgeschäft, das für kleinere Festivals immer schwieriger geworden ist.
Vor 40 Jahren gründete Felix Lehner in Beinwil am See die Kunstgiesserei, die 1994 nach St.Gallen zog. Und vor 20 Jahren entstand ergänzend dazu die Stiftung Sitterwerk, die unter anderem eine weltweit einzigartige Kunstbibliothek führt. Wir tauchen ein in diesen wundersamen Mikrokosmos im Sittertal. Ausserdem in der Juli/August-Doppelnummer: die unverzichtbaren Sommertipps, die Flaschenpost von Anna Stern aus Finnland und das Interview zum 100-Jahr-Jubiläum unserer Hausdruckerei Niedermann.
Florian Fuchs arbeitet an einer antik anmutenden, 2,5 Meter hohen Marmorstatue. Warum interessiert sich ein junger Bildhauer für diese klassische Herangehensweise? Ein Werkstattbesuch in Flawil.
Es war das Jahrzehnt der Kultur: In den 80ern kam die Stadt St.Gallen zu einer Kunsthalle, einem Programmkino, der Frauenbibliothek, der Grabenhalle, genossenschaftlichen Beizen und anderem. Wie das gelang und wer die Fäden zog, zeichnen Ralph Hug und Corinne Schatz im Buch Der grosse Aufbruch nach.
Das Filmdrama Fuori erzählt ein kurzes Kapitel der aussergewöhnlichen Lebensgeschichte italienischen Schriftstellerin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin Goliarda Sapienza.
Mit verschreckten Securitys in einer bunten Inszenierung von Angelika Zacek präsentiert das Vorarlberger Landestheater in Bregenz Shakespeares Ein Sommernachtstraum.
Die St.Galler Festspiel-Oper spielt dieses Jahr im Haus statt auf dem Klosterplatz – ein Glücksfall für Verdis Aida, die menschlich und musikalisch in die Tiefe geht. Modestas Pitrenas dirigiert ein letztes Mal, Ben Baur inszeniert bildstark.
Im Werk 2 in Arbon dreht sich derzeit alles um Mythen. «Sehnsucht Mythos. Wie Geschichten unsere Welt gestalten» ist eine ästhetische Ausstellung, die mit ihrem sehr breiten Mythosbegriff arbeitet und vielfältige Geschichten unter einem Dach vereint.
Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau