«Geilgeilgeil!», rufen ihnen die Erdlinge von unten her zu, wenn das Spaceshuttle zur Landung ansetzt, demnächst auf der Brache St.Fiden, wo die neue Rümpeltum-Basis steht. Diese wird beben vor Freude, denn: «Kompromisslos, hemmungslos, doch keinesfalls anspruchslos!», so das Versprechen der Besucher from Outerspace, THE ROBOTS, bekannt für ihre «live improvised electronic dancemusic».
Am Steuer: THE MACHINE
THE ROBOTS, das sind Carlo Lorenzi am Schlagzeug, Urs «Kafi-D» Baumgartner an den Keys und Marc Jenny am Bass – alle verbunden durch die algorithmisch gesteuerte MACHINE. Selbstentwickelte elektronische Instrumente nehmen deren Daten auf und reagieren auf diese. THE MACHINE steuert THE ROBOTS und diese wiederum bedienen THE MACHINE.
Neues Datum: 30. April, 19 Uhr, Rümpeltum St.Gallen
Die letzte Begegnung der Dritten Art in St.Gallen mit den ROBOTS ist gut ein Jahr her. Damals landete ihr Schiff im «Weltraum» St.Gallen, ganz programmatisch. Auch schon besuchten sie das Palace und 2019 natürlich das von Saiten als Jubiläumsbude betriebene ehemalige Kino Exrex am Blumenberg, ganze drei Mal.
Wer je an einem dieser Konzerte dabei war, weiss: Flüssigkeitsverlust und Kalorienverbrauch hoch – Hemmschwelle niedrig. Sitzen kann man in der Kirche wieder. Oder im ärztlichen Wartezimmer, falls man sich beim Tanzen den Fuss verstaucht.
Start in den Konsulats-Katakomben
Dabei hat alles noch relativ klein und unterirdisch angefangen, 2017 in den Katakomben des ehemaligen italienischen Konsulats, wo auch Saiten damals die Redaktion hatte. Zwischen Heizungskeller und einem Abbruchhammer-Kunstwerk, noch mit vergleichsweise wenig Elektronik ausgestattet, hockten Lorenzi, Baumgartner und Jenny im gefühlt fünf Quadratmeter kleinen, verqualmten Raum und spielten eine Art Unplugged-Techno-Set.
Und die Leute? Fanden es überirdisch gut. Die Zeit im Konsulat verging, doch der Groove blieb, und so starteten THE ROBOTS 2019 ihre Expedition in den Weltraum, gesteuert von der MACHINE.
Niemand weiss, welche abgelegenen Galaxien und Universen sie bereits besucht haben. Man munkelt, sie seien auch schon im Rheint-All und in Lichtjahren-Steig gelandet, aber Gerüchte verbreiten sich in der Milchstrasse bekanntlich so schnell wie schlechte Wortspiele auf Twitter. Jetzt also soll es wiedermal St.Gallen sein. THE ROBOTS docken im Rümpeltum an, Moonwalk-Boots nicht vergessen!
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.