Hans Fässler, 30. September 2017 um 12:53 Uhr Ich zwänge mich gerne in Vermittlerposition zwischen Höpli und Surber. Seit Jahren staune ich ebenfalls über die Beisshemmung von Saiten, SENF, Palace, Kulturfestival, Militärkantine & Co. gegenüber dem Profi-Fussball, der ja bis hin zum FCSG "Kapitalismus pur" (Lewandowski) ist. Aber die Debatte hat erfreulicherweise ein bisschen begonnen, und wenn du mir hilfst, Gottlieb, geht sie weiter. Wie Peter Surber bin ich der Meinung, dass der Abschnitt mit der "Alphabetisierungsskala der Menschheit" in deiner Kolumne besser nicht geschrieben worden wäre.
Gottlieb F. Höpli, 16. September 2017 um 11:45 Uhr Bitte in Zeile 11 "bezahlen dürfen" in "bezahlen darf" korrigieren. Danke gfh.
Gottlieb F. Höpli, 16. September 2017 um 09:49 Uhr "Fussball ist etwas für Analphabeten" Peter Surber gefällt meine "Polemik" – so steht's im Titel meiner Tagblatt-Kolumne – gegen "König" Fussball nicht. Das ist sein gutes Recht, und dagegen sollte sich der angegriffene Autor auch besser nicht wehren. Auch wenn der es eigenartig findet, dass ein "Kulturmagazin" das Problem nicht in den Machenschaften des Fussball-Big-Business sieht, nicht in der abgehobenen und unseriösen Finanzierung der Spitzenclubs und –spieler, und schon gar nicht in der Gewaltkultur eines Teils der Fans, für welche die Öffentlichkeit Woche für Woche in der Form millionenteurer Sicherheitsvorkehren oder der Reparatur verwüsteter SBB-Waggons bezahlen darf. Sondern in der Kritik daran. Den Kapitalismus darf man kritisieren, den Kommunismus, das Auto, die teuren Opernhäuser – aber wehe, da kommt einer und kritisiert den Fussball! Wehren muss sich der Autor aber, wenn ihm Sätze wie "Fussball ist etwas für Analphabeten" untergeschoben werden. Das Wort "Analphabet" kommt in meinem ganzen Tagblatt-Text gar nicht vor. Zwar habe ich von "Alphabeten" geschrieben, und sogar von einer "Alphabetisierungsskala". Derlei Differenzierung ist in einem Kulturmagazin, das sich der "demokratischen" Kultur für alle verschrieben hat, anscheinend bereits verdächtig: Es soll also Menschen geben, die mehr lesen, mehr mit Kultur am Hut haben als andere? Das weiss man eigentlich – aber das wollen wir doch nicht auch noch laut sagen. Kulturlosigkeit ist kein Thema für ein Kulturmagazin. Da unterschiebt man dem, der es laut sagt, doch lieber eine Herrenmenschen-Mentalität. Damit er in der Ecke steht, wo er nach Peter Surbers Alphabet wohl zum vorneherein hingehört.