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Die Crowd soll helfen

Eine halbe Million Franken versucht der Winterthurer Club Albani mittels Crowdfunding zu sammeln. Das Ziel: den Verkauf des geschichtsträchtigen Hauses in der Steinberggasse und damit den Rauswurf 2025 zu verhindern. Seit Mittwoch läuft die ambitionierte Aktion, Kampagnenleiterin Olivia Staub erklärt die Hintergründe.
Von  Katharina Flieger
Bild: pd

Saiten: Die Liegenschaft, in dem das Albani eingemietet ist, wurde im Juli von der Makleragentur als «Gotisches Altstadtjuwel» mit «Umnutzungs- und Mietzingssteigerunspotenzial» beworben. Nun liegt ein Kaufgebot auf dem Tisch. Was nun?

Olivia Staub: Unser Mietvertrag läuft noch bis 2025. Zur Diskussion stehen Studentenwohnungen im oberen Teil des Gebäudes, was mit dem Club im Erdgeschoss Club geschieht, ist ungewiss. Die Existenz des Kulturlokals Albani, wie es in den vergangenen Jahrzehnten die Winterthurer Musikszene belebt hat, ist bedroht.

Der Verkauf der Liegenschaft, in dem der Albani-Club untergebracht ist, ist seit Monaten bekannt. Weshalb wurden Verein und Geschäftsleitung erst jetzt aktiv?

Wir haben bereits ein Kaufangebot unterbreitet, doch der Verkaufspreis war mit 3,25 Millionen derart hoch angesetzt, dass wir die nötigen Mittel nicht aufbringen konnten. Ausserdem haben wir nicht damit gerechnet, dass sich zu diesem Betrag tatsächlich ein Käufer findet, und schon gar nicht in dieser kurzen Zeit! Seit einer Woche liegt uns der Kaufvertrag einer Immobilienfirma vor – wir wurden schlicht überrumpelt.

Wir möchten den Kultur- und Hotelbetrieb langfristig sichern und das Haus selber erwerben. Dies haben der Vorstand des Albani-Vereins und die Geschäftsleitung vergangenen Samstag entschieden – einstimmig.

Wie das? Müsst ihr den Käufer überbieten?

Nein. Uns bleiben nun drei Wochen, um von unserem im Mietvertrag festgehaltenen Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen. Dazu müssen wir den vereinbarten Kaufpreis von 3,28 Millionen aufbringen. Zuviel für uns, weshalb wir die Crowdfunding-Aktion ins Leben gerufen haben.

Damit wollt ihr eine halbe Million zu sammeln. Wenn man knapp drei Millionen zu Verfügung hat, müssten sich doch auch die fehlenden 500’000 CHF im privaten Umfeld auftreiben lassen, nicht? Ist diese Crowdfunding-Kampagne nicht auch ein wenig PR-Aktion?

Nein. Ein massgeblicher Teil des Kaufpreises wird durch die Hypothek gedeckt. Rund eine Million wird von Privatpersonen aus dem Umfeld des Albani zu Verfügung gestellt. Bleibt noch eine halbe Million, die fehlt. Wenn wir das Ziel des Crowdfundings – die als Minimum gesetzten 300’000 CHF – nicht erreichen, nehmen wir das Vorkaufsrecht nicht wahr. Dann ist die Sache gelaufen.

Hier gehts zum Crowdffounding: lokalhelden.ch/eusesalbani

Die Aktion läuft noch 18 Tage. Am Freitagabend waren bereits über 200’000 Franken beisammen.

albani.ch

Wie waren denn bisher die Reaktionen auf den anstehenden Verkauf – von Gästen, aber auch von Seiten der Stadt?

Unsere Gäste zeigten sich betroffen, viele haben sich erkundigt, wie es denn nun weitergehe. Die coronabedingte Schliessung haben wir einigermassen gut überstanden und der Sommer mit der Bar lief gut. Nun zählen wir auf all die Menschen, die das Albani als geschichtsträchtigen Veranstaltungsort von Konzerten, Poetry Slams oder Partys schätzen oder gute Erinnerungen daran haben.

Erstaunlich still blieb es bisher von den offiziellen Stellen der Stadt. Auch da sind wir nun aktiv geworden und haben einen Antrag für ein zinsloses Darlehen gestellt. Mit einer Antwort rechnen wir in den kommenden Wochen – und hoffen auf ein positives Signal.

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Heftvorschau 07/08/26
Kunst im Sittertal, Sommertipps

Vor 40 Jah­ren grün­de­te Fe­lix Leh­ner in Bein­wil am See die Kunst­gies­se­rei, die 1994 nach St.Gal­len zog. Und vor 20 Jah­ren ent­stand er­gän­zend da­zu die Stif­tung Sit­ter­werk, die un­ter an­de­rem ei­ne welt­weit ein­zig­ar­ti­ge Kunst­bi­blio­thek führt. Wir tau­chen ein in die­sen wun­der­sa­men Mi­kro­kos­mos im Sit­ter­tal. Aus­ser­dem in der Ju­li/Au­gust-Dop­pel­num­mer: die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps, die Fla­schen­post von An­na Stern aus Finn­land und das In­ter­view zum 100-Jahr-Ju­bi­lä­um un­se­rer Haus­dru­cke­rei Nie­der­mann. 

Saiten 260708 01 Cover 01

Dy­na­mik in Stein

Flo­ri­an Fuchs ar­bei­tet an ei­ner an­tik an­mu­ten­den, 2,5 Me­ter ho­hen Mar­mor­sta­tue. War­um in­ter­es­siert sich ein jun­ger Bild­hau­er für die­se klas­si­sche Her­an­ge­hens­wei­se? Ein Werk­statt­be­such in Fla­wil.

Von  Roman Hertler
01 Florian Fuchs Theano Foto Maria Mahler

Der Kul­tur­kampf

Es war das Jahr­zehnt der Kul­tur: In den 80ern kam die Stadt St.Gal­len zu ei­ner Kunst­hal­le, ei­nem Pro­gramm­ki­no, der Frau­en­bi­blio­thek, der Gra­ben­hal­le, ge­nos­sen­schaft­li­chen Bei­zen und an­de­rem. Wie das ge­lang und wer die Fä­den zog, zeich­nen Ralph Hug und Co­rin­ne Schatz im Buch Der gros­se Auf­bruch nach.

Von  Peter Surber
2606 80er JF Mueller 01

Die sub­ver­si­ve Kraft des Auf­be­geh­rens

Das Film­dra­ma Fuo­ri er­zählt ein kur­zes Ka­pi­tel der aus­ser­ge­wöhn­li­chen Le­bens­ge­schich­te ita­lie­ni­schen Schrift­stel­le­rin, Schau­spie­le­rin und Wi­der­stands­kämp­fe­rin Go­li­ar­da Sa­pi­en­za.

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Mit ver­schreck­ten Se­cu­ri­tys in ei­ner bun­ten In­sze­nie­rung von An­ge­li­ka Zacek prä­sen­tiert das Vor­arl­ber­ger Lan­des­thea­ter in Bre­genz Shake­speares Ein Som­mer­nachts­traum.

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Der Ap­fel, der bö­se Wolf und Will­helm Tell 

Im Werk 2 in Ar­bon dreht sich der­zeit al­les um My­then. «Sehn­sucht My­thos. Wie Ge­schich­ten un­se­re Welt ge­stal­ten» ist ei­ne äs­the­ti­sche Aus­stel­lung, die mit ih­rem sehr brei­ten My­thos­be­griff ar­bei­tet und viel­fäl­ti­ge Ge­schich­ten un­ter ei­nem Dach ver­eint.

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Die Son­der­aus­stel­lung «Bau­stel­le Er­in­ne­rung / ‹Hit­ler ent­sor­gen› – Ar­bei­ten am be­las­te­ten Er­be» im Vor­arl­berg Mu­se­um in Bre­genz be­schäf­tigt sich da­mit, wie ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit Ge­gen­stän­den aus der NS-Ver­gan­gen­heit aus­se­hen kann. Aus­ser­dem be­rät das Mu­se­um Pri­vat­per­so­nen, die sol­che Ge­gen­stän­de be­sit­zen.

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Es geht um uns Men­schen und un­ser son­der­ba­res und ver­hee­ren­des Ver­hal­ten. «Hu­mans» heisst die gros­se Ein­zel­aus­stel­lung des Ost­schwei­zer Künst­lers Olaf Breu­ning. Vie­le Ar­bei­ten sind spe­zi­ell für die Schau im Mu­se­um Al­ler­hei­li­gen in Schaff­hau­sen ent­stan­den. 

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25 Jah­re Rock am Wei­er

In Wil fand am Wo­chen­en­de das Rock am Wei­er statt. Seit 25 Jah­ren gibt es das Fes­ti­val, und trotz in­zwi­schen grös­se­rer Na­men ist es im­mer noch kos­ten­los. Ein Ver­ein or­ga­ni­siert es nicht-pro­fit­ori­en­tiert und för­dert re­gio­na­le Acts. Un­se­re Au­torin ist an den Ort ih­rer mu­si­ka­li­schen So­zia­li­sa­ti­on zu­rück­ge­kehrt. Ei­ne Re­por­ta­ge. 

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Kolumne: 24/7 Traumacore

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«Es geht dar­um, sich sei­ner Pri­vi­le­gi­en be­wusst zu sein»

De­bat­ten um Ma­chis­mus, Deepf­ake-Por­nos, häus­li­che Ge­walt und Fe­mi­zi­de sind bei­na­he all­täg­lich. Was kön­nen Män­ner ge­ra­de tun, wenn sie un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­ra­ten? Frau­en­haus­lei­te­rin Kat­ja Häm­mer­li Kel­ler, Flo­rance Hil­de­brand vom fe­mi­nis­ti­schen Streik­kol­lek­tiv Thur­gau und Ma­nu­el Ben­ja­min Leh­mann vom Fo­rum Mann dis­ku­tie­ren Lö­sungs­an­sät­ze.

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Kommentar zur SVP-Chaosinitiative

Aus­län­der:in­nen sind nicht nach­hal­tig

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30 Jah­re Ar­chi­tek­tur­ver­mitt­lung

Das AFO, das Ar­chi­tek­tur Fo­rum Ost­schweiz, dis­ku­tiert und ver­mit­telt seit 30 Jah­ren Bau­kul­tur. Am kom­men­den Frei­tag wird das Ju­bi­lä­um ge­fei­ert und die neus­te Ar­ti­kel­se­rie der gu­ten Bau­ten als Buch prä­sen­tiert.

Von  René Hornung
2511 Gutes Bauen 1 Ladina Bischof