Alle 25 Jahre sollten die Dankmalschutz-Inventare überprüft und nachgeführt werden – so die Faustregel. Denn der Blick auf erhaltenswerte oder schützenswerte Bauten verändert sich. Was einst als hässlich galt, altert vielleicht gut und wird möglicherweise zum wichtigen Zeitzeugen. Im ersten Stock des St.Galler Rathauses sind 14 «neue alte» Beispiele aus der Stadt zu sehen, die das Zeug haben, künftig zu Schutzobjekten zu werden.
Dass über einen Schutz erst mit einem gewissen zeitlichen Abstand einigermassen objektiv diskutiert werden kann, liegt auf der Hand. Erst mit der Zeit schärft sich der Blick und wir verstehen besser, was das Besondere einer Stilepoche ist. Der Betonbrutalismus als Beispiel kann heute «brutal schön» sein, wie es auf einem der Plakate in der Ausstellung heisst. Und die Postmoderne mit ihren Kreisen und Dreiecken hat Gestaltungselemente hervorgebracht, die wir heute vielleicht witzig finden: «Anything goes», lautet der Kommentar dazu auf einem der Plakate.
Die Ausstellung stellt insgesamt 14 Bauten vor, die nach der Ölkrise von 1973 entstanden sind. Damals gewannen soziale und ökologische Themen an Bedeutung. Die Architektur reagierte unterschiedlich darauf, besann sich auf puristische Materialien und traditionelle Formen, aber es entstanden auch neuartige High-tech-Strukturen, die ihre Konstruktion bewusst zeigt. All diese Gebäude sind inzwischen über 50 Jahre alt und es wird Zeit, sie genauer anzuschauen, sie zu verstehen und wertzuschätzen. Sich mit ihren Qualitäten auseinanderzusetzen, bevor sie wieder verschwinden.
Die Sporthalle Kreuzbleiche gehört zu den High-tech-Gebäuden. Die Sportverbände wünschen sich, dass die Halle im Innern heutigen Bedürfnissen von grösseren Sportveranstaltungen angepasst werden kann. Dabei stellt sich die Frage: Ist dies möglich, ohne dass der klare Innenraum leidet? Oder der Fall des Kunstmuseums im Stadtpark: Wie soll mit dem Untergeschoss umgegangen werden? Es wurde in den 1970er-Jahren für das damals noch im gleichen Haus untergebrachte Naturmuseum ausgebaut, eignet sich aber für Kunstausstellungen heute nicht besonders gut. Ist ein vor 12 Jahren ausgewähltes Projekt für ein neues Untergeschoss heute noch aktuell? Erträgt ein klassizistisches Museum mit einem 70er-Jahre Keller noch einen weiteren Eingriff?
«Das neue Alte»: Ausstellung zur nächsten Generation Denkmäler, bis 12. April, Montag bis Freitag 8.30 bis 17.30 Uhr, Rathaus St.Gallen, 1. Stock
Stadtspaziergang: 20. März, 17 Uhr, Treffpunk: Rathaus, 1. Stock
Infos zu weiteren Veranstaltungen und Führungen der Denkmalpflege: stadt.sg.ch
Und dann gibt es die aktuell heisseste Diskussion um den Spitalturm. Ist er nur ein hässlicher schwarzer Klotz oder ein wichtiger Merkpunkt im Stadtgefüge? Soll er unter Denkmalschutz gestellt oder darf er abgebrochen werden? Der Stadtrat muss auf Antrag des Spitals diese Frage demnächst entscheiden.
Die Ausstellung im Rathaus zeigt weitere elf Gebäude, von der Grosssiedlung Kammelenberg bis zum Einfamilienhaus. Und in Begleitveranstaltungen ist das Publikum zu Spaziergängen unter kundiger Führung und zu Besichtigungen direkt vor Ort eingeladen.
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.