Ein Freund erzählte mir letztens von ChatGPT. Das ist ein Computerprogramm, welches mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Texte schreibt. Aber nicht nur irgendwelche Texte. Gut verständliche Texte in allen Genres und Stilen.
Zum Beispiel forderte ein Benutzer das Programm auf, einen Dialog zwischen zwei Ärzten zu schreiben, die die Symptome einer kranken Frau diskutieren. Nach kurzer Zeit spuckte die KI den gewünschten Dialog aus und damit auch einen möglichen Befund für die bis dato nicht diagnostizierte Frau.
Wie sich herausstellte, hat ChatGPT einen Volltreffer gelandet: Nachdem die Frau auf diesen möglichen Befund getestet wurde, hatte sie nach Jahren voller ergebnisloser Arzttermine und Tests endlich eine Diagnose. Ich muss zugeben, mich hat die korrekte Diagnose überhaupt nicht überrascht. Warum auch? Nur fiktiv haben zwei Ärzte Zeit, sich so ausgiebig mit einem Fall zu beschäftigen.
Aber als hauptberuflicher Autor machen mir künstliche Intelligenzen natürlich zu schaffen. Im Sinne von: Sie geben mir ein ausgezeichnetes Thema, über welches ich schreiben kann. Ansonsten habe ich keine Angst davor, von einer künstlichen Intelligenz ersetzt zu werden. Handelt es sich doch um künstliche Intelligenz, und der grösste Teil meiner Arbeit als Humorautor dreht sich darum, dumm dazustehen.
Zum Beispiel als ich letztes Jahr bei der Berufsberaterin war. Das Erste, was sie gemacht hat, war mit mir zu flirten. Wirklich. Denn sie sagte sofort, ich solle Lehrer werden. Was eindeutig flirten ist, garantiert es doch, dass wir uns schnell wiedersehen.
Sehen sie? Dumm dastehen.
Übernimmt irgendwann einmal ein Programm die Aufgabe, eine Bedienungsanleitung für die richtige Handhabe eines neuen Fernsehers zu schreiben? Ganz sicher. Wird in naher Zukunft eine KI ein Album mit Gölä-Songs schreiben? Leider. Aber deswegen heisst es eben auch künstliche Intelligenz. Und nicht richtige Intelligenz. Ansonsten hätte sie da die Arbeit verweigert.
Aber absichtlich dumm dastehen? Die Gefahr einzugehen, sich vor anderen Menschen lächerlich zu machen? Das kann kein Programm. Dumm dastehen können nur Menschen. Und das macht mich unersetzlich.
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.