Im Sommer gibts Einkaufstourismus, der sich wirklich lohnt: zu einem Vorarlberger Musikfestival fahren – und mit guter Laune zurückkommen. Und anders als bei Fleisch und Seife spricht nicht nur der schwache Euro für die Österreicher Produkte. Die Festivals ennet der Grenze sind mit Herz gemacht, ihre Programme vielseitig.
1. Der Kultursommer in Dornbirn
Für St.Galler, die im töteligen Sommer gelangweilt sind, bietet sich etwa das Conrad Sohm Kultursommer Festival an: Das im Wald bei Dornbirn gelegene Conrad Sohm bedient eher die härtere Schiene. Hervorzuheben aus dem dreimonatigen (!) Programm sind etwa die Stoner-Rocker Eagles Of Death Metal, die Hardcore-Legenden Agnostic Front und die unermüdlichen Punkrocker Anti- Flag.
Daneben finden aber auch Indie-Kids etwas: Die schrammligen Cockney-Schnauzen The Subways, den Theater-Rock von Bonaparte oder den Alternative Country-Sänger Bonnie Prince Billy. Zum Festival gehört zudem eine interaktive Ausstellung des Vorarlberger Fotografen Andreas Ender.
Zur Einstimmung was von Bonaparte:
2. Das Poolbar Festival in Feldkirch
Der Kultursommer, der mittlerweile zum vierten Mal zelebriert wird, macht mit seinem mitunter wilden Programm der etablierten Poolbar Konkurrenz: Dort, im Alten Hallenbad Feldkirch, wird seit 21 Jahren Musik, Kunst und Architektur in einzigartiger Atmosphäre zelebriert. Headliner sind etwa Aloe Blac («I need a Dollar»), Patrice, Wanda (DIE Party-Band der Stunde) oder der mit Kanye West verbandelte US-Rapper Pusha T.
Daneben wartet Spannendes wie die österreichische, akustische Techno-Band Elektro Guzzi oder zur Festivaleröffnung die deutsche Stoner-Rockband Colour Haze. Und für den melancholischen Abschluss des Sommers wird kein Geringerer als Bloc Party-Sänger Kele Okereke verantwortlich sein. Komplettiert wird das Programm mit Filmen, Lesungen und Poetry Slams. Auch die Poolbar hat Künstler werkeln lassen: In interdisziplinären Workshops wurden Projekte realisiert, die Teil des Festivals sind.
Hier der Trailer:
3. «Das Szene» in Lustenau
Wer beim Run auf Tickets für das Openair St.Gallen nicht schnell genug war, sollte das Szene Openair in Lustenau ins Auge fassen: Ähnlich anarchisch gestaltet sich dort das Leben auf dem Campingplatz (ausser man entscheidet sich für den entspannten Paradies Camping). Und wenn es das Wetter zulässt, kann man gleich nebenan in den Alten Rhein springen.
Musikalisch setzt «das Szene» vor allem auf starke Livebands wie Kraftklub und K.I.Z. (Chaos-Rap vom Feinsten). Aber auch hier finden sich abseits der Gumperei im Takt fragilere Töne: Sophie Hunger oder die frisch aus den 80ern kommenden Grizzley and the Kids. Ausserdem spielt eine Wiener Punkband mit dem vielversprechenden Namen Turbobier – do schau her:
Fazit: Wer jetzt noch nicht austrophil ist, wird es nach diesem Sommer definitiv sein.
Conrad Sohm Kultursommer Festival: 8. Juni bis 11. September, Conrad Sohm, Dornbirn conradsohm.com
Poolbar Festival: 10. Juli bis 15. August, Poolbar, Feldkirch poolbar.at
Szene Openair: 30. Juli bis 1. August, Lustenau szeneopenair.at
Titelbild: Meta & Fose, die neuen Poolbar-Götter
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«Open House St.Gallen»
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