Mahraganat, Electro-Sha’abi oder Sha3byton sind in der Schweiz noch relativ unbekannt – ein wilder Mix aus Rap, elektronischen Beats und der ägyptischen Volksmusik Sha’abi, der seine Wurzeln in den Vorstädten Kairos hat und das Prädikat «tanzbar» neu definiert.
Phil Battiekh, geboren in Montreal, heute zwischen Basel, Paris und Kairo pendelnd, war einer der Ersten, der diese Subkultur in den deutschsprachigen Raum gebracht hat. Kommenden Freitag gastiert er im Palace, einmal mehr – dieses Mal zusammen mit Lord Soft aus Basel, Rozzma, einem aufstrebenden Bass-MC und Produzenten aus Kairo, und Anklepants, dem Mann mit der interaktiven Penismaske.
Richtig gelesen. Dr. Reecard Farché aka Anklepants aus Down Under trägt während seiner Auftritte einen animatronischen Penis auf dem Gesicht, der sich im Takt zur Musik bewegt und allerlei irre Dinge tut. «A dickhead», buchstäblich.
Seinen Robo-Pimmel kontrolliert er mit Hilfe von Funkmodulen, Soft- und Hardware, ebenso sein kabelloses Mikrophon, das gleichzeitig auch als Controller fungiert – alles Marke Eigenbau.
Kennengelernt haben sich Phil Battiekh und Anklepants von drei Jahren an einem Konzert im Taptab Schaffhausen. «Über die Jahre sind wir Freunde geworden», sagt Battiekh. «Von meinem Sha3byton-DJ-Projekt hat Anklepants aber lange Zeit nichts gewusst, bis er mich mal auf Mahraganat und Islam Chipsy ansprach, weil er wusste, dass ich viel in Kairo unterwegs bin.» Als dann klar war, dass die beiden auf denselben Sound stehen, beschlossen sie, gemeinsam auf Tour zu gehen.
Die Reaktionen in der Schweiz seien unterschiedlich, sagt Battiekh. «Viele wissen nicht so recht, wie sie mit Anklepants Gesicht umgehen sollen und einige – meistens die Männer – wollen es sogar berühren. Zwei Frauen wollten einmal Backstage kommen, weil ihnen die Maske angeblich so Angst gemacht hat, dass sie sich vergewissern wollten, dass sich tatsächlich ein Mensch darunter verbirgt. Anklepants Show kommt aber immer überall sehr gut an, vor allem bei denen, die wegen der Musik gekommen sind.»
Wie gesagt; Mahraganat ist hierzulande noch relativ unbekannt und Phil Battiekh einer der Knotenpunkte dieser Szene. Wer sich also musikalisch wieder mal auf Neuland hinaus wagen will, ist mit ihm, Bass-DJ Lord Soft und Rozzma sicher bestens bedient am Freitag im Palace. Und dank Headliner Anklepants kann man sich dort auch noch optisch die Kante geben.
Anklepants, Rozzma, Lord Soft & Phil Battiekh: 5. März, 22 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr zu Anklepants: hier
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