Wiebke Schröder, 7. März 2023 um 17:02 Uhr Ich wundere mich bei all den Diskussionen zusehends, dass es nur um Grünflächen ODER Verdichtung geht. Was ist mit dem Autoverkehr, der unfassbar viel Fläche frisst, wie in allen Städten? Schon nur das Aufheben aller oberirdischen Parkplätze würde Raum für viele, viele Grünflächen schaffen, und das Wiesli wäre auch nicht mehr das grosse Thema. Ich würde mir wünschen, dass wir weniger Scheindiskussionen führen, wie z.B. über Tempo 30 in der ganzen Stadt, und vielmehr laut darüber nachdenken, dass der öffentliche Raum uns allen gehört und Strassenverkehr nicht nur Autoverkehr bedeutet.
Gallus Hufenus, 24. Februar 2023 um 13:09 Uhr Lieber Marcel Einig in vielen, bzw. den meisten Punkten - nur sehe ich nicht nur "Schaden" in der Abstimmung sondern auch einen Gewinn für die Debattenkultur (abgesehen von teilweise Anfeindungen). Noch selten wurde über ein so kleines Stück Wiese so tief und bunt bei mir im meinem Raum debattiert - das finde ich wertvoll, weil an einem konkreten, kleinen, einfachen oder nahbarem Beispiel gross und philosophisch sinniert werden kann - gerade auch über die Nutzung von öffentlichen Räumen - Unterschied von Raum konsumieren, der zur Verfügung gestellt wird von einem Gemeinwesen versus Raum mitgestalten und Verantwortung dafür zu übernehmen. Das kann uns helfen beim Weiterdenken von Treffpunkten, Gestaltungs-Debatten von Stadtträumen - konkret beim Stadtpark als grosser Square für alle im Quartier. Abstraktes wurde ganz konkret. Und Stadtpolitik ist so was von nicht provinziell - erlebbar für viele! Darin sehe ich eine Chance für das Demokratieverständnis und die Lust beim Mitmachen. Wenn wir es schaffen, die Energie positiv zu kanalisieren.
Marcel Baur, 24. Februar 2023 um 08:13 Uhr Es ist richtig und wichtig über soziokulturelle Anliegen zu sprechen. Es ist auch richtig und wichtig über Verdichtung, Frei- und Lebensräume zu sprechen. Das Wiesli hat diese Diskussionen ausgelöst. Mindestens so wichtig ist es aber auch die geltenden gesetzlichen Regeln anzuschauen. Dass das Wiesli heute politisch ist, das hat damit zu tun, dass es den Anwohnern trotz vielen Versuchen, nicht gelungen ist, sich mit der SGPK zu einigen. Die Stadt war nie Verhandlungspartner in dieser Geschichte und zwar zu Recht nicht. Was mit der Initiative passiert ist, das ist strenggenommen der Versuch das Recht zurechtzubiegen oder um es böser auszudrücken, ein Versuch, das Recht auf Kosten der Stadtkasse zu erkaufen. Das halte ich für falsch. Es ist wirklich schade, dass sich die beiden Parteien nicht einigen konnten. Den Weg der Initiative, so wie sie jetzt zur Abstimmung kommt, hätte man aber so nicht einschlagen sollen. Es werden keine neue Regeln aufgestellt. Auch stellt es keinen eigentlichen Präzedenzfall dar. Es bleibt bei einer lokal begrenzten Auseinandersetzung zwischen zwei Parteien. Ich wünsche der Stadt ein Nein und den Initianten einen Achtungserfolg. Das Thema ist wichtig, die Initiative aber keine Lösung für die städtische Bevölkerung. Im Gegenteil, ich befürchte, dass sie mehr Schaden anrichtet als gewünscht. Und zwar unabhängig vom Ausgang der Abstimmung