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Heute schon zum Buch gegriffen?

Heute Montag, 23. April ist Welttag des Buchs. Buchhandlungen und Bibliotheken bieten auch in St.Gallen und Umgebung Extraprogramme. Das Ziel aller Anstrengungen: Lesen fördern.
Von  Peter Surber

Der Griff zum Buch: Er könnte zum Beispiel diesem Buch, hier oben auf dem Bild im Stadium des Gelesenwerdens, gelten: Blumberg heisst es und ist der neue Roman des in Wien lebenden Exil-St.Gallers Andreas Niedermann.

Niedermann schickt seine Antiheldin Isa Blumberg, Journalistin mit ziemlich durchzogener Karriere und aggressiven Schüben, auf die Suche nach einem jungen Mann, der auf verdächtige Weise verschollen ist. In der Gluthitze einer Stadt, vermutlich Wien, weil es nur dort so unerträglich heiss sein kann, schwitzt sich Blumberg durch komplizierte Beziehungen, ergebnislose Recherchen und zwielichtige Fitnesscenter langsam an die tödliche Wahrheit hinter der Geschichte heran.

So realitätsnah Niedermann das ihm bestens vertraute Gym-Milieu beschreibt, so wie aus einer anderen Welt gefallen erscheint Blumbergs Begleiterin, eine schweigsame, hochschwangere türkische Taxifahrerin namens Düzen, die die Titelheldin im lottrigen Oldtimer durch die Hitze kutschiert wie eine postmigrantische Verkörperung des Todesfährmanns Charon – bloss dass hier am Ende nicht bloss gestorben wird, sondern auch ein Kind zur Welt kommt.

Blumberg ist ein Krimi, bei dem man auch lesenderweise auf höchst vergnügte Weise ins Schwitzen kommt.

Andreas Niedermann: Blumberg, Songdog Verlag Wien 2018, Fr. 25.-
songdog.at

Niedermann liest am Welttag des Buchs allerdings nicht leibhaftig. Dafür gibt es andere klingende Namen und originelle Buch-Aktionen – nachstehend ein Einblick ins Programm der «Buchstadt» St.Gallen.

Tauschbücher, Pergamente, Lösli

Der wohl prominenteste Buchgast liest in Gossau: Peter Bichsel beehrt um 19 Uhr die Gutenberg Buchhandlung mit einer Lesung aus seinen Geschichten. Buchhändler André Wigger hat auch sonst ein intensives Tagesprogramm zusammengestellt unter dem biblischen Motto «Im Anfang war das Wort»: Ab halb zwei steht vorerst das Buch als Ding im Zentrum, mit Informationen zum Bindehandwerk, zu Reparatur und Druck. Um 17 Uhr liest Claudia Vamvas aus ihren Kürzesttexten «Sitze im Bus»,  nach der Verpflegung, sinnigerweise mit Buchstabensuppe, geht es weiter mit Bichsel, mit Slampoet Kilian Ziegler und mit Gutenachtgeschichten aus der Weltliteratur. In Gossau bietet am Montag Vormittag zudem auch die prächtige Stadtbibliothek ein Sonderprogramm.

Die städtischen Bibliotheken und Buchhandlungen haben sich für den Welttag des Buchs ihrerseits einige Buch-Anreize einfallen lassen. In St.Katharinen ist der Mediomat in Betrieb: «Bring ein Buch und nimm ein Buch». Die Bibliothek in der Hauptpost thematisiert das Reisen im Buch «von Afrika bis Winnetou»; das Finale macht hier im Raum für Literatur Raumfahrtexperte Bruno Stanek  mit einem Referat über «kommerzielle Reisen zu Mond und Mars». Ein Weltreisender kommt auch an die Uni: Helge Timmerberg liest aus «Die Strassen des Lebens».

Die Kunstbibliothek Sitterwerk zeigt den «Stoff, aus dem die Bücher sind». In der Bibliothek der FHS sind die St.Galler Verlage Vexer, VGS und Triest zu Gast, die Mediatheken der PH machen ein Extraprogramm.Die Textilbibliothek bietet Führungen zu sonst nicht zugänglichen Beständen.

Programm und Infos:

buchstadt.ch

Die Stiftsbibliothek stellt ein Buch über zwei Weltstars der Buchgeschichte vor: die Schaffhauser Adamnan-Handschrift und das Irische Evangeliar von St. Gallen.

Schliesslich die Buchhandlungen: Comedia verlost «Das grosse Los» und in der Buchhandlung zur Rose bringt Schauspieler Matthias Flückiger als Hilfsbuchhändler Ladenhüter und Leseexemplare unters Volk (Bild oben, mit Buchhändlerin Leonie Schwendimann). Der Notenpunkt kündigt musikalische Überraschungen an, der Kinderbuchladen zeigt «Märchenwelten», und im Rösslitor gibt es Gratiskaffee. Den Tag nach dem Tag (beziehungsweise gleich die ganze Woche) begeht die Buchhandlung Buchpunkt Herisau – kleine Geschenke sollen die Kunden zur «Welt-Woche des Buches» locken.

Gefährdete Freiheitsrechte

Bücher ständen an der Schnittstelle einer Reihe von Freiheitsrechten, insbesondere dem Recht auf Ausdruck und der Publikationsfreiheit, heisst es in der Botschaft der Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay zum diesjährigen Weltbuchtag. Diese Freiheiten seien gefährdet – von Fragen des Copyrights und der kulturellen Vielfalt bis zu körperlichen Bedrohungen für Autoren, Journalistinnen und Verleger in vielen Ländern. Und diese Freiheiten würden auch mit Füssen getreten, wenn etwa Schulen angegriffen und Bücher zerstört würden.

«Es ist unsere Pflicht, weltweit diese Freiheiten zu verteidigen und Lesen und Schreiben zu fördern im Kampf gegen Analphabetismus und Armut. Darüberhinaus fördern Bücher die Kreativität und tragen dazu bei, Ideen und Wissen über alle Grenzen hinweg zu verbreiten», heisst es in der Botschaft der französischen Unesco-Chefin.

1995 hatte die Unesco den 23. April zum Welttag des Buches erklärt, als Festtag für das Lesen, die Bücher und die Rechte der Autorinnen und Autoren. Die UNO-Organisation für Kultur und Bildung hat sich dabei von dem katalanischen Brauch inspirieren lassen, zum Namenstag des Volksheiligen St. Georg Rosen und Bücher zu verschenken. Zudem ist der 23. April der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes.

 

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

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Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
2609 Staetevergleich 4 D3 A9291

Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

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Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze