Kategorie
Autor:innen
Jahr

«Ich hatte lange Zeit Angst, dass mich die Frauen von der Bettkante stossen»

René Rohner hat Aids. Im Interview spricht er über seine wechselvolle Vergangenheit, über gesellschaftliche Diskriminierung und die Präventionsarbeit mit Jugendlichen.
Von  Corinne Riedener

Corinne Riedener: Wie hast du dich angesteckt?


René Rohner: Mit einer Nadel. Das war 1986. Ich war auf Heroinentzug und eine Bekannte bot mir an, ihren Schuss mit mir zu teilen. Sie ist zusammengebrochen nach der Hälfte und ich musste Hilfe holen. Nachdem sie von der Ambulanz mitgenommen wurde, nahm ich die Spritze vom Boden auf und habe mir den Rest injiziert.

Wie konntest du wissen, dass es gerade diese Nadel war?


Weil es das einzige Mal war, dass ich mit jemandem die Na­ del geteilt habe. Und weil sie mir einige Tage später gebeichtet hat, dass sie HIV-­positiv ist.

Das muss dich wahnsinnig wütend gemacht haben…


Nein, wütend war ich nur auf mich selber, schliesslich habe ich mir den Schuss ja selber gesetzt. Sie hat mich zu nichts gezwungen. Als sie dann zu mir kam und sich entschuldigte, konnte sie es kaum glauben, dass ich ihr keins reinhauen wollte, aber ich bin einfach nicht der Typ dafür. Ich habe auch niemals gestohlen oder betrogen, als ich auf Drogen war. Sowas kann ich einfach nicht.

René Rohner, 1968, lebt in St .Gallen und hat eine steile Drogenkarriere hinter sich. Nach der obligatorischen Schulzeit war er bereits stark medikamenten- und alkoholabhängig. Zum ersten Mal Heroin gespritzt hat er sich mit 17 Jahren. Wenig später hat er sich mit dem HI-Virus angesteckt, ausgebrochen ist AIDS bei ihm vor 15 Jahren. Ursprünglich hat René Müller gelernt, später arbeitete er in verschiedenen Branchen, unter anderem auf dem Bau. Heute ist er drogenfrei, lebt von der IV, macht Yoga und besucht Schulklassen für die HIV-/Aidsprävention.

Wie bist du damit umgegangen?


Anders als andere, meine ich. Ich bin zum Beispiel von Anfang an zu meiner Krankheit gestanden, auch im Job, und diese Ehrlichkeit war für mich rückblickend eher von Vorteil. Vielleicht hat es auch mit meiner Einstellung zu tun: Ich glaube nicht an Diskriminierung. Ich weiss, es gibt sie, aber ich selber habe selten Derartiges erlebt. Ab und zu hat vielleicht jemand die Hand zurückgezogen, aber das hatte wohl mehr mit fehlender Aufklärung zu tun, weniger mit Diskriminierung. Früher war ich auch oft an Kongressen, wo sich Aidskranke getroffen haben, und ich bin erschrocken, wie viele Leute sich da immer nur auf das Negative konzentriert haben. Viel zu viele sind in permanentem Selbstmitleid versunken, darum behaupte ich: Selbstdiskriminierung ist die grösste Diskriminierung.

Schwer zu glauben, dass Du schon immer so souverän warst.


Ganz am Anfang war das natürlich anders: Ich erlitt den totalen Zusammenbruch. Danach bin auch ich erstmal im Selbstmitleid versunken. Und habe mir so auch meinen Drogenkonsum finanziert: Weil ich nicht stehlen oder lügen wollte, habe ich angefangen zu betteln und allen meine Lebensgeschichte erzählt. So bin ich zu Stoff gekommen. Diesem Teufelskreis entkommen bin ich erst, als ich vor etwa 15 Jahren endgültig mit den Drogen aufgehört habe – und endlich angefangen habe, mich mit den wichtigen Fragen des Lebens zu befassen: Wer bin ich und was will ich hier?

Wie hat deine Familie damals auf die Diagnose reagiert?


Sehr speziell. Ich muss dazu sagen, dass man sich in unserer Familie immer gegenseitig geschont hat. Ich habe zum Beispiel meinem Vater nie erzählt, dass meine Mutter wieder die Rechnungen versteckt hat, wenn sie sich im Alkohol­ rausch dem Kaufrausch hingegeben hat. Sie ist schwer abhängig. In meiner Kindheit habe ich ihr sicher dreimal das Leben gerettet, indem ich den Krankenwagen gerufen habe. Dass ich HIV habe, wusste lange Zeit nur mein Vater. Er hat immer für mich gesorgt. Aber er hat damals auch bestimmt, dass wir es meiner Mutter verheimlichen, weil er sie schonen wollte. Sie war am Boden zerstört, als ich es ihr nach zwei Jahren dann doch gesagt habe.

Nochmal zur Diskriminierung: Wirklich nie erlebt?


Doch, ehrlich gesagt schon. Früher zum Beispiel, als ich eine Zeit lang auf dem Bau gearbeitet habe, gab es dort einen Primitivling, der die ganze Zeit über «Drögeler und Junkies» gelästert hat. Und die Aidskranken müsse man alle auf eine Insel werfen und sie in die Luft sprengen, wenn es nach ihm gehen sollte. Aber wie gesagt: Ich versuchte, das an mir abprallen zu lassen und es nicht persönlich zu nehmen.

Wie ist dein Alltag mit Aids? Wie muss man sich die Therapie vorstellen?

Heute nehme ich nur noch ein Medikament pro Tag, früher musste ich noch drei verschiedene Präparate schlucken – 18 Pillen pro Tag. Sechs am Morgen, sechs am Mittag und sechs am Abend. Und ich musste es pünktlich tun, denn andernfalls hätte ich eine Resistenz entwickeln können.

Trotzdem ist das Virus vor 15 Jahren ausgebrochen. Wie ging es dir damals?

Ich war obdachlos zu dieser Zeit. Eines Tages bin ich im Spital erwacht, sechs Ärzte standen ums Bett. Sie sagten mir, dass ich eine Viruslast von 800’000 Kopien pro Milliliter Blut habe und sie sich nicht erklären können, wie ich überhaupt noch atme, da ich über zwei Liter Wasser in der Lunge habe. Dann haben sie mir wegen der hohen Infektionsgefahr alle Zähne entfernt und gesagt, dass ich mir unverzüglich eine Sterbe­WG suchen muss. Sie gaben mir nur noch wenige Wochen.

Und jetzt sitzen wir hier und reden.


Die Betreuerin der Arche, wo ich zum Sterben hin sollte, hat mich damals strahlend angesehen und gesagt: «René, du schaffst das, du stirbst noch nicht.» Da habe ich beschlossen, ihr zu glauben und nicht den Ärzten. Ich bin dann trotzdem in die Arche, aber nicht um zu sterben, sondern um an meinem Drogenproblem zu arbeiten – und habe den Absprung tatsächlich geschafft, auch dank dem Buddhismus, der mir sehr viel Kraft gibt. Seither lebe ich drogenfrei, abgesehen von 30 Milligramm Methadon am Tag.

Hattest Du, abgesehen von deiner Betreuerin und deiner Lebensphilosophie, noch weitere Unterstützung – eine Partnerin oder einen Partner vielleicht?

In der Anfangszeit meiner Drogenkarriere lernte ich C. kennen, meine erste grosse Liebe. Wir waren nur etwa ein Jahr zusammen, aber sind immer noch gute Freunde. Sie hat mir sehr geholfen.

Hast du Sex?


Jetzt schon, aber lange Zeit nicht. Ich hatte aber auch nicht das Bedürfnis danach. Einerseits, weil ich niemanden anstecken wollte, andererseits – und das ist der Hauptgrund – weil ich Angst hatte vor der Ablehnung: Ich habe den Frauen zwar immer von Anfang an gesagt, dass ich HIV­-positiv bin, habe aber lange geglaubt, dass sie mich am Schluss dann doch von der Bettkante stossen. Darum habe ich es gar nie soweit kommen lassen.

Und später?


Habe ich eine zweite Pubertät erlebt! Als ich vom Heroin und den anderen Drogen weggekommen bin, sah ich die Welt plötzlich mit ganz anderen Augen – und konnte auch anders auf die Menschen zugehen. In den letzten 15 Jahren hatte ich drei Beziehungen. Inklusive Sex. Viel Sex. Aber immer mit Kondom natürlich.

In den letzten 30 Jahren wurde viel aufgeklärt über Aids. Es gibt heute gute Therapien, die Überlebenschancen sind hoch. Manchmal hat man fast das Gefühl, es sei alles «halb so tragisch». Wird da nicht vieles schöngeredet?

Dieses Gefühl habe ich auch. Die Prävention hat heute nicht mehr den gleichen Stellenwert wie in den 80er­ und 90er­Jahren, und von vielen wird die Krankheit zu wenig ernst genommen. Am schlimmsten finde ich es, wenn Leute sagen, sie möchten gerne prophylaktisch ein Aids­-Medikament, damit sie ungeschützt Sex haben können. In der Gesellschaft schauen mittlerweile viele weg oder befassen sich gar nicht erst mit dem Thema. Weil sie denken: «Es gibt ja Medikamente, Aidskranke können gleich alt werden wie die Gesunden, die meisten sind ja nicht einmal mehr infektiös.» Dabei ist ihnen gar nicht bewusst, was es heisst, diese Medikamente zu nehmen: In meinem Körper wurden zum Bei­ spiel alle Fettzellen zerstört von den Aids-Medikamenten der ersten Generation, auch mein Darm und mein Magen sind total kaputt. Kommt hinzu, dass der Körper im Schnitt acht­ mal schneller altert, wenn man Aids hat. Die Ärzte sagen, ich hätte ein Rückgrat wie ein 100­Jähriger und ein Becken wie ein 80­Jähriger. Ich sehe das nicht so drastisch, schliesslich geht es mir heute wesentlich besser als noch vor zehn Jahren.

Du selber leistest auch Aufklärungsarbeit, meist in Schulklassen der Oberstufe, koordiniert von der Fachstelle für Aids­ und Sexualfragen. Wie erlebst du die Jugendlichen?

Entweder sie strahlen mich an oder sie sind mucksmäuschenstill, wenn ich komme. Oder sie siezen mich, was ich gar nicht mag. Dann mache ich einen Witz und schon ist das Eis gebrochen.

Wovon erzählst du ihnen in dieser Doppelstunde?


Von meinem Leben und von meiner Vergangenheit. Aber ich versuche immer positiv zu sein. In den letzten 30 Minuten lege ich jeweils noch ein paar Folien mit Zahlen und Statistiken auf.

Was ist denn das Ziel deiner Aidsprävention? Die Jungen zu sensibilisieren?

Das auch, aber vor allem will ich, dass sie bewusster leben. Dabei geht es nicht nur um das Körperliche, sondern auch um andere Lebensaspekte. Am wichtigsten ist mir, dass sie lernen, die Dinge stets zu hinterfragen und ihren Kopf einzuschalten – egal, worum es geht.

Heute stecken sich ja nur noch die wenigsten auf der Gasse an, viel öfter passiert es beim Sex. Ist dein Lebensweg überhaupt noch «repräsentativ» für die Aids-­Betroffenen?

Nicht wirklich, aber ich kläre die Klassen natürlich auf über die verschiedenen Ansteckungsmöglichkeiten. Schweizweit sind es gerademal noch zwei bis drei Personen, die sich noch mit der Nadel anstecken.

Was gibt dir die Arbeit mit den Schulklassen?


Extrem viel! Etwas vom Schönsten ist, wenn ich nach meinem Besuch Facebook­-Nachrichten bekomme von Schülern. Ich erlaube ihnen das ausdrücklich, weil es immer wieder vorkommt, dass mir jemand im Nachhinein eine vertrauliche Frage stellen will. Kürzlich habe ich zum Bei­ spiel folgende Nachricht erhalten: «Grüezi, ich bin der B. von der 13b. Ich wollte mich nochmals bedanken und dir sagen, dass ich grossen Respekt vor deiner Freude am Leben habe. Ich musste mich zusammenreissen, dass ich nicht weine, als du von deiner Kindheit erzählt hast, denn ich habe Ähnliches erlebt und eine Zeit lang auch keine Freude am Leben gehabt. Du hast mir heute gezeigt, dass man es schaffen kann, wenn man will und daran glaubt.»

Dieses Interview erschien zuerst auf dem Blog der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen.
ahsga.ch

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Sehn­sucht nach Frei­heit

Das Thur­gau­er Pop-Phä­no­men Noe­mi Be­za ver­öf­fent­licht An­fang Ju­ni ih­re neue EP. You’ll Find Me The­re ver­eint Coun­try-Vi­bes mit ast­rei­nem Pop – was man ein we­nig ver­misst, sind Ecken und Kan­ten.

Von  Jeremias Heppeler
1 Pressefoto Noemi Beza Youll Find Me There

Kolumne: Stimmrecht im Juni

Back to the Fu­ture

Von  Liliia Matviiv

Ausstellung in Herisau

70 Jah­re und 70 Pup­pen

Von  Vera Zatti
70 Jahre SG Ausstellung

«Gros­ses Lob für die­sen Kel­ler»

Nach 22 Jah­ren gibt Mat­thi­as Pe­ter die Lei­tung der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne ab. Vom Raum ist er nach wie vor be­geis­tert. Aber dem Ka­ba­rett ging es auch schon bes­ser, er­zählt er im Ge­spräch.

Von  Peter Surber
2606 Redeplatz Matthias Peter

Für ei­nen Mo­ment be­rührt

Die Thur­gau­er Künst­le­rin Mi­cha Stuhl­mann be­fasst sich in ih­rem neu­en Pro­jekt mit dem Da­sein im Mo­ment. Am 7. Ju­ni fin­det da­zu ein Work­shop in St.Gal­len statt und am 26. Ju­ni zeigt sie mit ih­rem En­sem­ble die fi­na­le Per­for­mance in Kreuz­lin­gen. 

Von  Vera Zatti
Martin Schweingruber DA SEIN Vorpremiere 20260509 tgkultur 31 von 49

Mu­si­ka­li­sches Fest zum 150.

Die Ton­hal­le Wil wur­de 1876 er­öff­net. Seit­her be­rei­chert sie prak­tisch un­un­ter­bro­chen das kul­tu­rel­le Le­ben der Äb­te­stadt. An den kom­men­den zwei Wo­chen­en­den wird ge­fei­ert.

Von  Roman Hertler
DSC2639

Lau­te Ein­sam­keit

Jo­nas Ul­rich taucht mit sei­nem ers­ten Spiel­film in die Black-Me­tal-Welt ab. Wol­ves ist ei­ne bild­star­ke Ge­schich­te über Ein­sam­keit und das Da­zu­ge­hö­ren, vol­ler Ge­gen­sät­ze und mit et­was holp­ri­gen Dia­lo­gen.

Von  Daria Frick
001 wolves

Das Ge­dächt­nis der Zu­kunft

St.Gal­len be­wahrt nicht mehr nur 1000-jäh­ri­ge Hand­schrif­ten. Mit dem In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land ent­steht hier ein Ar­chiv für Web­sei­ten, künst­li­che In­tel­li­genz und das di­gi­ta­le Ge­dächt­nis der Zu­kunft.

Von  Philipp Bürkler
2606 Internet Archive 01
Heftvorschau 06/26
archive.org, Generalverdacht, 80er-Aufbruch

Mit In­ter­net Ar­chi­ve Switz­er­land ent­steht in St.Gal­len ein Ab­le­ger des gröss­ten Ar­chivs für Web­si­ten und Künst­li­che In­tel­li­genz welt­weit. Aus­ser­dem im Ju­ni­heft: Män­ner un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht, das gros­se St.Gal­ler 80er-Buch, das Ab­schieds­in­ter­view mit dem lang­jäh­ri­gen Kel­ler­büh­nen­chef und die Fla­schen­post aus Ve­ne­dig.

Saiten 2606 01 Cover

«Han­deln wi­der bes­se­res Wis­sen ist wie­der po­pu­lär»

Der WWF St.Gal­len wird 50 Jah­re alt. Sein Ge­schäfts­lei­ter Lu­kas In­der­maur zieht bei der Be­ur­tei­lung der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on von Na­tur und Um­welt ei­ne durch­zo­ge­ne Bi­lanz.

Von  Reto Voneschen
2605 Redeplatz Lukas Indermaur

Freu­de am Ma­chen

«Urs Frei. A – Z» im Kunst­mu­se­um St. Gal­len ist die ers­te Re­tro­spek­ti­ve zum aus­ser­or­dent­li­chen Schaf­fen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Ar­bei­ten ge­ben Ein­blick in ein Werk, das kaum zu fas­sen ist. Das ge­hört zu sei­ner Qua­li­tät.

Von  Ursula Badrutt
Urs frei online

Ideen für die Zu­kunft

Wie wol­len wir künf­tig le­ben und un­se­re Nah­rungs­mit­tel pro­du­zie­ren? Die Aus­stel­lung «How goes To­mor­row» der Ost­schwei­zer Künst­le­rin Clau­de Büh­ler in der Shed­hal­le in Frau­en­feld sen­si­bi­li­siert für nach­hal­ti­ge Hand­lungs­stra­te­gien. 

Von  Vera Zatti
IMG 9114

Vom Un­glück der Frau, die ihn ge­bo­ren hat

«Das Kind zu­rück­las­sen? Wie kann man so dumm und herz­los sein», schreibt der Schwei­zer Au­tor Lu­kas Bär­fuss über sei­ne Mut­ter, die kei­ne Mut­ter für ihn sein konn­te. In sei­nem neu­en Buch schaut er in die Ver­gan­gen­heit und hat Ver­ständ­nis, nicht für die Mut­ter, aber doch für die­se Frau, die nie Glück und im­mer zu we­nig Geld hat­te.

Von  Sieglinde Wöhrer
Jhqzg1tg 1 1 Stefano de Marchi

Lau­sanne-Ouchy vs. FCSG – St. Gal­len ist end­lich Cup­sie­ger!

Gaal, Gört­ler und Wit­zig schies­sen St. Gal­len zum lang­ersehn­ten Cup­sieg!

Von  SENF Kollektiv
Senf

Bis­se am Bo­den­see­ufer

Die Me­di­ka­men­ten­ver­su­che von Müns­ter­lin­gen als Teil ei­nes Vam­pir-Mu­si­cals? Auf die Idee muss man erst ein­mal kom­men. Die Büh­ne Mam­mern wagt den Ver­such. Ab 29. Mai im Zir­kus­zelt.

Von  Michael Lünstroth
Cast landscape

Zwi­schen Gleis, Ge­gen­wart und Ge­sell­schaft

Die dies­jäh­ri­ge Kul­tur­lands­ge­mein­de fin­det ent­lang der Bahn­li­nie zwi­schen Gos­sau und Was­ser­au­en statt. Es ist ein in­ter­dis­zi­pli­nä­res Ex­pe­ri­m­ent­zwi­schen Kunst, Ge­sell­schaft und Ak­ti­vis­mus. Aus­ser­dem stellt die Kul­tur­lands­ge­mein­de künst­le­risch und or­ga­ni­sa­to­risch die Wei­chen für die Zu­kunft.

Von  Philipp Bürkler
KULA Vorstand Oleksandra Tsapko

Ein Fes­ti­val für Punk­rock

Am Sams­tag fin­det in St.Gal­len erst­mals das Punk­fes­ti­val El Car­tel statt. Es soll da­zu bei­tra­gen, die Sze­ne zu stär­ken. Da­bei fehlt es ge­ra­de in St.Gal­len an Nach­wuchs.

Von  David Gadze
Yellow tales grabepunk

Wy­bora­da: Die fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek der Ost­schweiz

Seit 40 Jah­ren macht die Bi­blio­thek Wy­bora­da in St.Gal­len sicht­bar, was lan­ge fehl­te: Li­te­ra­tur von und über Frau­en. Heu­te sind Au­torin­nen und fe­mi­nis­ti­sche The­men zwar stär­ker prä­sent in der Öf­fent­lich­keit, doch die Re­le­vanz der Bi­blio­thek ist nach wie vor gross.

Von  Marion Loher
2605 Wyborada Laura Tura room

Or­ches­trier­ter An­griff ge­gen ex­ter­nen Auf­klä­rungs­un­ter­richt 

Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on grei­fen SVP und EDU im St.Gal­ler Kan­tons­rat den aus­ser­schu­li­schen Auf­klä­rungs­un­ter­richt an. Und mit Un­ter­stüt­zung des «Leh­rer­netz­werks Schweiz» wol­len El­tern aus Büt­schwil ei­ne Mit­ar­bei­te­rin der Fach­stel­le für Aids- und Se­xu­al­fra­gen vor Ge­richt brin­gen. Da­hin­ter steckt ei­ne or­ches­trier­te Ak­ti­on.

Von  René Hornung
2502 Aufklaerung Badges Inv nr 1300

Brü­cke zwi­schen mu­si­ka­li­scher und sprach­li­cher Tra­di­ti­on

«Die­ci», die ita­lie­ni­sche Zahl für zehn, ist das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Hei­den-Fes­ti­vals. Es ver­weist da­bei nicht nur auf das Ju­bi­lä­um, son­dern auch auf ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Hal­tung.

Von  Lilli Kim Schreiber
Heiden Festival Nicoals Senn Tom Rigney USA