Die Nachricht kam am Freitag morgen um 7 Uhr, und sie hat das Zeug dazu, im Stadtratswahlkampf vor allem die Jungen wachzurütteln. Einen prominenten Alten aber haben die Juso schon einmal auf ihrer Seite: Vadian wählt Andri Bösch. So suggeriert es das mitverschickte Wahlfoto. Der Bürgermeister der einstigen Stadtrepublik und Reformator für den ganz Jungen: Das ist ein generationenübergreifendes Versprechen.
Böschs Kandidatur richtet sich explizit gegen den Kandidaten der CVP, Boris Tschirky. Die Partei habe es versäumt, «eine würdige Nachfolge für Nino Cozzio aufzustellen, die auch sozialen und ökonomischen Anliegen Rechnung trägt», kritisieren die Juso, und einen Kandidaten portiert, der «auch in den Reihen der SVP nicht fehl am Platz wäre. Wir wollen niemanden im Stadtrat, der sich für Rentenalter-Erhöhungen, Sozialabbau, verschärfte Asylpraxis, härtere Einbürgerungsverfahren und gegen Partizipation von Ausländern einsetzt.»
Die Juso-Kandidatur sei das «Gegengewicht auf linker Seite» gegen die bisher bekannten Ambitionen von CVP, SVP, Grünen und Grünliberalen. Bösch sei «eine Stimme für alle, die zu wenig gehört werden – für junge Menschen, sozial benachteiligte, für jene ohne Schweizer Pass und für unsere Zukunft. Denn diese ist es, die gerade von einigen Wenigen verbaut und zerstört wird. Gerade die junge Generation hat viel zu wenig Mitbestimmungsrecht, obwohl es schlussendlich wir sind, welche später mit den heute gefällten Entscheidungen leben müssen.»
Andri Bösch, Jahrgang 1997, studiert im 6. Semester an der Isme (Zweitwegmatura), ist administrativer Sekretär der SP St.Gallen, Präsident der kantonalen Juso und Mitglied der Betriebsgruppe des Jugendraums Talhof.
Die Ersatzwahl für den krankheitshalber zurücktretenden Nino Cozzio (das Saiten-Interview mit ihm hier) findet am 24. September statt. Die CVP versucht mit dem früheren Tourismusdirektor und Gemeindepräsidenten von Gaiserwald, Boris Tschirky ihren einzig noch verbliebenen Sitz im fünfköpfigen Stadtrat zu verteidigen – den zweiten hatte Patrizia Adam 2016 an SP-Frau Maria Pappa verloren. Die SVP tritt mit Stadtparlamentarier Jürg Brunner an, die Grünen mit Ingrid Jacober, die Grünliberalen nominieren am 17. Juli.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
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