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Klanghaus reloaded?

Anfang März versetzte das St.Galler Kantonsparlament dem Klanghaus Toggenburg den Todesstoss, nun soll das Projekt wiederbelebt werden – oder zumindest die Todesursache geklärt werden.
Von  Corinne Riedener
Ein «da capo» für das Klanghaus (Bild: klangwelt.ch)

Es fehlten fünf Stimmen für das qualifizierte Mehr von 61 Ja-Stimmen: Mit 56 Ja, 43 Nein, 6 Enthaltungen und 15 Abwesenden hat das St.Galler Kantonsparlament Anfang März den 19-Millionen-Kredit für das geplante Klanghaus im Obertoggenburg abgelehnt, haarscharf also. Damit wurden 20-Jahre Planung und ungefähr 2,5 Millionen Franken, die der Kanton bereits dafür investiert hatte, eingestampft.

Nun soll das Klanghaus, wie die Staatskanzlei heute mitteilt, noch einmal geprüft werden. Die Regierung «bedauert den Entscheid» des Parlaments und sieht darin «eine verpasste Chance». Darum will sie «das Projekt weiterverfolgen», soll heissen «die Gründe für das Scheitern der Vorlage prüfen». Danach werde über das weitere Vorgehen entschieden.

Nicht «zwängelen»

Konkrete Szenarien gebe es noch nicht, sagt Regierungsrat Martin Klöti auf Anfrage. Man wolle nicht «zwängelen». In einem ersten Schritt gehe es darum, die zahlreichen Feedbacks aus der Bevölkerung, etwa in Form von Mails und Leserbriefen, mit dem Baudepartement, der KlangWelt und der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann zu analysieren und einzuordnen. Gesammelt werden auch die Statements aus den Kommissionen und dem Parlament.

Diese Untersuchung soll klären, wie es zum «Unfall an der Schlussabstimmung» kommen konnte, erklärt Klöti. «Der Rat steht grundsätzlich hinter dem Projekt», ist er überzeugt. «Wir können die jahrelange Vorarbeit nicht wegen ein paar fehlenden Stimmen begraben.» Ob und in welcher Form das Klanghaus-Projekt weitergeführt wird, könne man aber erst nach den Sommerferien sagen – «wenn erste Resultate vorliegen und die neu gewählte Regierung eingespielt ist».

Den Vorwurf, dass er sich persönlich zu wenig für das Klanghaus eingesetzt habe, lässt er nicht gelten. «Ganz im Gegenteil: Ich habe mein Möglichstes gemacht, immerhin habe ich 14 Jahre im Toggenburg gewohnt und bin äusserst gut vernetzt dort.» Allerdings habe er «gezielt nur das gemacht», was seiner Rolle als Regierungsrat entspreche, also Infoveranstaltungen organisiert und Besuche bei der KlangWelt abgestattet, wo er bis letzten Sommer Stiftungsratspräsident war. Dieses Amt habe er bewusst abgegeben, sagt er. Heute ist er Vizepräsident. Das Klanghaus sei kein «Klötiprojekt», wie es im Parlament immer wieder kritisiert worden sei, und er wolle sich damit auch kein «Denkmal» setzen.

Holpriges Ja der GLP

Vorderhand sollen vor allem die Bau- und die Betriebskosten neu überdacht werden. Auch die Erschliessung und die Konzeption seien Thema – was auch die GLP freut, wie sie heute mitteilt, nachdem sie wesentlich am Nein beteiligt gewesen war. Jetzt könne dafür gesorgt werden, dass «das Projekt günstiger und mit einem stärkeren Engagement aus Region und Klangwelten-Umfeld umgesetzt werden könnte». Dies seien, holpert das Communiqué der Grünliberalen, «beides Forderungen, die die GLP konsequent gefordert hatte».

Gut möglich also, dass es dem Klanghaus ähnlich ergeht wie 2013 dem Fischereizentrum. Dieses wurde ebenfalls in der Schlussabstimmung hauchdünn abgelehnt und dann in einem zweiten Anlauf doch noch gutgeheissen.

 

Wie weiter mit dem Klanghaus und der Kultur? Einen Tag vor dem Klanghaus-Nein hat das Parlament auch die kantonalen Kulturausgaben eingefroren. Wie kam es dazu? Fehlt der Kultur eine politische Lobby? Was treibt die Kultursparer von rechts an? Mangelt es an politischem Engagement der Kulturschaffenden?

Auf Einladung von Palace und Saiten diskutieren Katrin Meier, Leiterin des Amts für Kultur, Klanghaus-Initiant Peter Roth, SVP-Fraktionschef Michael Götte und SP-Kantonsrat und Slammer Etrit Hasler. Und ein – hoffentlich – aufgerütteltes Publikum: Dienstag, 22. März, 20.15 Uhr, Erfreuliche Universität, Palace St.Gallen

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Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

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Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

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Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah

Weis­ses Va­ku­um und ei­ne ro­te Kra­wat­te

Ge­sell­schafts­kri­tik, Wir­bel­säu­len und Ge­len­ke, die kei­ne sind. Im Rah­men ei­ner Zwi­schen­nut­zung zei­gen vier Kunst­schaf­fen­de noch bis zum 29. Au­gust ih­re Ar­bei­ten im Ku­bik-Are­al in St. Gal­len.

Von  Vera Zatti
Transluzent Saiten 5

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
Stadtkultur2