Paul Rechsteiner ist gezeichnet – nein, nicht vom doppelten Wahlkampf für den Ständerat, sondern von Kunstschaffenden. Zum Beispiel von der Zeichnerin Lika Nüssli, die das Rechsteiner-Porträt vor den Rolladen der Lattich-Halle am St.Galler Güterbahnhof plaziert hat, wo Bund und Kantone dereinst einen Autobahnanschluss bauen wollen – das Gegenteil einer fortschrittstauglichen Verkehrspolitik, wie sie Rechsteiner vertritt:
Wie man Rechsteiner korrekt zeichnet, hat bereits zuvor der Kabarettist Manuel Stahlberger ein für allemal klar gemacht:
Damit das Kreuz am 17. November auch tatsächlich beim richtigen Namen steht, ist jetzt ein «Kultur-Countdown für Paul Rechsteiner» lanciert worden. Der Aufruf steht unter dem Titel «Für die Kultur, den Austausch, die Zukunft», ab morgen Freitag ist er auf paulrechsteiner.ch online und kann unterzeichnet werden.
Die 15 Erstunterzeichnenden sind: Roman Signer, Künstler; Diana Dengler, Schauspielerin; Felix Lehner, Gründer und Geschäftsführer Kunstgiesserei; Sandra Meier, Leiterin Kinok; Cornel Dora, Stiftsbibliothekar; Franca Mock, Musikerin; Martin Sailer, Zeltainer Unterwasser; Julia Kubik, Autorin; Stahlberger-Band; Patricia Holder und Karin Bühler, Literaturhaus und Bibliothek Wyborada; Mike Sarbach, Musiker und Vorstand Gare de Lion Will; Eva Graf Poznicek, Kulturwoche Staablueme Altstätten; Lika Nüssli, Künstlerin und Rubel Vetsch, Kulturpromotor.
Koordiniert wurde der Aufruf von Angela Kuratli, Co-Präsidentin von Visarte Ost, dem Ausstellungsgestalter Johannes Stieger und Palace-Mitgründer Kaspar Surber. Es gehe darum, zu mobilisieren und «daran zu erinnern, den Wahlzettel auch wirklich einzuwerfen», sagt Angela Kuratli. Bei ihren Anfragen habe sich fast ohne Ausnahme bestätigt, wie hoch geschätzt Rechsteiner in der Kulturszene im ganzen Kanton sei.
Aufbauen konnten die Initianten dabei auf den Erfahrungen früherer Aktionen, zuletzt bei der Protestpetition gegen die Kürzung von Beitragserhöhungen für die St.Galler Kulturhäuser Sitterwerk und Palace Ende 2018. «Es ist ein starkes Fang- und Tragnetz für kulturpolitische Anliegen entstanden», sagt Angela Kuratli. Immer mehr Kulturschaffenden sei klar, dass man sich auch auf politischer Ebene engagieren müsse.
Der «wichtigste Kulturtermin»
«In diesem Herbst finden in der Ostschweiz wieder zahlreiche Konzerte, Lesungen und Ausstellungen statt, Theaterstücke werden aufgeführt und Filme gezeigt. Der wichtigste Termin für die Kultur ist aber der zweite Wahlgang zur Ständeratswahl am 17. November 2019», heisst es im Aufruf.
Paul Rechsteiner habe sich zum einen in Bern konkret für die Kultur stark gemacht, so für die Bundesunterstützung für die St.Galler Stiftsbibliothek oder für ein starkes Urheberrecht. Zum andern wird Rechsteiners Einsatz für den öffentlichen Verkehr betont: Denn Kultur als «Bühne, um neue Vorstellungen der Gesellschaft zu erproben», sei auf Austausch und Begegnungen angewiesen. Und schliesslich gehe es um Werte. Rechsteiner setze sich konsequent für eine gerechtere Gesellschaft ein: «Für Menschen, deren Stimme nicht gehört wird, für Benachteiligte, die wenig Geld haben. Für die soziale Sicherheit von uns allen.»
Der «schlaue Fuchs» Rechsteiner gehöre wieder in den Ständerat, schliesst der Aufruf.
Eine Rede von Jack Stoiker
Mit dem Aufruf wird ein Countdown gestartet: Wie die Initianten mitteilen, kommen in den nächsten Tagen Kulturschaffende auf Facebook mit je einem Statement zu Wort. «Paul Rechsteiner gehört zu denen, die nicht nur vom Kanton St.Gallen reden, sondern sich auch ganz konkret und wirkungsvoll für ihn einsetzen. Das ist gut so, und soll auch so bleiben», sagt etwa Stiftsbibliothekar Cornel Dora in seinem Beitrag. Oder Franca Mock von Velvet Two Stripes: «Ich wähle ihn aus hunderten von Gründen, die könnte ich gar nicht alle aufschreiben.» Zudem hält Jack Stoiker am Sonntag eine kurze Ansprache vor dem Bundeshaus – bereits vor vier Jahren hatte er Rechsteiner im Wahlkampf unterstützt.
Im ersten Wahlgang vom 20. Oktober hatte Paul Rechsteiner 64077 Stimmen erhalten, hinter Beni Würth (70594). Die beiden treten zum zweiten Wahlgang an, ausserdem der Drittplazierte, SVP-Kandidat Roland Rino Büchel (45941). 2015 hatte Rechsteiner ebenfalls im zweiten Wahlgang gegen Thomas Müller gewonnen, 2011 gegen Toni Brunner.
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