Kurzfilme kommen der angesagten Häppchenkultur und dem Hunger nach rasch konsumierbarer Unterhaltung entgegen, im Fall der von der Stiftung Swiss Films veranstalteten Kurzfilmnacht-Tour allerdings ist das Kurzformat nicht gleichbedeutend mit Oberflächlichkeit, sondern mit Vielfalt. Kaleidoskopisch wird hier ein breites Themenspektrum eröffnet, bereits zum zwölften Mal werden Perlen des nationalen und internationalen Kurzfilmschaffens auf den Leinwänden von zwölf Städten zu sehen sein.
Dass im Kurzfilm eine grosse – inhaltlich wie formale – Vielfalt möglich ist, zeigen die vier kuratierten Programmblöcke der Kurzfilmnacht-Tour. Als attraktives Pflichtprogramm fungiert der Block «Swiss Shorts – Neue Kurzfilme aus der Schweiz». International ergänzt wird dieser mit «Western – A Fistful of Shorts Reloaded». Das Programm wurde in Kooperation mit den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur kuratiert und thematisiert auf humorvolle und ironische Weise die klassische Western-Filmsprache und die Darstellung des stereotypen männlichen Helden.
Tumbleweed, Jared Varava, USA, 2011 (Filmstill)
Zwei Themen mit starkem (konsum-)gesellschaftlichem Aktualitätsbezug werden in den Programmblöcken «We Are Family – Es lebe die Regenbogenfamilie!» und «Generation Handy – Eine kurze Geschichte des Telefons» aufgegriffen. In «We Are Family» beleuchten vier Filme die Sorgen und Freuden gleichgeschlechtlicher Paare im Umgang mit eigenen Kindern oder dem übermächtigen Wunsch nach solchen.
Grenzüberschreitend im doppeldeutigen Sinn ist der mehrfache Festivalgewinner Hatch (Christoph Kuschnig, Österreich 2012). Er zeigt die aussichtslose Lage eines illegalen Einwandererpaars in Wien: Existenznöte treiben die beiden dazu, ihr Baby abzugeben, während sich ein schwules Paar nichts sehnlicher wünscht als Nachwuchs. Zwei Welten prallen eines Nachts aufeinander, in der grossen Kluft zwischen Normen, Illegalität und Gefühlen: ein Neugeborenes.
Mit Aspekten neuer Kommunikationsformen befasst sich der Programmblock «Generation Handy – Eine kurze Geschichte des Telefons». Die ausgewählten Kurzfilme beleuchten kritisch und gleichzeitig unterhaltend, zu was uns das Mobiltelefon in der kurzen Zeit seiner Existenz gemacht hat. Herrlich absurd etwa in Kwiz von René Callebaut (Belgien 2006), wo sich zwei Seniorinnen im Wartezimmer im Erraten von Klingeltönen duellieren.
Auch in gewisser Weise absurd, jedoch beklemmender, ist Noah (Patrick Cederberg, Walter Woodman, Kanada 2013), eine verkappte Verhaltensstudie von jungen Erwachsenen im digitalen Zeitalter. Während wir mit Noah durch die Welt des Web 2.0 navigieren, verschlechtert sich der Beziehungsstatus zu seiner Freundin rapide. Die Realität dringt durch die Ritzen der Chatfenster, Fake und Authentizität lassen sich nicht auseinanderhalten. Stilistisch gehen die zwei jungen Regisseure neue Wege: Mit geringstem technischen Aufwand und dem reinen Abfilmen eines Computer-Screens schaffen sie es, starke Emotionen zu erzeugen. Produziert mit einem Budget von 300 Dollar und Webcams in zwei Räumen, feiert der Film international grosse Erfolge.
Spezialprogramm in St.Gallen
Zurück in die Ostschweiz: Im Rahmen der Tour wird mit dem Programm «Made in St.Gallen» auch dem hiesigen Kurzfilmschaffen eine Plattform geboten. Zum Beispiel dem 29-jährigen St.Galler Filmemacher Nino Christen und seinem diesjährig erschienenen Kurzfilm L’Île noire: Während gut sechs Minuten wird in eindringlicher Schwarz-Weiss-Ästhetik der widersprüchliche Kampf des Menschen mit der Natur ge- zeigt. Eine Art visuelles Gegenstück dazu ist der kunterbunte Animationsfilm Pappkameraden (Stefan Bischoff, Stephan Wicki, 2013). «Made in St.Gallen» sowie das Programm «Swiss Shorts» wird anlässlich sogenannter «Kurzfilm Soirées» auch in Wil, Wattwil und Heerbrugg gezeigt; im Anschluss an die Vorstellungen bieten Gespräche mit den Filmschaffenden Einblick in das Schaffen der regionalen Film-Szene.
Kurzfilmnacht St.Gallen: Freitag, 16. und Samstag, 17. Mai, Kino Storchen, 20.15 Uhr. Soirée Wattwil: Freitag, 23. Mai, 20.15 Uhr, Kino Passarelle
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.