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«Neuer Pavillon ist wichtiger als attraktiver Markt»

Die Marktfahrer:innen sind enttäuscht über den Entscheid des St.Galler Stadtrats, im Zuge der Neugestaltung des Marktplatzes an einem Pavillon für den ständigen Markt festzuhalten. Nach jahrlangen Diskussionen wollen sie nicht mehr dagagen ankämpfen. Die Zukunft des ständigen Markts stellen sie jedoch infrage.
Von  Reto Voneschen
Die mobilen Stände am St.Galler Marktplatz werden im Zuge der Neugestaltung durch einen Pavillon ersetzt. (Bilder: Reto Voneschen)

Bei den Vertreter:innen des ständigen Marktes kommt nach dem Entscheid des Stadtrats keine grosse Freude darüber auf, dass für sie auf dem «neuen» St.Galler Marktplatz ein Pavillon entstehen soll. Im Gegenteil: Bei Marktsprecher Peter Wetli ist die Enttäuschung sehr gross. Die Stadt setze damit einfach ihre ursprünglichen Pläne in leicht verkleinerter Form um. Alle Inputs aus der Marktpraxis seien schlicht ignoriert worden.

Überrascht hat Wetli der Entscheid der Stadtregierung nicht: Den Marktfahrer:innen sei es mit ihrem «Projekt Ost» darum gegangen, mit vernünftigem Kostenaufwand einen möglichst trendigen, zum Flanieren und Begegnen einladenden Markt zu schaffen. Den Verantwortlichen der Stadt gehe es im Gegenzug darum, ein neues Gebäude zu realisieren. Es sei für ihn absolut keine Überraschung, dass man sich bei dieser Ausgangslage nicht gefunden habe, sagt Wetli.

Höhe der Standmieten noch unbekannt

Opposition gegen den Pavillonentscheid wird der Verein «Marktfrisch St.Gallen» aber nicht mehr machen. Für die Vertretung von Marktfahrer:innen sei die Sache erledigt. Man habe mit viel Herzblut und in vielen ehrenamtliche Arbeitsstunden versucht, sich bei der Stadt einzubringen. Dass man nicht gehört worden sei, sei eine grosse Enttäuschung. Die Verantwortung für die Folgen des Pavillonentscheids trage jetzt aber die Stadtregierung ganz alleine, betont Peter Wetli.

Peter Wetli, Sprecher der Marktfahrer:innen

Für den Marktfahrer ist offen, ob die Pavillonlösung für den ständigen Markt funktionieren wird: «Wenn alle Rahmenbedingungen bekannt sind, muss jede Märktlerin und jeder Märktler selber entscheiden, ob die Rechnung für sie oder ihn aufgeht.» Nicht zuletzt wird das von der Höhe der Standmieten abhängen. Dass diese ein Mehrfaches der heutigen, sehr tiefen Mieten ausmachen werden, ist klar. Was das in Franken und Rappen heissen wird, ist gemäss Stadtrat Markus Buschor eine der Fragen, auf die die Stadt noch eine Antwort liefern muss.

Im schlimmsten Fall nur Fastfood

Der Verein «Marktfrisch St.Gallen» will sich jetzt aufs Marktprovisorium während der zweijährigen Bauzeit für die Umgestaltung von Marktplatz und Bohl konzentrieren. Peter Wetli verspricht: «Wir werden uns gegenüber der Stadt einbringen, damit diese für den Markt mit Sicherheit nicht einfache Phase gut klappt.» Wie es nach der Umgestaltung im neuen Marktpavillon weitergehen wird, ist für ihn offen: «Im schlimmsten Fall gibt’s darin nur Fastfood-Angebote. Auch wenn das nicht wirklich dem Willen des Stimmvolks und der Meinung der Marktkundschaft entspricht.»

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