Auf der Landwirtschaftsbühne wird in düsterer Kulisse gespielt. Die Bauern haben eine Heidenangst vor der Öffnung der internationalen Agrarmärkte und fordern deshalb die Beibehaltung des Grenzschutzes. Auch die anstehende Neuformulierung des Artikels 102 in der Bundesverfassung über die Landesversorgung macht ihnen Bauchschmerzen. Sie fürchten, dass ihr Anteil an der Nahrungsmittelversorgung wegschmilzt. Zudem lamentieren sie über zu viel Bürokratie in der Nahrungsmittelproduktion.
In einer Rekordzeit von nur drei Monaten hat der Schweizer Bauernverband (SBV) 150.000 Unterschriften für seine Ernährungssicherheits-Initiative gesammelt. Der Bundesrat lehnte das Volksbegehren ab und zog gar einen Gegenentwurf wieder zurück, nachdem er ihn bereits in die Vernehmlassung geschickt hatte. Auch Bio Suisse sagte nein zum Bauernbegehren – dem Dachverband der Biobetriebe ist die Initiative zu wenig konkret. Es fehlten ein Gentech-Verbot und griffige Qualitätsstrategien, heisst es in der Kritik der Bioproduzenten.
Eingeflogen für ein Déjà-vu
Johann Schneider-Ammann hat seine Abreise nach Peru extra um ein paar Stunden verschoben, wie er an der heutigen Olma-Eröffnung erklärte. Damit er an der Landwirtschaftsmesse den Bundesrat vertreten könne.
So wurde er also über Altenrhein eingeflogen – um ein paar Déjà-vus der Schweizer Landwirtschaftspolitik auf der St.Galler Stadttheater-Bühne zu präsentieren: die Formel, dass Direktzahlungen an die Bauern Leistungsabgeltungen seien etwa. Und dass er mit seiner Landwirtschaftspolitik «Ordnung im Stall» wolle.
Der Magistrat bezeichnete die Ernährungssicherheit und das Volksbegehren des SBV als «heikle Themen», ging aber nicht näher darauf ein. «Die Bauern-Initiative wird eine wichtige Diskussion auslösen», sagte Tierarzt-Sohn Schneider-Ammann. «Ich will sie hier an der Olma aber nicht anzetteln.»
Was der Bundesrat mit dem landwirtschaftlichen Reformpaket 2014-2017 anstrebt und wahrscheinlich mit der zweiten, noch nicht verabschiedeten Auflage 2018-2021 fortsetzen will, ist eine produzierende Landwirtschaft, die hochwertige Produkte herstellt und sich den Märkten öffnet. «Ich will eine Landwirtschaft, die zukunftsorientiert und von einem unternehmerischen Geist geprägt ist», sagte der Landwirtschaftsminister.
SP-Mann will Verschnaufpause für Bauern – Bundesrat schweigt dazu
Genau in diesen Kontext passt eine ungewohnte Motion im Nationalrat, die einen Verzicht auf die Agrarreform 2018-2021 fordert: Die Bauern sollten ihre finanzielle Unterstützung vom Staat einmal ohne Gesetzesrevision erhalten.
Diese Verschnaufpause will ihnen ein Linker gönnen: der Basler SP-Politiker Beat Jans.Unterstützt wird der Vorstoss von den Grünen, Grünliberalen, der CVP und der BDP. Namentlich befürworten die Parteipräsidenten der CVP, Christophe Darbellay, und der BDP, Martin Landolt, die Motion.
Noch hat der SBV aber Vorbehalte. Der Bundesrat hingegen lehnt den Vorstoss ab. Er will das Direktzahlungssystem in der Landwirtschaft bis 2021 konsolidieren. Bauernvertreter meinten auf dem Rundgang durch die Herbstmesse, dass sie schon ein paar Worte des Landwirtschaftsministers zu diesem Thema erwartet hätten.
Eine benzinbetriebene Glühbirne? Ein robustes Schnapsglas? Oder ein Katzenhalsband, das die Raubtiere vom Vögelfangen abhalten soll? Im Historischen Museum Thurgau schlummern einige Gegenstände, deren Funktion auf den ersten Blick nicht ganz klar ist. Thomas Götz, Martina Hügi und Stefan Keller mussten diese am Icon Poet herausfinden.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
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Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
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Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
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In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht