Lust auf Alternativen zum kapitalismusdurchdrungenen (US-Serien-)Junkfood? Die Website sovietmoviesonline.com macht die hierzulande kaum beachtete Vielfalt sowjetischer und russischer Filmkunst zugänglich – moderat kostenpflichtig, erfrischend «anders»!
Alle Filme in russischer Sprache mit englischen Untertiteln. Zar*innenzeit, Revolution, Kriege, postsowjetischer Kapitalismus: Gesellschaftsformen und Lebenswirklichkeiten, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten – hier ein chronologischer Vorschlag.
The Republic SHKID (1966) spielt im Petrograd der 1920er-Jahre. Vier Millionen obdachlose Kinder waren damals in der russischen Sowjetrepublik auf sich gestellt, sie wurden vom Geheimdienst («Tscheka») gefangen genommen und, wenn nicht ins Gefängnis oder in Lager, dann in Internate geschickt.
Was vom Rektor einer solchen Schule als Umerziehungsprogramm gedacht war, mündet in eine Art Mini-Revolution der Unterdrückten inklusive Solidarität der Erwachsenen.
Zeitsprung, 1970er-Jahre: Der Zweiteiler Irony of Fate, or Enjoy your Bath gilt bis heute als DER Kultfilm zum Neujahrsfest. Eine locker-leichte Liebeskomödie inklusive satirischem Blick auf die sowjetische Plattenbau-Wohnpolitik.
Ein weiterer Klassiker: Brother. Zusammenbruch der Sowjetunion, freies und rohes Spiel der Kräfte, Schauplatz ist das St.Petersburg der 1990er-Jahre. Kult: die Filmmusik und die in den Film eingebundenen Bands (z.B. Nautilus Pompilius, Bi-2).
Zeitgenössisch und unbedingt sehenswert sind die Filme von Andrey Zvyagintsev (einige liefen bereits im Kinok). Sie thematisieren auf stille, zugleich nachhaltig-eindringliche Weise Verwerfungen des postsowjetischen Kapitalismus, so zum Beispiel The Return (2003) oder Elena (2011).
Dieser Tipp erschien im Aprilheft von Saiten.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater