Seit ein paar Wochen, seit der letzten oder vorletzten Traumaepisode, höre ich stets die gleiche Musik. Zuerst wars einfach das immergleiche Genre, Video-Game-Soundtracks, wieso auch immer. Eine Woche später dann noch der Soundtrack aus dem immergleichen Videospiel. Final Fantasy IX, love it. Und seit ein paar Tagen nun noch der immergleiche Song. «Song» ist vielleicht nicht ganz passend, also eher: Ich höre nur noch die gleiche zehnsekündige Melodie, gefolgt von einer zehnsekündigen Variation davon, dann zehn Sekunden nur die Begleitung und dann wieder von vorne.
Village of Dali heisst das Stück und auf dem offiziellen Soundtrack dauert es knapp zweieinhalb Minuten. Total im Zeitgeist, Popsongs werden ja seit Jahrzehnten kürzer und kürzer, weil im Internet häufig nach Plays ausgezahlt wird und je kürzer der Song, desto eher klickt man vielleicht auf Repeat. Die ersten Tage hab ich das auch gemacht, zehn oder hundert Mal hab ich den Song gehört, bis ich auf YouTube einen elfstündigen Loop gefunden habe. Ein totaler Banger, gleich nochmals von vorne.
Durchgehend die immergleiche Melodie auf Loop im Hintergrund zu hören, gehört für mich zu den Dingen, bei denen ich mich frage, ob das normal ist, also: ob das die anderen auch machen. Nach ein bisschen rumfragen zeigt sich: Das machen fast nur die mit irgendwelchen Diagnosen. Es gibt auch kaum spezifische Literatur dazu, dafür dutzende Threads in Foren für Traumafolgestörungen, Autismus, ADHD und so weiter. «Does anyone else listen to the same song on repeat for weeks?» und darunter hunderte Kommentare: «lol same» und dann noch der Song dazu, Imagine Dragons, Johann Pachelbel, CHVRCHES. Everything goes, ganz so, als ob das gar nichts mit der Musik an sich zu tun hätte, sondern nur irgendeine Form von zwanghaftem Verhalten sei.
Ein möglicher Grund dafür: Immer den gleichen Song zu hören, schützt vor Überraschungen. Oder, mit reaktionärkonservativem Vibe gesagt: Da weiss man, was man hat. Natürlich hilft es bei Traumafolgestörungen, wenn alles ein bisschen erwartbarer ist. Aber wenn rechtsextreme Parteien angeblich total unerwartet Wahlen gewinnen, wenn jährlich Jahrhundertunwetter und alle zehn Jahre ein Jahrtausendunwetter stattfindet, wenn da und dort Kriege ausbrechen und abwechselnd Bombendrohungen oder der Klimawandel Zugstrecken lahmlegen, dann ist ein wenig Konstanz vielleicht für alle eine gute Idee.
Deshalb, bevor du zwischen neuen Releases nach was suchst, das ein bisschen beruhigen würde, something that will fix you – versuchs mal mit Village of Dali. Und bleib dran, ab Stunde drei wird der Track erst so richtig gut.
Seit zehn Jahren gibt es die Residency in der Bibliothek Andreas Züst im Alpenhof, diesem so schwer zu fassenden Ort in Innerrhoden. Der runde Geburtstag wird nun mit einem vielfältigen Festival gefeiert.
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In der Ausstellung «Smile maniacally we’re alive» verbindet Jala Wahid scheinbar getrennte Welten. Sie schlägt darin eine Brücke zwischen Erinnerung, Emotion, Wissenschaft und Politik.
Die erneuten Sparvorschläge der St.Galler Regierung stossen auf breite Ablehnung. Die Kulturszene solidarisiert sich gegen die Abbaupläne. Die Kulturlobby hat sich in Stellung gebracht. Obs hilft?
Kunstausstellung
Eigentlich wollte Zsuzsanna Gahse keine Bücher mehr schreiben. Nun hat sie mit Angerichtet ihr Werk doch noch einmal erweitert. Ihre Sprache darin bleibt neugierig, humorvoll und spielerisch. Und wirkt fast wie ein Kommentar zum eigenen literarischen Schaffen.
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Jakob Stutz, Volksschriftsteller und Reformpädagoge mit «zwiespältigem» Charakter: Ihn lässt Ex-Kellerbühnenleiter Matthias Peter 150 Jahre nach seinem Tod noch einmal aufleben – unter anderem in Trogen, wo Stutz im Gefängnis sass.
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Zumthor plant in Wildhaus
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Während Zürich und Genf geraubte Benin-Bronzen zurückgeben, laviert das Kulturmuseum St.Gallen. Derweil untersucht der Thurgau seine ethnografische Sammlung und schliess Restitutionen nicht aus. Ausserdem im Novemberheft: Der solidarische Protest der St.Galler Kulturszene gegen die Sparpläne des Kantons, die neue Ausstellung zum Zehnjährigen im Naturmuseum St.Gallen, das erste elektronische Soloalbum von Kafi-D und vieles mehr.
Seit einigen Jahren sind Benin-Bronzen in Schweizer Museen ein heisses Eisen. Im St.Galler Kulturmuseum laviert man bei der Frage einer möglichen Rückgabe zwischen Dialogbereitschaft und Verweigerungshaltung.
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In St.Gallen hat am Samstag zum ersten Mal ein emanzipatorisch-antifaschistisch-queerfeministisches Kampfsportturnier stattgefunden. Wie das aussieht? Schon ziemlich brutal, aber dann auch wieder herzlich.
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