Kategorie
Autor:innen
Jahr

Rheintaler Container für den Bahnhof Nord

Am «Tisch hinter den Gleisen» wurde die Forderung nach konkreten Aktionen für das Areal beim St.Galler Hauptbahnhof laut. Und ein Samichlaus-Verein aus dem Rheintal liess eine gute Idee aus dem Sack.
Von  Urs-Peter Zwingli

Ist der Hype tot? Gerade mal 20 Nasen waren inklusive Organisatoren am Mittwoch an den dritten «Tisch hinter den Gleisen» gekommen. Dennoch wurde daraus der interessanteste Abend der bisher dreiteiligen Tisch-Serie.

Die Versuchsanordnung lautete diesmal: Wer will, darf eine Idee vorstellen, die er oder sie für das Areal Bahnhof Nord hat – und bekommt dafür fünf Minuten.

Aufhorchen liess die Idee von zwei Vertretern der Klausgesellschaft St.Margrethen (ja, wirklich!): Im Rheintaler Dorf entstand nämlich 2013 der «Pavillon im Park»: Drei Frachtcontainer wurden von den Samichlaus-Leuten günstig gekauft und in Fronarbeit ausgebaut. Jetzt stehen die Pavillons jeweils von November bis und mit Januar im St. Margrether Dorfzentrum. Darin finden jeweils einen Monat lang Veranstaltungen unter den Titeln «Tradition», «Handwerk» und «Kultur» statt (eine Impression davon zeigt das Titelbild).

Die Ostschweiz vernetzen

Der Klausgesellschaft-Vertreter und Rheintaler Architekt Roger Graf wusste die Container-Idee den St.Gallern schmackhaft zu machen. «Der Pavillon im Park könnte auf Reisen gehen und die Ostschweiz vernetzen.» Der Transport nach St.Gallen wäre günstig und schnell zu haben, Platz hätte es laut Graf im Umfeld der Lokremise.

Auch ein Mehrgenerationen-Haus, das das Spanische Klubhaus in einen Neubau integrieren würde, wurde vorgestellt. Und der Quartierverein Rosenberg formulierte mit Präsident und Architekt Martin Schregenberger nochmals seine Kritik am Jetzt-Zustand: Die Rosenbergstrasse als reine Umfahrungsstrasse, die von der FHS-Fassade grob begrenzt wird, sei ein Unort, an dem niemand verweilen wolle – etwas, das für das ganze Areal gelte.

«Wir wollen mehr Leute am Bahnhof Nord», formulierte Schregenberger den Grundanspruch. Dass auf die nächsten 20 Jahre ein Parkplatz schnelleres Handeln unmöglich macht, deutete er positiv um: «So beginnt man vielleicht endlich, den Ort nicht nur als Baulandreserve, sondern als städtischen Platz zu sehen.» Und: Was bereits funktioniert, solle erhalten bleiben. Klar, worauf Schregenberger abzielte: auf das Klubhaus.

«Positiver Lärm»

Wobei sich die Diskussionen bei weitem nicht auf das Klubhaus beschränkten: Gefragt und gesucht wird von der Runde vielmehr eine Vision für das Areal Bahnhof Nord. SP-Stadtparlamentarier Gallus Hufenus warf ein, dass der Tisch hinter den Gleisen zwar löblich sei, jedoch kaum wahrgenommen werde und sich in Träumereien verliere. Und breite Wahrnehmung brauche es, damit sich mehr Leute für den Bahnhof Nord und dessen Gestaltung interessierten. «Was wir jetzt brauchen, ist Lärm, aber positiven.» Hufenus bringt als langjähriger Stadtpolitiker und  Kämpfer für den Erhalt der Villa Wiesental Erfahrung mit.

Einig war sich die Runde nach einer teils hitzigen Diskussion: Der «positive Lärm» soll darin bestehen, dass das Areal schrittweise belebt wird. Erste Pläne wurden geschmiedet. Man darf gespannt sein, was sich daraus entwickelt.

Und auch aufgetischt wird weiter: In der nächsten Veranstaltung soll unter anderem über Urban Gardening geredet werden – im Sinne einer Erweiterung der Ideenbühne. Mehr dazu und aktuelle Daten finden sich (wahrscheinlich) demnächst auf dem Tisch-Blog.

 

 

 

Jetzt mitreden: 2 Kommentare
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.
Frederik Miller,  

Sehr guter Artikel!

“Rheintaler Container für den Bahnhof Nord” | Tisch hinter den Gleisen,  

… Weiterlesen auf saiten.ch …

Mit 1000 Um­dre­hun­gen durch den All­tags­irr­sinn

Das muss­te ja so kom­men! Es konn­te nicht bei ei­nem blei­ben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zwei­te gros­se, schwe­re Psy­cho­buch von Be­ni Bi­schof. Dar­in ver­wir­belt der Künst­ler er­neut Ei­ge­nes, Frem­des, Be­fremd­li­ches, Be­kann­tes, Neu­es, Un­kennt­li­ches mit lo­cke­rer Hand, Hu­mor und Hin­ter­sinn.

Von  Kristin Schmidt
2606 Psychobuch 2

Auf­he­ben, ver­kau­fen oder zer­stö­ren?

Die Son­der­aus­stel­lung «Bau­stel­le Er­in­ne­rung / ‹Hit­ler ent­sor­gen› – Ar­bei­ten am be­las­te­ten Er­be» im Vor­arl­berg Mu­se­um in Bre­genz be­schäf­tigt sich da­mit, wie ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit Ge­gen­stän­den aus der NS-Ver­gan­gen­heit aus­se­hen kann. Aus­ser­dem be­rät das Mu­se­um Pri­vat­per­so­nen, die sol­che Ge­gen­stän­de be­sit­zen.

Von  Sieglinde Wöhrer
S0 A2501 Ausstellung Baustelle Erinnerung Foto Petra Rainer 1

Ge­trennt ge­mein­sam und mit gu­ter Aus­sicht

For­rer Stie­ger Ar­chi­tek­ten ge­lingt mit dem Drei­fach­kin­der­gar­ten und der Ta­ges­be­treu­ung im Hei­lig­kreuz­quar­tier in St.Gal­len die Qua­dra­tur des Krei­ses.

Von  Ursula Badrutt
01 260504 GBO2602 0101 MAX web

Should I Stay or Should I go

Es geht um uns Men­schen und un­ser son­der­ba­res und ver­hee­ren­des Ver­hal­ten. «Hu­mans» heisst die gros­se Ein­zel­aus­stel­lung des Ost­schwei­zer Künst­lers Olaf Breu­ning. Vie­le Ar­bei­ten sind spe­zi­ell für die Schau im Mu­se­um Al­ler­hei­li­gen in Schaff­hau­sen ent­stan­den. 

Von  Ursula Badrutt
2025 06 02 Ausstellungsaufnahmen 14

25 Jah­re Rock am Wei­er

In Wil fand am Wo­chen­en­de das Rock am Wei­er statt. Seit 25 Jah­ren gibt es das Fes­ti­val, und trotz in­zwi­schen grös­se­rer Na­men ist es im­mer noch kos­ten­los. Ein Ver­ein or­ga­ni­siert es nicht-pro­fit­ori­en­tiert und för­dert re­gio­na­le Acts. Un­se­re Au­torin ist an den Ort ih­rer mu­si­ka­li­schen So­zia­li­sa­ti­on zu­rück­ge­kehrt. Ei­ne Re­por­ta­ge. 

Von  Elisa Faes
Rock am weier elisa faes 1

Kolumne: 24/7 Traumacore

Spring Is Co­ming Wi­th A 425mg Pas­si­ons­blu­men-Dra­gée In The Mouth

Von  Mia Nägeli

Ausstellung im Museum Rosenegg

Fri­sches Wis­sen fürs Mu­se­um

Von  Vera Zatti
Uu Kirchenfenster

Kabarett in Herisau

Apo­ka­lyp­se ist auch nicht al­les

Von  Vera Zatti
P1200733 x jpg

«Es geht dar­um, sich sei­ner Pri­vi­le­gi­en be­wusst zu sein»

De­bat­ten um Ma­chis­mus, Deepf­ake-Por­nos, häus­li­che Ge­walt und Fe­mi­zi­de sind bei­na­he all­täg­lich. Was kön­nen Män­ner ge­ra­de tun, wenn sie un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­ra­ten? Frau­en­haus­lei­te­rin Kat­ja Häm­mer­li Kel­ler, Flo­rance Hil­de­brand vom fe­mi­nis­ti­schen Streik­kol­lek­tiv Thur­gau und Ma­nu­el Ben­ja­min Leh­mann vom Fo­rum Mann dis­ku­tie­ren Lö­sungs­an­sät­ze.

Von  Daria Frick , Bilder:  Lea Le
Bildschirmfoto 2026 06 11 um 12 25 26

Kommentar zur SVP-Chaosinitiative

Aus­län­der:in­nen sind nicht nach­hal­tig

Von  Christoph Keller
Nachhaltigkeitsinitiative

30 Jah­re Ar­chi­tek­tur­ver­mitt­lung

Das AFO, das Ar­chi­tek­tur Fo­rum Ost­schweiz, dis­ku­tiert und ver­mit­telt seit 30 Jah­ren Bau­kul­tur. Am kom­men­den Frei­tag wird das Ju­bi­lä­um ge­fei­ert und die neus­te Ar­ti­kel­se­rie der gu­ten Bau­ten als Buch prä­sen­tiert.

Von  René Hornung
2511 Gutes Bauen 1 Ladina Bischof

Im zwei­ten An­lauf: Kan­tons­rat sagt Ja zu Mi­na­sa 

Mi­na­sa be­kommt al­so doch Geld aus dem Lot­te­rie­fonds: Der Kan­tons­rat hat dem von Sai­ten und Thur­gau­kul­tur.ch auf­ge­bau­ten Pro­jekt, das den gröss­ten Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Ost­schweiz er­mög­licht, die Fi­nan­zie­rung für drei wei­te­re Jah­re ge­si­chert.

Von  David Gadze
Kantonsrat Sommersession 2026 Benjamin Manser St Galler Tagblatt

«Wer hält uns da­von ab, frei zu sein?»

In­na Shev­chen­ko fragt im Do­ku­men­tar­film Girls and Gods, ob die mo­no­the­is­ti­schen Welt­re­li­gio­nen mit Fe­mi­nis­mus ver­ein­bar sind. Auf der Su­che nach Ant­wor­ten be­geg­net sie wi­der­sprüchli­chen Theo­rien und mu­ti­gen Frau­en. Und bleibt nicht nur stil­le Be­ob­ach­te­rin.

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 06 10 um 15 01 03

In eigener Sache

Ein Be­kennt­nis zu Mi­na­sa 

Von  Marc Jenny

Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative

Über­frem­dungs­ge­heul im Dau­er­loop

Von  Daria Frick

Theateraufführung

Des Nachts im Wal­de

Von  Vera Zatti
VLT Sujet WEB Sommenacht2

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Hor­ror un­ter dem Mi­kro­skop

Von  Jeremias Heppeler

Vie­le Spu­ren und ein Tat­ort

Ein paar Fe­dern, ein an­ge­knab­ber­ter Tan­nen­zap­fen, ein Stück Plas­tik: Tie­re und Men­schen hin­ter­las­sen Spu­ren. Die­sen wid­met das Na­tur­mu­se­um St.Gal­len sei­ne ak­tu­el­le Son­der­aus­stel­lung «Spu­ren – Fähr­ten, Frass und Fe­dern».

Von  Vera Zatti
1 Intro Dachs 20260515 NM SPUREN  Urs Bucher

Wor­an soll man noch glau­ben?

In ei­ner neu­en Aus­stel­lung wagt sich das Kunst­mu­se­um Thur­gau in der Kar­tau­se It­tin­gen an ei­ne Neu­ver­mes­sung des Ver­hält­nis­ses von Kunst und Re­li­gi­on.

Von  Michael Lünstroth
O0 A5990 02

St.Gal­len plant Kon­sum­raum für Sucht­kran­ke

Hin­ter dem St.Gal­ler Haupt­bahn­hof soll ein Kon­sum­raum für Men­schen mit schwe­ren Sucht­er­kran­kun­gen ent­ste­hen. Die­se Wo­che ha­ben die Stadt und die Stif­tung Sucht­hil­fe An­woh­ner:in­nen ein­ge­la­den, um ei­nen ers­ten Dia­log zu star­ten. 

Von  Philipp Bürkler
Liegeschaft Lagerstrasse 2 4