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Saiten im März: Gamezone

Final Fantasy, GTA, Pong: Ein Trip durch die Gamezone, mit Suchtpotential. Ausserdem, nach dem 9. Februar: Wutausbrüche, Fragen. Und Elmigers neuer Roman.
Von  Redaktion Saiten

Wo beginnt die virtuelle Welt, und wo hört sie auf? Ist sie möglicherweise die einzige, die uns allen gehört? Oder hat auch sie ihre Grenzen? Mit Videospielen jedenfalls ist es ähnlich wie mit anderen vermeintlich fremden Kulturen: Für einige sind sie eine Bedrohung, für andere eine Bereicherung. Mit dem Unterschied, dass sich das Gamen in den letzten mehr als dreissig Jahren zu einer globalen Kultur entwickelt hat.

Über 100 Millionen Menschen sind heute täglich virtuell vernetzt, die Videospiel-Industrie ist die weltweit bedeutendste Branche der Kulturwirtschaft, noch vor Fernsehen oder Kino notabene – GTA 5 beispielsweise hatte drei Tage nach dem Release bereits eine Milliarde Dollar eingespielt – , und mit dem Siegeszug von Tablet, Smartphone und Co. haben sich zusätzlich frische Märkte aufgetan. Videospiele beeinflussten nicht nur eine ganze Generation Kunst- und Kulturschaffender, sondern auch Wissenschaft, Psychologie, Soziologie, Kulturtheorie oder Pädagogik. Doch im Gegensatz zu Museum, Oper oder Rockschuppen gilt diese Form der Kultur nach wie vor in weiten Kreisen als minderwertig oder wird gar nicht erst als «echte Kultur» wahrgenommen – nicht zuletzt auch aufgrund der teilweise vernichtenden Medienberichte, beispielsweise nach Amokläufen.

Dass Vorurteile gegenüber Games mehr in mangelndem Interesse wurzeln als in persönlicher Erfahrung – auch wissenschaftliche Studien gibt es (noch) kaum – soll in diesem Fall verziehen sein. Wer sich aber ernsthaft mit Kultur und deren Zukunft auseinandersetzen will, kommt nicht darum herum, das Thema gamen differenzierter zu betrachten. Zum Einstieg (oder auch für Fortgeschrittene) beleuchtet Saiten deshalb einige Nischen – viel mehr wäre auf achtzehn Seiten auch gar nicht möglich – dieses weitverzweigten Universums: Luca Ghiselli hat Geeks in ihrer natürlichen Umgebung getroffen, Robin Fürst erklärt, warum Games für ihn Kultur sind, Rolf Bossart nimmt eine kritischere Perspektive ein. Corinne Riedener hinterfragt die virtuellen und realen Rollenbilder, Andrea Kessler berichtet vom Wert der Games in Bildung und Arbeitswelt, Katharina Flieger erforscht die virtuose Ästhetik dieser jungen und gleichzeitig fast schon wieder «alten» Welt. Und zur Orientierung sind in einem Glossar die wichtigsten Begriffe zusammengefasst.

Ausserdem: Die Fortsetzung der Museumsdebatte – Peter Müller reagiert auf Wolfgang Steigers Reportage zur postkolonialen Museumspraxis im letzten Heft und fragt kritisch nach. Eva Bachmann liefert einen Ausblick auf die Leipziger Literaturtage und die dort vertretenen Ostschweizer Stimmen – passend zum Bücherfrühling: zwei Vorabdrucke. Und schliesslich, quer durchs Heft, Ärger über die Masseneinwanderungsinitiative.

Press Play!

 

DER INHALT:

Positionen
Blickwinkel von Michael Bodenmann
Redeplatz mit Sonja Wiesmann
Einspruch von Marcus Schäfer und Tine Edel
Stadtlärm von Andreas Kneubühler
Dampfablassen

Gamezone

Das Leben ist ein Quest
Vier Gamer sprechen über die Alltagsdroge ihrer Generation: Videospiele.
von Luca Ghiselli

Unterschiede und Über-Menschen
Männer sind Helden, Frauen der Grund: virtuelle und reale Rollenbilder.
von Corinne Riedener

Pixel Forever
Über die ästhetische Entwicklung von Videospielen.
von Katharina Flieger

Spielend lernt es sich am besten
Serious Games verpacken Wissen in Spiele
von Andrea Kessler

Kreativität und Sucht in der Gamezone
Junkie- und Künstlerfiguren im Digitalen Zeitalter.
von Rolf Bossart

Die grosse Chance
Warum Videospiele Kunst sind.
von Robin Fürst

 

Perspektiven
Flaschenpost. Sofias Uni in Aufruhr. von Sarah Schmalz
Appenzell AR
Rheintal
Winterthur
Toggenburg
Stimmrecht von Gyatso Drongpatsang

 

Kultur

Museumsdebatte: Auf der Suche nach dem «kolonialen St.Gallen».
von Peter Müller

Fabian Degen zeichnet den März-Comic.

Holzbank mit Aussicht: Die Ostschweiz an der Buchmesse Leipzig.
von Eva Bachmann

Der Grenzübergang lag verlassen da. Vorabdruck von Schlafgänger.
von Dorothee Elmiger

Musik: Ein Luzerner Bildungsreisli nach St.Gallen.
von Stoph Ruckli

Kunst: Alte Kästen neu besichtigt.
von Peter Surber

Artist in Residence
von Georg Gatsas

Nachrufe
Stef Schwald, Conny Baumann

Weiss auf Schwarz
ein Paket für Herrn Assange
der !Mediengruppe Bitnik.

 

Abgesang
Kellers Geschichten
Bureau Elmiger
Charles Pfahlbauer jr.
Boulevard

 

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Heftvorschau 07/08/26
Kunst im Sittertal, Sommertipps

Vor 40 Jah­ren grün­de­te Fe­lix Leh­ner in Bein­wil am See die Kunst­gies­se­rei, die 1994 nach St.Gal­len zog. Und vor 20 Jah­ren ent­stand er­gän­zend da­zu die Stif­tung Sit­ter­werk, die un­ter an­de­rem ei­ne welt­weit ein­zig­ar­ti­ge Kunst­bi­blio­thek führt. Wir tau­chen ein in die­sen wun­der­sa­men Mi­kro­kos­mos im Sit­ter­tal. Aus­ser­dem in der Ju­li/Au­gust-Dop­pel­num­mer: die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps, die Fla­schen­post von An­na Stern aus Finn­land und das In­ter­view zum 100-Jahr-Ju­bi­lä­um un­se­rer Haus­dru­cke­rei Nie­der­mann. 

Saiten 260708 01 Cover 01

Der Kul­tur­kampf

Es war das Jahr­zehnt der Kul­tur: In den 80ern kam die Stadt St.Gal­len zu ei­ner Kunst­hal­le, ei­nem Pro­gramm­ki­no, der Frau­en­bi­blio­thek, der Gra­ben­hal­le, ge­nos­sen­schaft­li­chen Bei­zen und an­de­rem. Wie das ge­lang und wer die Fä­den zog, zeich­nen Ralph Hug und Co­rin­ne Schatz im Buch Der gros­se Auf­bruch nach.

Von  Peter Surber
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Die sub­ver­si­ve Kraft des Auf­be­geh­rens

Das Film­dra­ma Fuo­ri er­zählt ein kur­zes Ka­pi­tel der aus­ser­ge­wöhn­li­chen Le­bens­ge­schich­te ita­lie­ni­schen Schrift­stel­le­rin, Schau­spie­le­rin und Wi­der­stands­kämp­fe­rin Go­li­ar­da Sa­pi­en­za.

Von  Karsten Redmann
Fuori 3

Die Ge­füh­le dre­hen sich

Mit ver­schreck­ten Se­cu­ri­tys in ei­ner bun­ten In­sze­nie­rung von An­ge­li­ka Zacek prä­sen­tiert das Vor­arl­ber­ger Lan­des­thea­ter in Bre­genz Shake­speares Ein Som­mer­nachts­traum.

Von  Sieglinde Wöhrer
Ein Sommernachtstraum David Kopp Maria Lisa Huber Nurettin Kalfa c Anja Koehler

Tri­umph­marsch ge­gen den Krieg

Die St.Gal­ler Fest­spiel-Oper spielt die­ses Jahr im Haus statt auf dem Klos­ter­platz – ein Glücks­fall für Ver­dis Ai­da, die mensch­lich und mu­si­ka­lisch in die Tie­fe geht. Mo­de­s­tas Pi­t­re­nas di­ri­giert ein letz­tes Mal, Ben Baur in­sze­niert bild­stark.

Von  Peter Surber
6477 konzert und theater st gallen aida 2026 036

Der Ap­fel, der bö­se Wolf und Will­helm Tell 

Im Werk 2 in Ar­bon dreht sich der­zeit al­les um My­then. «Sehn­sucht My­thos. Wie Ge­schich­ten un­se­re Welt ge­stal­ten» ist ei­ne äs­the­ti­sche Aus­stel­lung, die mit ih­rem sehr brei­ten My­thos­be­griff ar­bei­tet und viel­fäl­ti­ge Ge­schich­ten un­ter ei­nem Dach ver­eint.

Von  Vera Zatti
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Neue Eigenproduktion

Mit Walt Whit­man in die Zu­kunft 

Von  Vera Zatti
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Tunneleröffnung

Von der Lok­re­mi­se zur Reit­hal­le gehts jetzt un­ten durch

Von  René Hornung
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Mit 1000 Um­dre­hun­gen durch den All­tags­irr­sinn

Das muss­te ja so kom­men! Es konn­te nicht bei ei­nem blei­ben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zwei­te gros­se, schwe­re Psy­cho­buch von Be­ni Bi­schof. Dar­in ver­wir­belt der Künst­ler er­neut Ei­ge­nes, Frem­des, Be­fremd­li­ches, Be­kann­tes, Neu­es, Un­kennt­li­ches mit lo­cke­rer Hand, Hu­mor und Hin­ter­sinn.

Von  Kristin Schmidt
2606 Psychobuch 2

Auf­he­ben, ver­kau­fen oder zer­stö­ren?

Die Son­der­aus­stel­lung «Bau­stel­le Er­in­ne­rung / ‹Hit­ler ent­sor­gen› – Ar­bei­ten am be­las­te­ten Er­be» im Vor­arl­berg Mu­se­um in Bre­genz be­schäf­tigt sich da­mit, wie ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit Ge­gen­stän­den aus der NS-Ver­gan­gen­heit aus­se­hen kann. Aus­ser­dem be­rät das Mu­se­um Pri­vat­per­so­nen, die sol­che Ge­gen­stän­de be­sit­zen.

Von  Sieglinde Wöhrer
S0 A2501 Ausstellung Baustelle Erinnerung Foto Petra Rainer 1

Ge­trennt ge­mein­sam und mit gu­ter Aus­sicht

For­rer Stie­ger Ar­chi­tek­ten ge­lingt mit dem Drei­fach­kin­der­gar­ten und der Ta­ges­be­treu­ung im Hei­lig­kreuz­quar­tier in St.Gal­len die Qua­dra­tur des Krei­ses.

Von  Ursula Badrutt
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Should I Stay or Should I go

Es geht um uns Men­schen und un­ser son­der­ba­res und ver­hee­ren­des Ver­hal­ten. «Hu­mans» heisst die gros­se Ein­zel­aus­stel­lung des Ost­schwei­zer Künst­lers Olaf Breu­ning. Vie­le Ar­bei­ten sind spe­zi­ell für die Schau im Mu­se­um Al­ler­hei­li­gen in Schaff­hau­sen ent­stan­den. 

Von  Ursula Badrutt
2025 06 02 Ausstellungsaufnahmen 14

25 Jah­re Rock am Wei­er

In Wil fand am Wo­chen­en­de das Rock am Wei­er statt. Seit 25 Jah­ren gibt es das Fes­ti­val, und trotz in­zwi­schen grös­se­rer Na­men ist es im­mer noch kos­ten­los. Ein Ver­ein or­ga­ni­siert es nicht-pro­fit­ori­en­tiert und för­dert re­gio­na­le Acts. Un­se­re Au­torin ist an den Ort ih­rer mu­si­ka­li­schen So­zia­li­sa­ti­on zu­rück­ge­kehrt. Ei­ne Re­por­ta­ge. 

Von  Elisa Faes
Rock am weier elisa faes 1

Kolumne: 24/7 Traumacore

Spring Is Co­ming Wi­th A 425mg Pas­si­ons­blu­men-Dra­gée In The Mouth

Von  Mia Nägeli

Ausstellung im Museum Rosenegg

Fri­sches Wis­sen fürs Mu­se­um

Von  Vera Zatti
Uu Kirchenfenster

Kabarett in Herisau

Apo­ka­lyp­se ist auch nicht al­les

Von  Vera Zatti
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«Es geht dar­um, sich sei­ner Pri­vi­le­gi­en be­wusst zu sein»

De­bat­ten um Ma­chis­mus, Deepf­ake-Por­nos, häus­li­che Ge­walt und Fe­mi­zi­de sind bei­na­he all­täg­lich. Was kön­nen Män­ner ge­ra­de tun, wenn sie un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­ra­ten? Frau­en­haus­lei­te­rin Kat­ja Häm­mer­li Kel­ler, Flo­rance Hil­de­brand vom fe­mi­nis­ti­schen Streik­kol­lek­tiv Thur­gau und Ma­nu­el Ben­ja­min Leh­mann vom Fo­rum Mann dis­ku­tie­ren Lö­sungs­an­sät­ze.

Von  Daria Frick , Bilder:  Lea Le
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Kommentar zur SVP-Chaosinitiative

Aus­län­der:in­nen sind nicht nach­hal­tig

Von  Christoph Keller
Nachhaltigkeitsinitiative

30 Jah­re Ar­chi­tek­tur­ver­mitt­lung

Das AFO, das Ar­chi­tek­tur Fo­rum Ost­schweiz, dis­ku­tiert und ver­mit­telt seit 30 Jah­ren Bau­kul­tur. Am kom­men­den Frei­tag wird das Ju­bi­lä­um ge­fei­ert und die neus­te Ar­ti­kel­se­rie der gu­ten Bau­ten als Buch prä­sen­tiert.

Von  René Hornung
2511 Gutes Bauen 1 Ladina Bischof

Im zwei­ten An­lauf: Kan­tons­rat sagt Ja zu Mi­na­sa 

Mi­na­sa be­kommt al­so doch Geld aus dem Lot­te­rie­fonds: Der Kan­tons­rat hat dem von Sai­ten und Thur­gau­kul­tur.ch auf­ge­bau­ten Pro­jekt, das den gröss­ten Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Ost­schweiz er­mög­licht, die Fi­nan­zie­rung für drei wei­te­re Jah­re ge­si­chert.

Von  David Gadze
Kantonsrat Sommersession 2026 Benjamin Manser St Galler Tagblatt