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Saiten im Oktober: Darknet

Ein Heft für angehende Hacker: über Netze im Netz, künstlerische Strategien und politische Subversion. Ausserdem: Pestalozzidorf, Bücherherbst, Fatima Al Qadiri.
Von  Redaktion Saiten , 

Digitale Wirklichkeit und Mythos: Unwissen und Gerüchte spinnen sich um das Darknet, jenen Teil des Internets, der nicht mit Google & Co. auffindbar ist. Ein virtuelles Territorium, in dem Drogen ebenso zum Angebot gehören wie Kredikartendaten oder Tipps zur Manipulation des hauseigenen Stromzählers zwecks Gratiskonsum. Ein scheinbar unendlicher Raum verschlüsselter digitaler Daten und Nährboden wilder Spekulationen. So simpel der Zugang mit dem passenden Browser, so schwer fassbar ist das Netzwerk. Vermeintliche Oppositionen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Legalität und Illegalität bröckeln. Gewiss ist nur: Das Darknet gibt es nicht, Es ist viele und verlangt nach einer Metareflexion, wie auch Giovanni Carmine, der Direktor der Kunsthalle St.Gallen, überzeugt ist. Er erforscht das Phänomen deshalb gemeinsam mit der !Mediengruppe Bitnik ab Oktober in einer Ausstellung.

Viele scheinen von den aktuellen Entwicklungen überfordert. Saiten zählt sich auch dazu – und stellt drum einen Haufen Fragen: zum Kollektiven in der Anonymität, zu künstlerischen Interventionen und zu Verschlüsselungs-Algorithmen. Dieses Heft lässt Medienwissenschaftler, Informatiker und Kuratoren zu Wort kommen – dazu gibts ein Glossar des St.Galler Hackerspace Ruum42. Ja, das Thema ist (noch) von Männern dominiert. Und es lässt beinah vergessen, dass erst vor wenigen Jahren ein ganz anderes Überwachungskapitel aufgeschlagen wurde: Kameras im öffentlichen Raum. Saiten schlägt sich daher für eine Nacht auf die Seite der Kontrolleure und beobachtet St.Gallens dunkle Plätze.

Ein weiteres Netzwerk, ein äusserst menschliches allerdings, entstand in den letzten siebzig Jahren auf den Hügeln ob Trogen: Im Kinderdorf Pestalozzi wuchs aus einer Vision des Philosophen Walter Robert Corti eine interkulturelle Gemeinschaft heran. Kinder aus aller Welt kamen in die Ostschweiz, oft verschwanden sie wieder aus derselben. Unsere Reportage und die Erinnerungen eines Ehemaligen zeigen auf, was das Kinderdorf war, ist und sein könnte.

Schliesslich: Saiten kontrolliert auch die Literaturszene. Und entdeckt dabei zwischen Thurgau und Appenzellerland neue Stimmen: Bettina Wohlfender, Laura Vogt und Christian Rechsteiner. Ein Heft also auf der Achterbahn zwischen virtuellen Strategien und analoger Bücherlust – wie sie der jubilierende Waldgut-Verleger Beat Brechbühl ideal verkörpert, dem wir ein Porträt widmen.

Katharina Flieger

 

DER INHALT:

Reaktionen

Positionen

Redeplatz mit Andreas Stäuble
Einspruch von Hans Fässler
Stadtpunkt von Dani Fels
Drei Fragezeichen

Blickwinkel von Sebastian Stadler

Darknet

Was zur Hölle ist Darknet?
Ein kleines ABC des Hacking.
von Dominik Landwehr

Es geht um Zugang
Ein Interview zur Ausstellung in der Kunsthalle St.Gallen mit Domagoj Smoljo
(!Mediengruppe Bitnik) und Giovanni Carmine.
von Katharina Flieger

«Gelöscht ist nicht weg»
Threema-Entwickler Manuel Kasper im Gespräch.
von Corinne Riedener

Darktown
Eine Nachtrundgang in St.Gallen.
von Peter Surber

Glossar
Aus dem Hackerspace des Ruum42

Die Bilder zum Titelthema fotografierte Bruno Aeberli.

Sascha Tittmann zeichnet den Oktober-Comic.


Perspektiven

Appenzell Innerhoden
Toggenburg
Winterthur
Rheintal
Stimmrecht von Leyla Kanyare
Flaschenpost aus Brasilien von Tobias Hänni

REPORT

Das Kinderdorf Pestalozzi
Auf der Suche nach der Idee.
von Katharina Flieger

Ankunft in Trogen
Erinnerungen
von Amor Ben Hamida

KULTUR

Bücherherbst
Neue Stimmen: Laura Vogt, Bettina Wohlfender, Christian Rechsteiner. Neue Sachbücher über Ernst Frick und St.Galler Architektur. Eine Hommage an Beat Brechbühl und seinen unermüdlichen Waldgut Verlag. Und eine Erinnerung an Christian Mägerle.

Theater: Der Neuanfang im Figurentheater St.Gallen:
Fragen an Stephan Zbinden.

Musik: Fatima al Qadiri und James Ferraro im Palace
von Georg Gatsas

Kino: Carl Lutz – der vergessene Held:
Der Dokumentarfilm.
von Geri Krebs

Ausstellung: Agassiz und Renty in Teufen statt in St.Gallen
von Peter Surber

Weiss auf schwarz
von Darknerds


Abgesang

Kellers Geschichten
Bureau Elmiger
Boulevard

 

 

 

Jock Kobels zweiter Fall

Die Welt ist im­mer He­ris­au

Von Andrej Millius,
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Musik

Der Hai­fisch beisst wie­der zu

Von David Gadze,
Bildschirmfoto 2026 10 14 um 18 07 57

Heppelers Bestiarium

100 Jah­re Ein­sam­keit

Von Jeremias Heppeler,

FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

Von SENF Kollektiv,
Senf

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

Von Philipp Bürkler,
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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

Die Men­schen­rech­te ste­hen welt­weit un­ter Druck. Doch wie kon­se­quent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neu­es Buch nimmt die Schwei­zer Men­schen­rechts­po­li­tik kri­tisch un­ter die Lu­pe. An der Buch­vor­stel­lung im Squa­re wur­de über Wi­der­sprü­che, Ver­säum­nis­se und mög­li­che Lö­sun­gen dis­ku­tiert.

Von Marion Loher,
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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti