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Schrammelpunk mit Bob Dylan-Stimme

Nach dem wetterlichen folgt heute der musikalische Einstieg in den Frühling: Die britischen Akustik-Punkrocker Ducking Punches spielen ihre herzergreifenden Schrammelsongs im Treppenhaus Rorschach.
Von  Urs-Peter Zwingli

Punkrock und Akustikgitarren passen auf den ersten Blick nicht zusammen. Doch spätestens seit dem massenhaften Aufkommen von Videoblogs weiss man, dass auch Punkrock- und sogar Hardcore-Bands einen weichen Kern haben und ihre Songs gerne mal unverzerrt spielen. Man denke etwa an das Doppelalbum Empyt Days & Sleepless Nights der Hardcore-Band Defeater: Sänger Derek Archambaul beschwört darauf in I don’t mind die romantische Liebe hart an der Grenze zum Kitsch, nur von einer Gitarre begleitet.

Ein junger Musiker, der ohne Berührungsängste Folk und Punkrock mischt, ist der Brite Dan Allen. Seine Band Ducking Punches macht sich heute Abend daran, das Treppenhaus Rorschach mit ihrem Schrammel-Punkrock zu beschallen. Dan Allen, der gleichzeitig ein in der Alternative-Szene gefragter Illustrator ist, besticht auf der Bühne durch leidenschaftliche Performances. Oft auch als Solokünstler nur mit der Gitarre unterwegs, legt er viel Gefühl in seine Stimme. Die hat es sowieso in sich: Kratzig und eindringlich erinnert sie in Allens besten Momenten an Bob Dylan. Dazu kommt der raue Norwich-Akzent, der seine Sprache unverwechselbar macht. Im Treppenhaus wird Allens Stime von einer kompletten Band – inklusive Violine – unterstützt.

Pogen oder träumen

Auch Allens Texte sind es wert, genauer hinzuhören: Er erzählt persönliche bis berührende Geschichten. So verarbeitet er etwa im Song Six Years den Tod eines Freundes. Oder beschwört in DIY or Die den Zusammenhalt der Musikszene: We’ll all help out each other / that’s the point to me / with punk rock and our fanzines / one big family. Auf dem im Frühling 2014 erschienen Album Dance before you sleep sind auch musikalisch viele Stimmungen vertreten: Mal bekommt man Lust zu pogen, mal sich auf eine (Frühlings-)Wiese zu legen und zu träumen.

Das Treppenhaus-Team hat aber auch Supportacts zusammengestellt, die es wert sind, heute Abend endlich wieder mal dieses St.Güllen Richtung See zu verlassen: Der Rheintaler René Greenfield, einst Gitarrist der Punkrocker No Fight No Glory, der sich mittlerweile dem Folk zugewandt hat – und dabei (wenn wir eh schon von Bob Dylan reden) auch hin und wieder die Mundharmonika einsetzt. Ausserdem steht auch die Freiburger Deutsch-Pop-Band Redensart auf der Bühne. Eröffnen wird den Konzertabend gegen 21 Uhr der Schotte Mark McCabe. Der Singer-/Songwriter fing laut eigenen Angaben an Musik zu machen, weil er keine Freunde hatte. Melancholische Töne sind also garantiert.

 

Ein paar Kostproben von Ducking Punches:

 

 

Und der eingangs erwähnte Defeater-Song:

 

Titelbild: Ducking Punches-Sänger Dan Allen spielt überall, wo er ein Publikum findet. (Bild: Youtube)

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