Grabenhalle und Palace laden zum zweiten A-Synth Fest. Mit von der Partie ist auch Bruno Spoerri, ein Synth-Nerd der ersten Stunde. Und ein Exil-St.Galler mit seinem neuen Projekt: Hollow Man.
Wenn am Blumenberg die Bässe knattern, Lichter flattern und Minimoogs rattern, dann ist A-Synth Fest. Im letzten Jahr zum ersten Mal und noch als eintägige Sause aufgezogen, darf sich das Festival mit Fokus auf Analog-Synthesizer heuer schon zweitägig nennen. Teil eins findet am Freitag im Palace statt, Teil zwei am Samstag in der Grabenhalle.
Am Ziel hat sich nichts geändert: Die Vielfalt elektronisch- analoger Musik soll gemeinsam erforscht und ausgelotet werden – dieses Jahr zwar ohne Ausstellung, dafür mit (live vertonten) Filmen, (interdisziplinären) Bandprojekten und einer waschechten Synth-Legende. Das diesjährige Programm sei «ein bisschen Avantgarde, ein bisschen obskur, ein bisschen Freakshow, ein bisschen Retro, ein bisschen Technophilie», sagt Bookerin Sophie à Wengen von der Agentur Minouche Music, die das Festival zusammen mit der Grabenhalle organisiert.
Freitag ist Kinotag. Eröffnet wird das Festival mit dem Film Industrial Soundtrack For The Urban Decay, einer Reise von den Ursprüngen der Industrial-Musik in die avantgardistischen Kreise der Gegenwart. Zentrale Filmfigur ist Stephen Mallinder, Kopf der britischen Band Cabaret Voltaire und Gastmusiker an der letztjährigen A-Synth-Sause.
Später am Abend: Sängerin und Synth-Nerd Tara Busch aus L.A. (im Bild) mit einer analogen Live-Vertonung des Science Fiction-Horror- Streifens The Silence von Maf Lewis. Danach sorgen die DJs vom Magazin «zweikommasieben» für durchblutete Beine.
Der Samstag beginnt mit einer ganz besonderen Fragestunde: Bruno Spoerri, begnadeter Jazzer und Schweizer Elektronik-Pionier, wird auf der Bühne Red und Antwort stehen. Anschliessend wird der 80-Jährige, der im vergangenen März in die Schlagzeilen geriet, weil der amerikanische Rapper Jay-Z ihm ein Sample geklaut hatte und im darauf folgenden Urheberrechtsstreit erfreulicherweise unterlag, sein Können unter Beweis stellen. «Von analog bis digital – analoge Ideen in der digitalen Welt» heisst seine «Präsentation am Instrument».
Weiter geht es mit soundtrackig-düsteren Tönen von Silvan Lassauer alias Hollow Man, einem viel zu selten auf Besuch weilenden Exil-St.Galler. Den deutlichsten Kontrast dazu dürfte wohl Mara Barenbaum aka Group Rhoda aus San Francisco mit ihrem Tropical Synth-Wave liefern – wenn Felix Kubin das nicht schon vorher erledigt.
Der Abend wird übrigens, wie könnte es anders sein, von einem Tsürcher «getätschmeistert ». Marc Jauslin alias Jauss begleitet die Gäste durch die Nacht und füllt auch noch die letzte Lücke, bevor dann Aïsha Devi die Grabenhöhle mit ihren eigenwillig-technoiden Club-Sounds füllt.
Einmal Hollow Man. Weil wir uns so freuen.
A-Synth-Fest: Freitag 18. September, Palace St.Gallen Samstag, 19. September, Grabenhalle St.Gallen asynthfest.ch
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