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Taktik für die Winterpause

Fussball wird immer komplexer. Erklärungen bieten einige Blogs und ab und zu die «Tageswoche».

Von  Andreas Kneubühler

Fussball ist ein einfaches Spiel. Meinen manche.

Doch dann liest man folgende Sätze:

«Wir hatten verschiedene Arten von Pressing, die wir während des ganzen Spiels variierten. Es gab partielles Pressing, wenn es vor allem um Kräftespielchen ging. Es gab totales Pressing, wenn es vor allem um Balleroberung ging. Und es gab vorgetäuschtes Pressing, bei dem wir so taten, als ob wir Pressing spielten, die Zeit aber eigentlich zur Erholung nutzten.»

Dies sagte Arrigo Sacchi im Buch «Revolutionen auf dem Rasen» von Jonathan Wilson. Sacchi beschreibt natürlich die AC Milan, Ende der 80er Jahre.

Wenn die AC Milan vor 25 Jahren drei Arten von Pressing beherrschte, wie viele Variationen kennt denn heute der FC Barcelona?

Oder der FC St.Gallen?

Natürlich ist Fussball kein einfaches Spiel. Diesen Eindruck bekommt man nur, wenn man Spiele vor allem über das Deutschschweizer Fernsehen konsumiert. Dem Rest der Welt ist schon länger klar, dass sich die taktischen Möglichkeiten inzwischen derart entwickelt haben, dass sie dem Publikum vermittelt werden müssen – nach dem Spiel und mit Hilfe von Experten, die eine Analysesoftware bedienen können.

Wie interessant dies sein kann, zeigte vor einiger Zeit die Basler «Tageswoche», die sich immer wieder vorbildlich mit dem Thema Taktik beschäftigt:

Wie rund 20 Querpässe zu einem Tor führen.

Das erwähnte Buch Revolutionen auf dem Rasen ist die Bibel der Taktikfreaks. Falls die überhaupt Bücher lesen und nicht im Internet surfen. Dort gib es immer mehr Blogs, die sich mit Strategie und Taktik beschäftigen. Das bekannteste Angebot im deutschsprachigen Raum heisst www.spielverlagerung.de mit ausführlichen Analysen zu aktuellen Spielen der grossen Ligen. Die Texte sind gespickt mit Begriffen wie «Rückwärtspressing» oder «ballorientiertes Verschieben». Und es lassen sich dort Sätze finden, die man sonst nirgends lesen kann. Beispielsweise diesen aus einem Bericht über Chelsea – Man United:

«Diese Bewegungen bei Chelsea zeigten ansatzweise eine interessante Fluidität und waren mit den Sechsern harmonisch; Luiz hielt sich tiefer und rückte nur manchmal mit Ball auf, während Ramires eine Art Box-to-Box-Spieler und Blocker für Willian war.

Man weiss meistens trotzdem, was gemeint ist.

In Österreich gibt es ein ähnliches Angebot unter ballverliebt.eu.

In Grossbritannien heisst die Mutter aller Taktikseiten: zonalmarking.net.

Wer gerne Statistiken hat und Darstellungen liebt, die zeigen, wo auf dem Feld am meisten Pässe gespielt werden, ist bei www.fourfourtwo.com gut aufgehoben. Damit einem auf dem Sessellift nicht langweilig ist, gibt es das Angebot auch als App.

Interessante taktische Kniffe lassen sich übrigens nicht nur in der Champions-League beobachten – sondern beispielsweise auch im Paul-Grüninger-Stadion. Gespielt wird dort ab dem 9. März.

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Felix Mätzler,  

Lieber Andy
Wenn du am Ende deines einmal mehr profunden Fussball-Artikels so sympathisch auf unseren Stadtclub im Osten hinweist, möchte ich dir die «taktischen Kniffe» meiner E-Junioren aus dem Jahre 2008 nicht vorenthalten. Sie haben zwar nicht 20 Ballberührungen sondern nur etwa zehn, aber ein Tor gibt's auch am Schluss:
http://www.klosterplatz.ch/scb/eb08/bilder/niederwil_video.avi

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