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Textilmuseum reicht Baugesuch ein

Das Projekt für die Erneuerung und den Umbau des Textilmuseums St.Gallen geht in die entscheidende Phase: Die Verantwortlichen haben diese Woche das Baugesuch eingereicht. Die öffentliche Auflage soll demnächst erfolgen.
Von  David Gadze
So soll die Frontseite des Textilmuseums nach dem Umbau aussehen. (Visualisierung: pd)

Das Textilmuseum St.Gallen soll umfassend erneuert und umgebaut werden. Nun hat es eine weitere Etappe auf dem Weg dorthin in Angriff genommen: Am Montag haben die Verantwortlichen das Baugesuch eingereicht. Das schreibt das Textilmuseum in einer Medienmitteilung von heute Donnerstag. Die öffentliche Auflage werde «in wenigen Tagen» erfolgen. Der Entscheid der Baubewilligungskommission werde gemäss Stiftungsratspräsidentin Carmen Fleisch-Otten im Frühsommer 2025 erwartet. Das Projekt werde im normalen Baugesuchsverfahren beurteilt, auf ein aufwändiges Sondernutzungsplanverfahren könne verzichtet werden.

Das Projekt des Zürcher Architekten Christian Kerez ist ambitioniert und entsprechend teuer. Es sieht vor, unter dem 140-jährigen Gebäude ein neues Untergeschoss zu bauen. Dort soll der neue Ausstellungsraum entstehen. Das Museum würde dann auf einer sogenannten «Kassettendecke» stehen. Ausserdem ist geplant, das bestehende Hochparterre im Eingangsbereich auf das Strassenniveau abzusenken und das Museum bei den heutigen Fenstern entlang der ganzen Frontfassade zur Strasse hin zu öffnen, was einen starken Eingriff in die historische Bausubstanz bedeutet.

Massiver Eingriff in die historische Bausubstanz

Deshalb habe der wohl grösste Anspruch im ganzen Projekt in der Findung gemeinsamer Wege und Lösungen im Bereich der Denkmalpflege gelegen, schreibt das Textilmuseum in der Mitteilung weiter. Dank der Kompromissbereitschaft beider Seiten sowie einer fundierten gemeinsamen Lösungssuche habe in verschiedenen Punkten ein Konsens erzielt werden können. «Die Tieferlegung des Sockelgeschosses auf das Strassenniveau wurde von den Vertretern des Denkmalschutzes als wesentliches Resultat des Wettbewerbes respektiert.» Im Gegenzug müssen die beiden Dachstühle in den zwei Risaliten des Gebäudes in ihrem Originalzustand gesichert werden. Und das historische Sitzungszimmer des Textilverbandes, heute als Shop im Sockelgeschoss genutzt, wird im Original ins 2. Obergeschoss verschoben. Das prägnante Treppenhaus kann maximal erhalten werden und es erfolgt nur im Erdgeschoss eine funktionelle Anpassung.

Mit der Baueingabe dürfte auch die Idee des Heimatschutzes St.Gallen/Appenzell Innerrhoden vom Tisch sein, auf die Absenkung des Hochparterres und den Bau des neuen Untergeschosses zu verzichten. Der Heimatschutz schlug vor, stattdessen das leerstehende, ebenerdige Nachbargebäude, in dem bis vor kurzem die Credit Suisse eingemietet war, zu nutzen. Stadtparlamentarier Gallus Hufenus nahm diese Idee auf und reichte Ende Oktober eine Einfache Anfrage ein. Darin wollte er vom Stadtrat wissen, inwiefern sich dieser einsetzen möchte für eine städtebaulich attraktive Lösung, die kostengünstiger als der Umbau am bestehenden Gebäude zu realisieren wäre und eine attraktive Lösung zur Belebung des Broderbrunnen-Platzes darstellen würde. Die Antwort des Stadtrats steht noch aus, hat sich nun aber erübrigt. Zumal das ehemalige CS-Gebäude gemäss Auskunft des Textilmuseums für eine solche Nutzung ohnehin nicht zur Verfügung stehen würde.

Finanzierung noch nicht restlos geklärt

Noch nicht abschliessend geklärt ist die Finanzierung des Bauvorhabens. Die Kosten beziffern die Verantwortlichen auf 48 Millionen Franken. Diese werden jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und von Privaten getragen. Der Stadtrat hat bereits 7,5 Millionen ins Budget für 2025 aufgenommen, das Stadtparlament debattiert darüber am 4. Dezember. Die Zusage des Kantons ist noch offen. Auf gutem Wege sei auch das Fundraising für die übrigen 24 Millionen im privaten Bereich und bei Stiftungen, heisst es in der Mitteilung. Bislang seien bereits zwei Drittel der notwendigen Mittel bestätigt.

Jetzt mitreden: 3 Kommentare
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Schmid Reto,  

Da die Präsidentin mitliest. Grundsätzlich gefällt mir die Vorwärtsstrategie, aber ist es nicht etwas sportlich zu glauben, dass die öffentliche Hand bei ihrem strukturellen Defizit Millionen für den Bau berappen wird. Sodann schwebt die Bibliothek und die Olma wie ein Damoklesschwert über der Stadt. Viel Erfolg, trotzdem.

Carmen Fleisch-Otten,  

Sehr geehrte Frau Bühler, unsere wunderschöne Textilbibliothek ist denkmalgeschützt und bleibt vollumfänglich erhalten. Die baulichen Eingriffe betreffen insbesondere das Erdgeschoss und Untergeschoss, dort wo der neue Ausstellungssaal entstehen soll. Mit freundlichen Grüssen Carmen Fleisch-Otten Präsidentin Stiftung Textilmuseum

Karin K. Bühler,  

Ui, und die unglaublich schöne Textilbiblitohek soll weg?! Die wird (hier) mit keinem Wort erwähnt ...

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