Wenigstens verbal scheint sich das schweizerisch-deutsche Verhältnis am Bodensee wieder dem Geist des freundnachbarlichen Zusammenlebens vergangener Jahrzehnte anzunähern. – „Zwischen dem Kanton Thurgau und den deutschen Nachbarbundesländern besteht grundsätzlich ein Klima des gegenseitigen Verständnisses und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit“, sinniert die Thurgauer Regierung über die Güte alemannischer Bilateralität.
Anlass dazu hat die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage betreffend „Massnahmen und künftiger gegenseitiger Umgang bei deutscher Einmischung in Thurgauer Angelegenheiten“ gegeben. Das geplante Fashion-Outlet-Center Edelreich in Wigoltingen hat Anfang dieses Jahres die südbadischen Städte Konstanz, Radolfzell und Singen zur „Einmischung in Thurgauer Angelegenheiten“ bewogen. Aus Sorge über die Auswirkungen auf den Detailhandel deponierten sie eine gemeinsame Einsprache gegen den Bau das grenznahen Schnäppchen-Paradieses. „Eine Frechheit, was die Deutschen sich erlauben“, schimpfte darob ein FDP-Politiker aus Kreuzlingen. Und ein SVP-Kollege doppelte nach, dass man die Deutschen nicht ernst nehmen müsse, weil die am Anfang vom Jahr eh alle Fasnachts-Deppen seien. Der Thurgauer Gewerbeverband, der eigentlich eine Klientel ausserhalb der Outlet-Schickeria vertritt, hat „erstaunt und mit grosser Entrüstung“ die Einsprache der Nachbarn aus Deutschland zur Kenntnis genommen. Die Thurgauer Regierung stellt jetzt bei der Beantwortung der Interpellation fest, dass die Einsprache aus Deutschland zulässig sei, weil sie durch schweizerisches Recht eindeutig gedeckt würde. Die Regierung schlägt daher das Gespräch mit den deutschen Nachbarn, also die Rückkehr zum Courant normal vor, und verzichtet auf eine „Protestnote“, wie das die Interpellation verlangt.
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.