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Was läuft eigentlich in Venezuela?

Das elfte lateinamerikanische Filmfestival Pantalla Latina widmet sich dem Schwerpunkt Venezuela. So finden Hintergrundinfos zum krisengeschüttelten Land den Weg zum St.Galler Publikum. Ausserdem gibts im Kino Scala Kurzfilme, lateinamerikanisches Essen und Kindergeschichten.
Von  Urs-Peter Zwingli , 

Das Business in der Kinolandschaft ist schwierig: Lieb gewonnene, aber strukturell veraltete Stadtkinos werden geschlossen und die Kitag versucht derzeit, mit einem neuen Luxuskino samt Cocktailbar den Besucherschwund zu stoppen.

Pantalla Latina:
20. bis 24. November, Kino Scala, St.Gallen

pantallalatina.ch

Inmitten dieser Branchenkämpfe schaffen es cineastische Initiativen immer wieder, Farbpunkte in die St.Galler Kinolandschaft zu setzen. Nebst dem etablierten Kinok gehört dazu das lateinamerikanische Filmfestival Pantalla Latina (etwa: Lateinische Leinwand), das Ende November im Kino Scala seine mittlerweile elfte Ausgabe durchführt. Das viertägige Festival rückt das krisengeschüttelte Venezuela in den Fokus und zeigt insgesamt 16 Langspiel- und 13 Kurzfilme aus zwölf lateinamerikanischen Ländern – natürlich in der jeweiligen Originalsprache und in Englisch und/oder Deutsch untertitelt.

Hintergrundinfos zu Venezuela

Venezuela als Schwerpunktthema zu wählen, macht Sinn: Die Nachrichten über das Land wurden in den letzten Monaten von atemlosen Berichten über politische Verwerfungen, drohende Hungersnöte sowie bürgerkriegsähnliche Szenarien dominiert. Hintergrundinformationen fehlten dabei oft. Nicht so am Pantalla Latina: Gezeigt werden die Dokumentarfilme Mujeres del Caos Venezolano und El Pueblo Soy Yo: Venezuela en Populismo.

 

Ersterer erzählt von fünf venezolanischen Frauen (mujeres), die sich dem Überlebenskampf zwischen Hyperinflation, Hunger, Kriminalität und der Willkürjustiz einer autoritären Regierung stellen. Berührende Geschichten von Müttern, deren Söhne unschuldig im Gefängnis sitzen oder Frauen, die ihren Mann wegen des Regimes verloren haben, werden präsentiert. Für den zweiten Dok-Film haben ein Regisseur und ein Historiker zusammengespannt. Sie legen dar, wie Hugo Chávez an die Macht kam und wie Nicolás Maduro es schaffte, die Präsidentschaft zu übernehmen und wie das Land ins heutige Chaos geführt wurde.

Daneben wird auch ein Einblick ins fiktive venezolanische Filmschaffen gewährt: Der auf wahren Tatsachen basierende Spielfilm El Amparo erzählt die Geschichte von zwei Männern, die sich dem Vorwurf ausgesetzt sehen, FARC-Guerillas zu sein. Dazu kommen Familiendramen wie Pelo Malo und La distancia mas larga.

Geschichten in komprimierter Form

Das Festival widmet sich auch lateinamerikanischen Kurzfilmen und ermöglicht es den Zuschauenden so, Geschichten aus verschiedenen Ländern in komprimierter Form zu entdecken: Die zwischen sieben und gut 20 Minuten Langen Filme werden am Donnerstagabend in drei Blöcken gezeigt. Das Publikum kann die Filme bewerten und der beliebteste Kurzfilm wird am letzten Festivaltag nochmals gezeigt.

 

Wie erwähnt ist Venezuela nur eines von zwölf Ländern, deren Filmschaffen vorgestellt wird. Darunter sind auch Filme, die an internationalen Filmfestivals mit Preisen ausgezeichnet wurden. Etwa La Cordillera de los Sueños aus Chile, für den der wegen der Diktatur ins Exil ausgewanderte Regisseur Patricio Guzmán in sein Heimatland zurückkehrt und ein Porträt der Gebirgskette der Kordilleren zeichnet. Ausgehend vom mächtigen Gebirge versucht er, sein Heimatland von heute zu verstehen. Erwähnenswert ist auch das peruanische Drama Retablo, in dem ein Jugendlicher in einer gewalttätigen Machogesellschaft aufwächst und Gewissenskonflikte durchlebt.

 

Natürlich hört Kulturvermittlung nicht beim Filmeschauen auf: Am Pantalla Latina gibt es darum ein reichhaltiges Rahmenprogramm, das auch in anderen St.Galler Kulturorten den lateinamerikanischen Geist aufleben lässt. Etwa eine Ausstellung der in St.Gallen lebenden venezolanischen Fotografin Adriana Ortiz Cardozo im Projektraum 4½ oder täglich wechselndes Essen aus verschiedenen Ländern in der Kinobar. Dazu kommt ein Tangokonzert im Palace und eine Märchen- und Liederstunde für Kinder im Gugelhuus.

Ein ziem­lich ab­ge­fah­re­nes Ding

Seit zehn Jah­ren gibt es die Re­si­den­cy in der Bi­blio­thek An­dre­as Züst im Al­pen­hof, die­sem so schwer zu fas­sen­den Ort in In­ner­rho­den. Der run­de Ge­burts­tag wird nun mit ei­nem viel­fäl­ti­gen Fes­ti­val ge­fei­ert.

Von Hanspeter Spörri,
Alpenhof bibliothek andreas zuest residency

Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

Be­vor die Kunst­hal­le St.Gal­len im De­zem­ber we­gen Um­bau­ar­bei­ten vor­aus­sicht­lich bis April 2027 schliesst, dreht sie noch­mals voll auf. In der Aus­stel­lung «House of Ch­an­ge: Pre-Con­s­truc­tion-Warm-Up-Ga­lo­re» prä­sen­tiert sie im lau­fen­den Mo­nat ein dich­tes, bun­tes Pro­gramm an Kunst und Kul­tur.

Von Larisa Baumann,
House of change larisa baumann 1

Zwi­schen Kunst und Kör­per 

In der Aus­stel­lung «Smi­le ma­nia­cal­ly we’re ali­ve» ver­bin­det Ja­la Wa­hid schein­bar ge­trenn­te Wel­ten. Sie schlägt dar­in ei­ne Brü­cke zwi­schen Er­in­ne­rung, Emo­ti­on, Wis­sen­schaft und Po­li­tik. 

Von Sieglinde Wöhrer,
Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

Ver­ei­nig­te Kul­tur­sze­ne pro­tes­tiert ge­gen den Spar­ham­mer

Die er­neu­ten Spar­vor­schlä­ge der St.Gal­ler Re­gie­rung stos­sen auf brei­te Ab­leh­nung. Die Kul­tur­sze­ne so­li­da­ri­siert sich ge­gen die Ab­bau­plä­ne. Die Kul­tur­lob­by hat sich in Stel­lung ge­bracht. Obs hilft?

Von Roman Hertler,
2611 Kulturgelder gaffa rappenspalter 2 farbe

Kunstausstellung

Mut­ter­schaft in Öl ge­fasst

Von Vera Zatti,
Cecileund Pina300dpi

Die Meis­te­rin der Bei­läu­fig­keit

Ei­gent­lich woll­te Zsuz­san­na Gah­se kei­ne Bü­cher mehr schrei­ben. Nun hat sie mit An­ge­rich­tet ihr Werk doch noch ein­mal er­wei­tert. Ih­re Spra­che dar­in bleibt neu­gie­rig, hu­mor­voll und spie­le­risch. Und wirkt fast wie ein Kom­men­tar zum ei­ge­nen li­te­ra­ri­schen Schaf­fen.

Von Michael Lünstroth,
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Bücherherbst: Ausser mir von Micha Friemel

Ana­ly­se des müt­ter­li­chen Wahn­sinns

Von Veronika Fischer,

Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
Gu Kas Pa Ro 26 385960 Email Orginal 2