Mia Nägeli, 21. Oktober 2023 um 13:29 Uhr Hey Timi, Merci für den Kommentar und die lieben Worte. Ich möchte nur darauf hinweisen: Die von dir erwähnte Kritik kommt nicht aufgrund von angeblicher Fehlrepräsentation, sondern aufgrund von einer trans-/frauenfeindlichen Ideologie der von dir gemeinten Kommentatorin. Die Formulierung "Frauen unsichtbar machen" verwendet sie regelmässig, um gegen trans Frauen zu hetzen, bei Anlässen der Mitte-Partei, in ihrem Podcast, in Texten, auf Twitter. Möchte das nur ergänzen, da ich gerne Hetze gegen eh schon diskriminierte Minderheiten als das benennen möchte, was es ist, egal wie subtil sie daherkommen mag.
Arjun, 19. Oktober 2023 um 17:49 Uhr Super Artikel. Und de G. probiert sich no als grosse linke und Feminist z profiliere... Voll de Witz. Villicht hät er zviel ziit mitem Köppel verbracht
Timi, 19. Oktober 2023 um 17:43 Uhr Starker Text Mia, danke! Dass es hier Leute gibt, die dich wegen Formulierungen im Text oder Fehlrepräsentationen einzelner Frauen kritisieren finde ich nebensächlich. Als die Geschichten von G.s Übergriffen publik gemacht wurden (an dieser Stelle Respekt für alle die sich gemeldet haben) war niemand wirklich überrascht. Weder sein privates noch sein professionelles Umfeld. Er ist ein egomanischer, manipulativer Machtzwerg, der zwar gute Reportagen schreibt (würde mich nicht wundern, wenn er einige der kritischen Kommentare selbst verfasst hat), aber auch total daneben ist. Wieso regen sich alle so darüber auf, dass so ein Typ für seine wiederholten, heftigen Grenzüberschreitungen angeprangert wird? #it is nice to be important, but it is more important to be nice.
Timi, 19. Oktober 2023 um 17:41 Uhr Starker Text Mia, danke! Dass es hier Leute gibt, die dich wegen Formulierungen im Text oder Fehlrepräsentationen einzelner Frauen kritisieren finde ich nebensächlich. Als die Geschichten von R.s Übergriffen publik gemacht wurden (an dieser Stelle Respekt für alle die sich gemeldet haben) war niemand wirklich überrascht. Weder sein privates noch sein professionelles Umfeld. Er ist ein egomanischer, manipulativer Machtzwerg, der zwar gute Reportagen schreibt (würde mich nicht wundern, wenn er einige der kritischen Kommentare selbst verfasst hat), aber auch total daneben ist. Wieso regen sich alle so darüber auf, dass so ein Typ für seine wiederholten, heftigen Grenzüberschreitungen angeprangert wird? #it is nice to be important, but it is more important to be nice.
smirt, 15. Oktober 2023 um 16:38 Uhr fuuuck! (Um beim Wortlaut zu bleiben) ihr 90er und 00er Jahrgaenge scheint ja echt Probleme zu haben? Danke, der Text hat mir etwas geholfen eure Generation und die ganze, fuer mich bisher als voellig uebertieben wirkende Debatte ueber Sex/Gender besser verstehen zu koennen und trotzdem denk ich, fucking first world problems! Vielleicht beschaeftigt ihr euch besser mal mit etwas anderem?! die Welt dreht sich nicht um euch und auch nicht um die hier sogenannten Vorbilder. Medien kann mensch auch NICHT konusmieren, das hilft verdammt viel! Verbringt mal etwas mehr Zeit in Ruhe in der Natur und kommt runter von euren Tripps, was soll denn der ganze Scheiss bzw. wem nuetzts was? Oder um im Genre zu bleiben: TEXTA, Paroli, qualitaets Rap aus meiner Generation: http://texta.at/lyrics/paroli/paroli
Mia Nägeli, 7. Oktober 2023 um 18:16 Uhr Liebe Vera, Merci für den Kommentar. Dass alle Geschlechter den Sexismus und die Rape Culture der 00er Jahre (nicht, dass die heute nicht mehr existiere, sie ist nur etwas subtiler geworden) mitgetragen haben, ist mir bewusst. Hab ich auch nicht bestritten, sondern angetönt. Zum zitierten Abschnitt: Die Männer flüstern da, über Dinge, über die Männer eben flüstern (body count, Männlichkeitsfantasien, diesdas), die Frauen flüstern dort, über Dinge, über die Frauen eben flüstern (u.a. erwähnte Warnungen vor mutmasslichen Tätern). Selektiv das eine "Flüstern" als "verschüchtert" zu lesen, das seh ich eher als problematisches Framing an. Im Text war das nicht so gemeint, aber ich kann aber verstehen, dass man das als eingeschüchtert liest. Schliesslich ist das ebenso ein popkulturell geprägtes Muster, das bei Männergruppen nicht existiert. Darauf hätte ich Rücksicht nehmen können und ich hätte es schwieriger machen können, das Framing darauf zu projizieren – durch ein Verzichten auf das "Flüstern" beispielsweise. Auch wenn das, wie mir mitgeteilt wurde, halt gerade in dem Fall so stattgefunden hat. Das ist ja nichts, was man durch die Redaktion brüllt. Danke für den Hinweis.
Mia Nägeli, 7. Oktober 2023 um 18:06 Uhr Liebe Regula, Danke für deinen Kommentar. Der Text hier ist der bisher der einzige, der den Fall eben nicht als Einzelfall charakterisiert, sondern als strukturell bedingt, gefördert und verursacht versteht. Deswegen: Danke fürs Zustimmen. Und die harten Worte, die sind notwendig. Es geht hier nicht um "Sex" oder ums "Liebe machen", es geht ums "Ficken", in allen Deutungen des Wortes. Ich bleib gern am Thema dran, Priorität hat aber der akute Schutz meines Überlebens. Weil Menschen wie du ihre Medienmacht dafür nutzen, um nach unten zu treten und gegen trans Frauen wie mich zu hetzen, werd ich täglich beim Einkaufen oder Spazieren beschimpft, bedroht, bespuckt und erhalte Morddrohungen. Nicht wegen meines Aktivismus oder wegen meiner Arbeit, sondern wegen meiner Existenz. Und du arbeitest aktiv, bewusst und seit Jahren daran mit. (Ich nehme an, analog zu anderen Aussagen von dir meinst du mit "Misogynie" im Text meine Identität, mit "Frauen unsichtbar machen" mein Existieren.) Deshalb: Wenn du deinen Hass und die Hetze mit Falschinformationen etwas zurücknimmst, werd ich mehr Kapazität haben, mich um strukturelle Gewalt zu kümmern. Bitte tu das doch und ich nutze die gewonnene Energie dafür, dich und andere FINTA*s in der Medienbranche zu schützen. Versprochen. Deal?
Regula Staempfli, 7. Oktober 2023 um 11:41 Uhr Vera, Patrizia, genau. So gut der Mia-Text ist - noch selten soviel "ficken" gelesen und trotzdem die Sätze verschlungen - er weist misogyne Strukturen auf, nicht untypisch für unsere Zeit, die gerade punkto MediaToo WIRKLICH NICHT hinsehen will und Frauen unsichtbar macht. Ich hatte damals eine der stärksten Stimmen in der Schweiz – bis heute – doch die Equipe rund um den "Starjournalisten" ist am Ruder. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie gewalttätig die Journiszene gegenüber sog. starken Frauen bleibt. Keine einzige Verantwortliche (die ehemalige Chefin des Abusers ist in höchster Medienposition), kein einziger Chef im linksliberalen, linksextremen, linkskulturellen Milieu muss Konsequenzen ziehen. Bis heute werden die Frauen, die sich damals gewehrt haben, mit aller Macht zum Schweigen verdammt. Also: Liebe Mia, liebe Saiten: Belasst es nicht bei diesem "Einzelfall", sondern hört endlich den damaligen und heutigen Frauen zu!
Chrigel Fisch, 6. Oktober 2023 um 20:50 Uhr Warum nennt eigentlich niemand Namen? Ausser denjenigen von Meienberg, der jetzt grad mal einzig und allein auf seine machoistische Seite reduziert wird? Was hat G mit Meienberg zu tun? Nicht viel, finde ich, ich kenne beide, beide haben eine wahnsinnige (Meienberg zudem eine klinisch hoch-depressive) und eine unangenehme Seite. Ich nenns mal Aufschneiderei, Machismo, Protzen mit ein paar Lines, mal mit Hells Angels abgehängt, wow. Meienberg aber hat das Land und die damaligen finsteren Zustände andersartig seziert und für den Journalismus in diesem Land viel umgespurt. Warum wird G, der seinen Namen von einer «Hexe» entlehnt hat, nicht einfach beim Namen genannt? Ansonsten (abzüglich Meienberg, und ein paar mal «ficken» zuviel, das brauchts wirklich nicht, das ist bei den falschen abgeschaut) hab ich den Text sehr gerne gelesen, bin ja auch aus dem Thurgau, oder. Was da auf persönlicher Ebene gelaufen ist mit G, das ist Scheisse. Ich fänd nun G’s Antwort in Saiten professionell. Von beiden Seiten.
patrizia, 4. Oktober 2023 um 17:30 Uhr ja, stimmt Vera, und sie haben genauso auch alle anderen frauen (und männer), welche da nicht mitgezogen haben, sondern welche kritisiert und sich gewehrt haben, genauso abwertend mundtot gemacht, als uncool behandelt, wie diejenigen, die geflüstert haben.
Vera Trachsler, 3. Oktober 2023 um 14:52 Uhr "Heute stelle ich mir vor, dass die Frauen gleichzeitig am anderen Ende der Redaktion standen und sich Warnungen über G.s sexualisierte Gewalt zuflüsterten." Bei aller berechtigter Kritik an diesem Zeitgeist der 00er Jahre: Dass sich die Autorin nachträglich vorstellt, wir Frauen dieses Milieus von damals hätten keine Stimmen gehabt, sondern wären verschüchtert zum Flüstern unter "unseresgleichen" verdammt am anderen Ende des Redaktionsraumes gestanden (wth?) und hätten Gonzo, Vice Magazine, Californication und Drogenrap nicht genauso cool wie Männer gefunden, nicht auch zu den entsprechenden Verkaufszahlen und deren Popularität beigetragen, nicht auch diesen Style angestrebt und verkörpert, Frauen wie Cat Marnell nicht als weibliche Gonzo-Ikone oder Marie Calloway nicht als feministische Sex & Drugs Literatin abgefeiert und diesen problematischen Zeitgeist nicht auch selbst enthusiastisch befähigt und mitgeprägt, finde ich ziemlich befremdend.
Sam Spade, 2. Oktober 2023 um 18:51 Uhr Verdammt. Auch ich kenne G. (aber er natürlich nicht mich). Zum ersten Mal gesehen habe ich ihn in einer Konstanzer Unterführung, er hat einen Text geslamt, zusammen mit Etrit. Später habe ich ihm im Klimperkasten zugehört, im Neuwerk, vielleicht auch mal in der Frohegg. Schon damals hat er mich beeindruckt. Und vielleicht sassen Mia und ich sogar in der selben Thurgauer WG, auf einem Hügel leicht oberhalb der Stadt, mit Blick auf den See (zumindest in der Theorie, wir sassen meist am Küchentisch). Ich habe G. rappen gehört, über die Frau im Heiligkreuz und das Zuviel an gestrecktem Kokain in St. Gallen und den Song kürzlich sogar meinem Teenagersohn vorgespielt. Ich fand G. super. Fand ihn spannend in der WoZ, grandios, geistreich, unterhaltsam in der Republik und er schien mir der vielleicht würdigste Nachfolger von Meienberg. Der ist bis heute einer meiner journalistisch-literarischen Helden – was mit Aline Graf war, habe ich längst verdrängt. Und als ich in der Republik über die Vorwürfe gegen G. las, fand ich die scheisse. Und habe mir gleichzeitig gedacht: wir wissen ja gar nicht genau, was war und dass er gerne einen geblasen bekommen möchte: geschenkt. Und niemand redet davon, dass der Mann nun komplett am Arsch ist, dass eine eloquente, kluge Stimme nun für mutmasslich lange, lange Zeit verstummen wird. Und dann lese ich diesen Text und weiss, dass auch ich schon ein Abuser war, gedankenlos, ich glaube nicht böswillig, aber eben doch. Denke daran, dass auch ich schon ganz oft in der Corvette-Ecke stand. Und dass ich mein Fantum überdenken muss. Und ja: es ist ganz oft ganz genau so wie Mia ihren Text betitelt hat, ein Ansage wie eine Faust mitten ins Macho-Gesicht. Der Text von Mia ist der mit Abstand beste, den ich zu diesem Thema gelesen habe, vielleicht sogar der einzig relevante. Und es macht meinen Ärger über die Republik nochmals eine Nummer grösser, dass niemand dort diesen Text geschrieben hat. Und/oder dass dieser Text dort nicht längst erschienen ist. Danke, Mia. Und nächstes Mal gerne in deiner Ecke.