Nix los ausser Baufieber und Tankstellen? Der Eindruck hat sich zumindest oberflächlich bestätigt, beim Saiten-Besuch diesen Mittwoch: viel los auf den Ausfallstrassen, viel los in der Migros und im Spar, viele Baustellen, aber sonst…?
Da kann etwas nicht stimmen. Denn Wittenbach hat etwas, das niemand sonst in der Region hat. Ein Wunderding. Eine USP. Ein Prachtsteil.
Eine Passerelle.
Grosszügig dimensioniert, breit und ausladend schwingt sie sich göttlich über die Ausfallstrasse Richtung Amriswil. Von Süden her ideal verlinkt mit den dort anschliessenden Wohnüberbauungen – gegen Norden zwar unselig abgeknickt, eine Folge fatal geänderter Gestaltungspläne, aber dafür mit Treppe und Riesenrampe spektakulär ausschweifend. Ein Hauch von USA in der Ost-Provinz. Das hat sonst niemand.
Nimmt man noch das Platzgeviert hinzu, das sich zwischen Migros, Spar und Post daran anschliesst, ein Märchenprinz von einem Platz, wenn er klug gestaltet wäre und frech genutzt würde, ein Platz, der den Namen «Zentrum» mit allem Stolz tragen könnte, wenn sie nur wollten, die Wittenbacherinnen und Wittenbacher…
… dies zusammengedacht, Wunderrampe und Dornröschenplatz, könnte zum Kult-Ort werden: für Rampenfeste, für Platzkonzerte, für Spontan-Lesungen im vor sich hin dämmernden Pavillon, für Schach- und Jassturniere hoch über dem tosenden Verkehr, für alles Mögliche, brückensymbolisch Bevölkerungsschichten und Altersgruppen verbindend, Wittentown.
Wittenbach und seine Passerelle: ein Traumpaar.
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.