Es machte schon an der Buchvernissage am 3. Oktober in St.Gallen Eindruck. Und es hat auch die Jury der Schönsten Bücher der Schweiz überzeugt: Das Buch Raum. Zeit. Kultur, herausgegeben vom Architektur Forum Ostschweiz im Triest Verlag, gestaltet von den Saiten-Grafikern Bänziger und Kasper Florio.
Es ist eine durchwegs st.gallische Kooperation, die eine der diesmal insgesamt 24 Auszeichnungen gewonnen hat: Der junge Triest Verlag ist in St.Gallen (und in Zürich) domiziliert, die Grafiker sind hier tätig, sie hatten bereits 2013 eine Auszeichnung im Wettbewerb erhalten, Sämi Bänziger ausserdem 2015 mit dem Vexer-Buch über die Künstlerin Lily Keller (zusammen mit Krispin Hée). Und auch die im Buch präsentierten Projekte sind durchwegs ostschweizerisch. Bloss gedruckt wurde in Deutschland – gerade noch eins der 24 prämierten Schönsten Bücher der Schweiz ist übrigens im Land hergestellt worden, alle anderen in Italien, Deutschland, Litauen oder Indien.
Raum. Zeit. Kultur ist aus einer Artikelserie hervorgegangen, die das Architektur Forum angeregt und das Tagblatt publiziert hat. Ziel der über dreissig von 2011 bis 2015 erschienenen Architekturkritiken war die Förderung der Baukultur. Im Buch findet sich diese Originalbeiträge ergänzt, einerseits um Fotostrecken von Hanspeter Schiess, andrerseits um Essays von Ueli Vogt, Andrea Wiegelmann und Thomas Schregenberger; dessen Beitrag zur Stadtplanung war auch im Oktoberheft von Saiten 2016 zu lesen.
Die Seiten-Gestaltung in Raum Zeit Kultur unterscheidet zwischen den relativ «zeitungsnah» wiedergegebenen Kritiken und den Essays, die jeweils auf den Randspalten mit viel Weissraum in der Mitte Platz gefunden haben. Im Buch zu finden sind viele der prominenten Bauvorhaben der letzten Jahre, darunter aus der Stadt St.Gallen die Lokremise, die Fachhochschule, die Militärkantine oder die Hauptpost, aus der Region der Stadtpark Frauenfeld, das Gipfelgebäude auf dem Chäserrugg oder die Überbauung Chantun Sur in Pontresina.
St.Galler Buchkultur ist noch ein zweites Mal ausgezeichnet worden: Unter den 24 «Schönsten» ist auch das Buch here and where der Luzerner Künstlerin Julia Steiner zu finden, erschienen im St.Galler Vexer Verlag. Das Werkbuch dokumentiert die Arbeit, welche Julia Steiner 2016 in der barocken Abteikirche in Bellelay im Jura realisiert hat, sowie weitere Werke von 2010 bis 2016.
Generell dominieren die Kunstbücher einmal mehr den Jahrgang. Die Wanderausstellung der Schönsten Bücher geht ab Ende August auf Schweizer Tournee.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.
Der 1100. Todestag von Wiborada – Inklusin, Stadtheilige und Projektionsfläche – ist zurzeit Thema vielfältiger Aktivitäten. Zu den Highlights gehört eine mutmassliche Unterschrift, zu besichtigen in der Ausstellung im St.Galler Regierungsgebäude.
Gastkommentar
Anna Beck-Wörner hat ein Wiborada-Unterrichtsheft erarbeitet. Im Postenlauf, der durch St.Gallen führt, können Schüler:innen anhand von Wiboradas Lebensweg lehrplankonform Themen wie Gemeinschaft, Lebensform, Bücher oder Identität erarbeiten.
Am Wochenende bringt das Aufgetischt-Festival wieder über 100 Strassenkünstler:innen aus aller Welt in die Gassen der Stadt St.Gallen. Wir haben mit Daiana Mingarelli vom Duo Daiana Lou über die Eigen- und Besonderheiten des Busking gesprochen.