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40 Jahre Grabenhalle: Antidot gegen das Vergessen

Von Zeit zu Zeit gebärden sich Erinnerungsfeiern inflationär. Manches geht eben schnell vergessen. Also: Schachteln auspacken, Podiumsdiskussionen organisieren und sich erinnern!
Von  Wolfgang Steiger
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2004 fand das 20-Jahre-Grabenhalle-Jubiläum statt. Bereits fünf Jahre darauf erhielt die Halle zum 25-jährigen Bestehen wieder eine Feier und ein neues Outfit. In einer meiner Archivschachteln schlummert die auf Hochglanzpapier gedruckte, persönliche Einladung zum Anlass der Eröffnung des Jubiläumsjahres am 10. Januar 2009.

Ich war vom Festkomitee eingeladen worden, gleich nach dem Programmpunkt «Begrüssung» darüber zu sprechen, wie alles angefangen hatte. Seit längerem mit Familie im Appenzeller Hinterland wohnhaft, war mir entgangen, dass inzwischen Poetry-Slam in der Welt draussen und in der Grabenhalle im Besonderen Einzug gehalten hatte. Das Publikum verlangte Pointen, was ich etwas irritiert aus den Lachern bei der Begrüssungsrede meines Vorredners, eines Mitglieds der Betriebsgruppe, schloss.

Eine Verkettung von Peinlichkeiten

Ich fühlte mich darum leicht deplatziert am Mikrofon in der Grabenhalle, wie ich den geladenen Gästen mit vollem Ernst von den Peinlichkeiten erzählte, die im November 1981 den Auftritt der deutschen Anarchorockgruppe Schroeder Roadshow in der Grabenturnhalle begleitet hatten.

Für die Gruppe mobiles AJZ verhandelte ich damals vorgängig mit dem Sportamt über einen Raum für diesen Anlass. Die Gruppe aspirierte klar auf die alte Turnhalle am Unteren Graben, das Sportamt wollte uns hingegen mit der Mehrzweckhalle Schönau abspeisen. Dem Sportamtschef entging jedoch, dass die Schönauhalle bereits vom Militär belegt war. So erhielten wir in letzter Minute die Grabenturnhalle doch noch. Keine einfache Sache erwartete uns am 25. November, dem Tag des Konzertes: Den Turnhallenboden mussten wir umständlich mit Linoleum ab Rollen zudecken, für die Beleuchtung gab es nur nackte Neonröhren und die Stromversorgung bestand aus einer einzigen Steckdose in der Ecke, dort, wo heute die Bar steht.

Während wir zu zweit in der Stadt herumstressten, um einen Elektriker aufzutreiben, der uns behelfsmässig das Stromtableau mit zusätzlichen Ausgängen versehen konnte, tauchte der Sportamtschef in der Halle auf. Er wollte mir und nur mir, dem offiziell Verantwortlichen, persönlich, gegen Unterschrift, den Schlüssel übergeben. Da er mich nicht antraf, nahm er den Schlüssel wieder mit. So kam es, dass ich die Halle nicht abschliessen konnte; über Nacht sprayten «Unbekannte» die Wände rundherum voll. Meine Ohren glühten bei der Hallenübergabe am nächsten Tag. Man konnte mir aber nichts vorwerfen und das Sportamt verpasste der vernachlässigten Turnhalle schnell eine Pinselrenovation.

Die Archivschachtel spuckt allerlei mehr aus: Zum Beispiel den Bericht und Antrag des Stadtrates an den Gemeinderat über das Initiativbegehren betreffend die Erhaltung der Grabenturnhalle zur kulturellen Nutzung vom 21. Dezember 1982. Eine Interessengemeinschaft aus so illustren Gruppen wie Jazz in St. Gallen, Rock in Opposition, Folk Club, Goldfilm, Dritte Welt Laden (Arbeitsgruppe Kultur), Musik Cooperative Schweiz, Frauentheater, Kultur und Folk St. Gallen und Frauenfilmgruppe hatte 1185 gültige Unterschriften eingereicht. Damit war die Initiative zustande gekommen. Fun Fact:

Aus dem kurzerhand von der AJZ-Kinogruppe erfundenen Goldfilm entstand das heutige Kinok, eine tragende Säule im städtischen Kulturleben.

Die Chronik von Sabin

Ein längerer Text zur Geschichte der Grabenhalle gerät mir in die Finger. Es handelt sich um die Chronik der Halle von den Anfängen um 1980 bis 2004, geschrieben von der leider verstorbenen Aktivistin und Historikerin Sabin Schreiber. Unter anderem dokumentierte sie den Knatsch der IG mit den Kurd:innen wegen Unregelmässigkeiten bei der Hallenrückgabe, berichtet von den Problemen bei der Vergabe der Halle, um den Anforderungen an die Veranstaltungen gerecht zu werden. Sie sollten unkommerziell und nicht parteipolitisch ausgerichtet sein.

Discos gingen nicht, weil damit Geld verdient wurde und sie in der Logik der IG somit kommerziell waren. Um trotzdem abtanzen zu können, betrieb dann von 1989 bis 1996 eine Gruppe mit grossem Erfolg jeden zweiten Freitag im Keller unter der Grabenhalle eine Disco. Die Chronik erwähnt auch den schrecklichen Unfall nach einer Disconacht: Verena Merz, eine höchst talentierte Malerin, liess ihren Freund Thomas, einen Steinmetz, auf ihrem Töff fahren. In der Kurve im Platztor prallte er beim Pfauen frontal in die Mauer. Beide starben. «Die Schatten der beiden Köpfe waren noch lange auf der Wand zu sehen», schreibt Sabin.

Viel Raum in der Chronik nehmen auch die Querelen um das Frauenbeizfest von 1985 zum Anlass des einjährigen Bestehens der Frauenbeiz «Katz» im Bündnerhof ein. Grundsätzlich wurde die Halle nur unter der Bedingung vergeben, dass niemand ausgeschlossen wird, weshalb denn auch Männer mitfesteten, was unter den Frauen kritisiert wurde. Schliesslich änderte sich die Vergabepraxis, den Frauen wurde der Status einer sozial benachteiligten Gruppe anerkannt und ihrer Forderung nach einem eigenen Raum stattgegeben. In der Folge kam es in der Grabenhalle zu zahlreichen rauschenden Festen für «women only».

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

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01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

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Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

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Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

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Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

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Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah