Fährt man von Wil aus ins untere Toggenburg, übersieht man das Guggenloch beinahe. Nur ein kleiner Wegweiser markiert den Schotterweg, der unter der Eisenbahnbrücke bei Lütisburg im Grün zu verschwinden scheint. Wagt man sich aber wenige Meter weiter vor, steht man plötzlich inmitten einer historischen Stätte: Die Gebäude der ehemaligen Mühle im Guggenloch haben bereits ein halbes Jahrtausend gesehen, heute wohnen hier Künstlerinnen, Handwerker, Kinder.
Darunter auch die Theatermacherin Andrea Schulthess. Zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Guggenlochs und vielen weiteren Freiwilligen aus dem halben Toggenburg wird sie hier, mitten in der Natur, im Juni ein Stück mit dem Titel wild aufführen. «Es ist mehr ein theatraler Ausflug als ein Schauspiel», erzählt die Regisseurin im Gespräch. «Ich mag diese Theaterform, dieses Unterwegssein mit dem Publikum, sehr.»
EIn halbes Jahrtausend alt: die Häuser im Guggenloch. (Klick zum Vergrössern)
Wer beim Titel des Stücks an Rehpfeffer oder Wildschwein-Wurst denkt, liegt falsch. «Wild als Adjektiv, nicht als Nomen», lacht Schulthess. Vergangenen Sommer verbrachte sie sehr viel Zeit in der Guggenlocher Natur – der wilden Natur, wie sie ergänzt. Dann die Idee: Was, wenn Menschen mehr Zeit und Raum hätten, sich in der Natur aufzuhalten? Würde sich dann das eigenartige Verhältnis, das wir oft zu ihr zeigen, wandeln? Würden sich gar neue Ansätze entwickeln, wie wir als Menschen mit Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Umweltverschmutzung umgehen können?
wild – Ein Stück unter freiem Himmel: 6. bis 30. Juni im Guggenloch bei Lütisburg
wildmond.ch
Schulthess spann die Grundidee zusammen mit der Musikerin Angela Pina Ganzoni weiter, schnell wuchsen Team und Ensemble auf über 30 Mitglieder an. Aber was erwartet die bis zu 80 Premieren-Gäste genau ab dem 6. Juni in der Toggenburger Wildnis? Zuviel mag Schulthess nicht verraten. «Das Stück ist eine Einladung», sagt sie, «wir laden das Publikum ein, sich in der zauberhaften Atmosphäre hier im Auenwald mit der Natur auseinanderzusetzen.» Liebevoll und poetisch soll es sein, mehr Empfindsamkeit als Aktivismus auslösen.
Während sie sich im Leitungsteam mit dem Inhalt auseinandergesetzt hatten, sei ihnen aufgefallen, dass Tiere und Pflanzen oft auf groteske Art und Weise abgespalten vom Menschen wahrgenommen werden. «Das ist ein grosses Missverständnis», sagt Andrea Schulthess. Dass alles miteinander verwoben ist, möchte das Ensemble mit Musik, Tanz, Sinnlichkeit und Humor aufdecken. Und das Publikum wird auch direkt gefordert – und sei es nur, wenn es sich auf die japanische Tradition des Waldbadens einlassen soll.
Dieser Beitrag erschien im Juniheft von Saiten.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
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Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
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Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
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Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.