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Alles dreht sich um sich selbst

Das Vögele Kulturzentrum in Pfäffikon spürt dem Selbstoptimierungstrieb nach. Mit dokumentarischem Material, Objekten aus der Alltagskultur und wissenschaftlichen und Publikumsbeiträgen, die mit Gegenwartskunst kombiniert werden.
Von  Kristin Schmidt
Jacob Dahlgren, I, the world, things, life, 2018. Interaktive Dart-Installation. (Bild: Manuela Matt)

Erinnert sich noch jemand an Singles? Jenen Film Anfang der 1990er-Jahre, in dem Eddie Vedder, Jeff Ament und Stone Gossard von Pearl Jam mitspielten, und der als Porträt der Jugend in Seattle gehandelt wurde? Eine der Hauptdarstellerinnen flog darin in einem Video durch die Grunge-Metropole. Sie befand sich auf der Suche nach dem perfekten Mann und im Bewusstsein, nichts weniger als diesen verdient zu haben, denn sie erschien sich selbst perfekt: «Expect the best» verkündete sie ihrem potentiellen Zukünftigen.

Können wir von so viel Selbstbewusstsein nur noch träumen? Müssen wir uns immer noch weiter optimieren? Ständig Puls und Herzfrequenz kontrollieren, um das effizienteste Training absolvieren zu können? Während des Trainings Podcasts hören, um noch schlauer zu werden? Nur noch Bio essen, nicht der Ökologie wegen, sondern um dem eigenen Körper nur das Gesündeste zuzuführen? Und warum das Alles? Um in den sozialen Netzwerken glänzen zu können?

Das Vögele Kulturzentrum in Pfäffikon spürt dem aktuellen Selbstoptimierungstrieb nach und setzt auf sein bewährtes Ausstellungskonzept: Dokumentarisches Material, Objekte aus der Alltagskultur, wissenschaftliche und Publikumsbeiträge werden mit Gegenwartskunst kombiniert. Mitmachexponate laden zu hautnahen Reflexionen ein.

Ausstellungsansicht. (Bild: Manuela Matt)

Thesen werden nicht nur formuliert, sondern handfest in den Raum gestellt. Dieser gleicht im aktuellen Fall sinnigerweise einer Turnhalle. Schwedenkästen und Sprossenwände stehen bereit, Spielmarkierungen ziehen sich an den Wänden entlang. Das davor aufgestellte Rad ist jedoch nicht den Turnhallen entlehnt, sondern dem Hamsterkäfig.

Die Künstlerin Sarah Hepp aus Zürich hat diese goldene Tretmühle entworfen und ein schlüssiges Bild für Optimierungsanstrengungen gefunden: Alles dreht sich nur noch um sich selbst.

Sarah Hepp, Tretmühle, 2015. Stahl und Aluminium auf Rädern, Gold Pulverbeschichtung. (Foto: Brigham Baker)

Einen anderen Aspekt thematisieren Stefan Panhans‘ Klettergriffe. Sie bestehen aus Präparaten zur körperlichen oder geistigen Leistungssteigerung und sind so zerbrechlich, dass sie den bequemen Weg zum idealen Ich als Illusion entlarven. Pillen, Kapseln, Pülverchen – auch der St. Galler Hans Thomann visualisiert diese leeren Versprechungen der Optimierungsindustrie. Also doch Sport treiben? Oder in die Schönheitschirurgie?

Bis 30. September, Vögele-Kulturzentrum Pfäffikon
voegelekultur.ch

Noch vor drei Jahren hiess es, schöne Menschen erzielten höhere Löhne. Nun hat eine neue Studie das Gegenteil herausgefunden. Was bleibt uns also? Entspannt die Studien und Optimierungstrends vorbeiziehen lassen wie die Wölkchen am Sommerhimmel.

Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.

 

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Heftvorschau 07/08/26
Kunst im Sittertal, Sommertipps

Vor 40 Jah­ren grün­de­te Fe­lix Leh­ner in Bein­wil am See die Kunst­gies­se­rei, die 1994 nach St.Gal­len zog. Und vor 20 Jah­ren ent­stand er­gän­zend da­zu die Stif­tung Sit­ter­werk, die un­ter an­de­rem ei­ne welt­weit ein­zig­ar­ti­ge Kunst­bi­blio­thek führt. Wir tau­chen ein in die­sen wun­der­sa­men Mi­kro­kos­mos im Sit­ter­tal. Aus­ser­dem in der Ju­li/Au­gust-Dop­pel­num­mer: die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps, die Fla­schen­post von An­na Stern aus Finn­land und das In­ter­view zum 100-Jahr-Ju­bi­lä­um un­se­rer Haus­dru­cke­rei Nie­der­mann. 

Saiten 260708 01 Cover 01

Der Kul­tur­kampf

Es war das Jahr­zehnt der Kul­tur: In den 80ern kam die Stadt St.Gal­len zu ei­ner Kunst­hal­le, ei­nem Pro­gramm­ki­no, der Frau­en­bi­blio­thek, der Gra­ben­hal­le, ge­nos­sen­schaft­li­chen Bei­zen und an­de­rem. Wie das ge­lang und wer die Fä­den zog, zeich­nen Ralph Hug und Co­rin­ne Schatz im Buch Der gros­se Auf­bruch nach.

Von  Peter Surber
2606 80er JF Mueller 01

Die sub­ver­si­ve Kraft des Auf­be­geh­rens

Das Film­dra­ma Fuo­ri er­zählt ein kur­zes Ka­pi­tel der aus­ser­ge­wöhn­li­chen Le­bens­ge­schich­te ita­lie­ni­schen Schrift­stel­le­rin, Schau­spie­le­rin und Wi­der­stands­kämp­fe­rin Go­li­ar­da Sa­pi­en­za.

Von  Karsten Redmann
Fuori 3

Die Ge­füh­le dre­hen sich

Mit ver­schreck­ten Se­cu­ri­tys in ei­ner bun­ten In­sze­nie­rung von An­ge­li­ka Zacek prä­sen­tiert das Vor­arl­ber­ger Lan­des­thea­ter in Bre­genz Shake­speares Ein Som­mer­nachts­traum.

Von  Sieglinde Wöhrer
Ein Sommernachtstraum David Kopp Maria Lisa Huber Nurettin Kalfa c Anja Koehler

Tri­umph­marsch ge­gen den Krieg

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Von  Peter Surber
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Der Ap­fel, der bö­se Wolf und Will­helm Tell 

Im Werk 2 in Ar­bon dreht sich der­zeit al­les um My­then. «Sehn­sucht My­thos. Wie Ge­schich­ten un­se­re Welt ge­stal­ten» ist ei­ne äs­the­ti­sche Aus­stel­lung, die mit ih­rem sehr brei­ten My­thos­be­griff ar­bei­tet und viel­fäl­ti­ge Ge­schich­ten un­ter ei­nem Dach ver­eint.

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Neue Eigenproduktion

Mit Walt Whit­man in die Zu­kunft 

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Tunneleröffnung

Von der Lok­re­mi­se zur Reit­hal­le gehts jetzt un­ten durch

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Mit 1000 Um­dre­hun­gen durch den All­tags­irr­sinn

Das muss­te ja so kom­men! Es konn­te nicht bei ei­nem blei­ben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zwei­te gros­se, schwe­re Psy­cho­buch von Be­ni Bi­schof. Dar­in ver­wir­belt der Künst­ler er­neut Ei­ge­nes, Frem­des, Be­fremd­li­ches, Be­kann­tes, Neu­es, Un­kennt­li­ches mit lo­cke­rer Hand, Hu­mor und Hin­ter­sinn.

Von  Kristin Schmidt
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Auf­he­ben, ver­kau­fen oder zer­stö­ren?

Die Son­der­aus­stel­lung «Bau­stel­le Er­in­ne­rung / ‹Hit­ler ent­sor­gen› – Ar­bei­ten am be­las­te­ten Er­be» im Vor­arl­berg Mu­se­um in Bre­genz be­schäf­tigt sich da­mit, wie ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit Ge­gen­stän­den aus der NS-Ver­gan­gen­heit aus­se­hen kann. Aus­ser­dem be­rät das Mu­se­um Pri­vat­per­so­nen, die sol­che Ge­gen­stän­de be­sit­zen.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Ge­trennt ge­mein­sam und mit gu­ter Aus­sicht

For­rer Stie­ger Ar­chi­tek­ten ge­lingt mit dem Drei­fach­kin­der­gar­ten und der Ta­ges­be­treu­ung im Hei­lig­kreuz­quar­tier in St.Gal­len die Qua­dra­tur des Krei­ses.

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Should I Stay or Should I go

Es geht um uns Men­schen und un­ser son­der­ba­res und ver­hee­ren­des Ver­hal­ten. «Hu­mans» heisst die gros­se Ein­zel­aus­stel­lung des Ost­schwei­zer Künst­lers Olaf Breu­ning. Vie­le Ar­bei­ten sind spe­zi­ell für die Schau im Mu­se­um Al­ler­hei­li­gen in Schaff­hau­sen ent­stan­den. 

Von  Ursula Badrutt
2025 06 02 Ausstellungsaufnahmen 14

25 Jah­re Rock am Wei­er

In Wil fand am Wo­chen­en­de das Rock am Wei­er statt. Seit 25 Jah­ren gibt es das Fes­ti­val, und trotz in­zwi­schen grös­se­rer Na­men ist es im­mer noch kos­ten­los. Ein Ver­ein or­ga­ni­siert es nicht-pro­fit­ori­en­tiert und för­dert re­gio­na­le Acts. Un­se­re Au­torin ist an den Ort ih­rer mu­si­ka­li­schen So­zia­li­sa­ti­on zu­rück­ge­kehrt. Ei­ne Re­por­ta­ge. 

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Kolumne: 24/7 Traumacore

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«Es geht dar­um, sich sei­ner Pri­vi­le­gi­en be­wusst zu sein»

De­bat­ten um Ma­chis­mus, Deepf­ake-Por­nos, häus­li­che Ge­walt und Fe­mi­zi­de sind bei­na­he all­täg­lich. Was kön­nen Män­ner ge­ra­de tun, wenn sie un­ter Ge­ne­ral­ver­dacht ge­ra­ten? Frau­en­haus­lei­te­rin Kat­ja Häm­mer­li Kel­ler, Flo­rance Hil­de­brand vom fe­mi­nis­ti­schen Streik­kol­lek­tiv Thur­gau und Ma­nu­el Ben­ja­min Leh­mann vom Fo­rum Mann dis­ku­tie­ren Lö­sungs­an­sät­ze.

Von  Daria Frick , Bilder:  Lea Le
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Kommentar zur SVP-Chaosinitiative

Aus­län­der:in­nen sind nicht nach­hal­tig

Von  Christoph Keller
Nachhaltigkeitsinitiative

30 Jah­re Ar­chi­tek­tur­ver­mitt­lung

Das AFO, das Ar­chi­tek­tur Fo­rum Ost­schweiz, dis­ku­tiert und ver­mit­telt seit 30 Jah­ren Bau­kul­tur. Am kom­men­den Frei­tag wird das Ju­bi­lä­um ge­fei­ert und die neus­te Ar­ti­kel­se­rie der gu­ten Bau­ten als Buch prä­sen­tiert.

Von  René Hornung
2511 Gutes Bauen 1 Ladina Bischof

Im zwei­ten An­lauf: Kan­tons­rat sagt Ja zu Mi­na­sa 

Mi­na­sa be­kommt al­so doch Geld aus dem Lot­te­rie­fonds: Der Kan­tons­rat hat dem von Sai­ten und Thur­gau­kul­tur.ch auf­ge­bau­ten Pro­jekt, das den gröss­ten Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Ost­schweiz er­mög­licht, die Fi­nan­zie­rung für drei wei­te­re Jah­re ge­si­chert.

Von  David Gadze
Kantonsrat Sommersession 2026 Benjamin Manser St Galler Tagblatt