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«Alles ghört jetzt Allne»

Weisch, min Ex-Ma heisst Walter. Dies waren die ersten Worte, die Jonas Bartholdi vernommen hat im Palace, gestern bei der Albumtaufe Nummer 2 der St.Galler Band Stahlberger zu «Dini Zwei Wänd». Er fand sie gewaltig gut.
Von  Gastbeitrag , 
Bilder: Jonas Bartholdi

Pünktlich wie ich bin, habe ich gegen halb neun an der Palace-Kasse meinen Unterarm mit dem Tintenstempel tätowiert. Offenbar bin ich nicht der pünktlichste in St.Gallen. Alle Sitze des alten Kinos waren bereits besetzt mit Personen im Alter meiner Eltern. Dieser Zustand änderte sich jedoch in kürzester Zeit, denn wie zu erwarten, war auch die zweite Stahlberger-Show kurz vor Beginn ausverkauft.

Wie immer an allen Stahlberger-Konzerten ist das Publikum gut durchmischt. Viele kannten nicht mal das neue Album Dini Zwei Wänd. Sie wären einfach hier weil: «Alles, was Stahlberger macht genial ist und sich jeder damit identifizieren kann.» Solche Aussagen kamen von älteren wie auch ganz jungen Leuten. In der der heutigen Zeit mit allen Streaming-Anbietern ein Konzert zu besuchen, ohne die neuen Songs zu kennen, sei zwar «risky», aber der Effekt zugleich betörend bei positiver Darbietung.

Um etwa viertel vor zehn startet auch das Konzert. Als die Herren die Bühne betreten, bebt das ganze Palace unter dem Beifall. Manuel Stahlberger betont am Anfang, dass sie viele Songs der neuen Platte spielen. Dabei gucke ich meinen Gesprächspartner von vorhin nochmals an: Blick gespannt nach vorne, völlig gefangen zwischen Texten und Tönen bei Songs wie Schäbikon und Wieder i de Schuel.

In Gedanken schwebend beim Song Chliine Fisch, in der es um eine Frau geht, die gefangen im Alltag ist und am Ende einfach verschwindet. Düster aber ehrlich sind die Texte, und sie widerspiegeln unsere Gesellschaft, in der ja oft alles Schöne mit «Osterkuchen» vom Himmel gepredigt wird.

Vielleicht liegt es genau daran, dass ich überhaupt keine Handys in der Luft sehe. So muss ein Konzert. Bewegen, inspirieren oder anders gesagt: «Eine vor dä Latz».

In einem Punkt sind sich alle einig. Stadtyeti ist der beste Song des neuen Albums. Auch mein Gesprächspartner scheint Gefallen daran zu finden: Kinnlade ganz unten, glasige Augen inklusive. Er schwebt in den sphärischen Klängen, die vor allem Marcel Gschwend alias Bit-Tuner zu verdanken sind.

Am Ende Des Songs fragt er mich, wer denn jetzt dieser Yeti sei? Meine Antwort: «Hast du nicht zugehört? ‹Agmolte Hydrant›, vielleicht ‹en Pfoschte›, aber du darfst dich gerne auch als Stadtyeti bezeichnen.»

Nach einigen Songs mehr ist die Setlist bereits abgearbeitet und das «Zugabe»-Spiel beginnt. Ich bin überhaupt kein Fan dieses Akts. Völlige Zeitverschwendung, wenn ihr mich fragt, und das Ganze ist sowieso «scripted».

Regebogesidlig erscheint im neuen elektronischen Gewand und ich habe noch nie so viele Leute gehört, die dem Klimawandel so viel Stimme verleihen.

Alles in Allem, behaupte ich, ist Dini Zwei Wänd bis jetzt der beste Release der Band Stahlberger. Und vielleicht heisst ja der Stadtyeti mit Vornamen Walter…

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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

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Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

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1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

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In vie­len Aus­ser­rho­der Dör­fern klap­per­ten frü­her Web­stüh­le und spä­ter Stick­ma­schi­nen. In­zwi­schen sind sie al­le ver­stummt. Der Film Das En­de ei­ner Ära por­trä­tiert die Sti­cker Wal­ter Son­der­eg­ger Se­ni­or und Ju­ni­or aus Re­he­to­bel und setzt der Bran­che ein Denk­mal.

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Still das unendliche jetzt christian sonderegger johanna rensing vinca film distant lights