Die «historisch informierte Aufführungspraxis» beginnt früh dieses Jahr: Das erste Konzert des Konzertzyklus Alte Musik St.Gallen (AMSG) findet bereits am 22. Januar statt. Zu Gast in der Kirche St.Laurenzen ist das britische Sextett The King’s Singers, und wie gewohnt und geschätzt bei AMSG wird auch ihr Konzert von einer Einführungsveranstaltung begleitet.
Ihre Englische Vokalmusik widmen die King’s Singers den beiden Englischen Komponisten William Byrd und Thomas Weelkes, die vor 400 Jahren verstorben sind und beide keinen einfachen Lebensweg hatten: Weelkes war alkoholkrank und musste darüber hinaus mehrere Misserfolge verschmerzen, Byrd geriet als bekennender Katholik mehrfach in Bedrängnis unter der anglikanischen Herrschaft von Elizabeth I. Die spezielle und unverwechselbare Ensemblekultur dieser beiden so verschiedenen Meister basiere auf einer «einzigartigen Vollkommenheit in puncto klangliche Homogenität und Intonationsreinheit», heisst es in der Ankündigung. Ergänzt wird das Konzert mit Werken von Thomas Morley und Thomas Tallis.
Alte Musik St.Gallen:
22. Januar bis 5. März, Kirchen St.Mangen und St.Laurenzen
Vollständiges Programm: amsg.ch
Weiter geht es am 5. Februar in St.Mangen mit konzertanter geistlicher Musik von Daniel Johannsen, Veronika Skuplik, dem Consortium Instumentale und Michael Wersin. Am 12. Februar präsentiert das Freiburger Barockorchester mit dem Cembalisten Francesco Corti in St.Laurenzen «Meilensteine des barocken Instrumentalkonzerts» aus Venedig & Weimar. Die Einführungsveranstaltung dazu ist besonders: Sie richtet sich explizit auch an ein jüngeres Publikum und wird von der Musikvermittlerin Cornelia Nees gestaltet. Mitglieder des Ensembles liefern dazu live Klangbeispiele.
Bis im März folgen weitere Konzerte, und auch in diesem Zyklus findet wieder ein Orgelworkshop mit Verena Förster vom AMSG-Team für haupt- und nebenamtlich tätige Organist:innen, Studierende und fortgeschrittene Laien statt, diesmal zur Orgelmusik der Bachfamilie. In dieser berühmten Dynastie befanden sich nämlich zahlreiche komponierende Organisten.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.