Kategorie
Autor:innen
Jahr

Die Kultivierung des Fleischkonsums

Unser Fleischkonsum hat sich im Lauf der Zeit drastisch verändert. Irgendwann wurde die Unterscheidung von «edlen» und «unedlen» Stücken geläufig – sehr zu Unrecht. von Anne Lehner
Von  Gastbeitrag , 
Bild: elisabeth-fuelscher.ch

Wer kennt den leckeren Geruch von Hirnauflauf oder das butterzarte Gefühl von Leberpastete auf der Zunge? Erwähnenswert ist auch der herzhafte Geschmack selbstgemachter Knochenbrühe, von Ochsenschwanz und Schnörli.

Darauf angesprochen verzieht die jüngere Generation meist angewidert das Gesicht. Ältere Generationen erinnern sich, dass solches in ihrer Kindheit auf den Tisch kam. Damals war Fleisch ein Luxusgut. Man konnte damit nicht verschwenderisch umgehen, erklären Grosseltern wohlweislich.

Rezepte für das ganze Tier

Das Fülscher-Kochbuch erschien erstmals 1923. Es ist eines der Standardwerke der Schweizer Küche und enthält 1700 Rezepte. In der Lizenzausgabe von 1980 reihen sich Rezepte für das ganze Tier – auch die bereits erwähnten – in aller Selbstverständlichkeit zwischen heute noch gern gegessene Gerichte.

Aus dem Fülscher-Kochbuch. (Klick zum Vergrössern)

In der Zwischenzeit haben wir unseren Fleischkonsum aber zunehmend «kultiviert». Der Geschmack von Herr und Frau Schweizer ist seit ein paar Jahren derart exquisit, dass vornehmlich Filet, Entrêcote und, wenn es mal sein muss, ein Plätzli auf dem Teller landen.

Bis vor 15 bis 20 Jahren wurden Fleischstücke zum Schmoren oder langen Kochen rege nachgefragt. So zum Beispiel Braten, Haxen oder Ragout. Auch Stücke mit einem leichten Fettanteil wie Voressen, Schweinehals oder Siedfleisch waren beliebt. Mittlerweile sind bereits Stücke mit etwas Knochen, Haut oder Schwarte unerwünscht. Innereien sind aus Schweizer Metzgereien und Esszimmern beinah ganz verschwunden. Leberli, Nierli, Lunge und Kutteln gehörten vor rund 30 bis 40 Jahren noch zu unserem täglichen Brot. Vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stieg die Nachfrage nach Innereien.

Seit der Industrialisierung der Fleischproduktion können wir es uns aber leisten, wählerisch zu sein. Die ganz edlen Fleischstücke sind rasch und einfach zubereitet, was gut zu unserem heutigen Lebensstil passt. Manche unedleren Stücke brauchen mehr Planung, da sie bei zu kurzer Erhitzung zäh bleiben. Das Wissen um Haltbarkeit und Zubereitung ist jedoch mehrheitlich in Vergessenheit geraten.

Abartige Konsumgewohnheiten

«Kultivierung» ist ein interessantes Wort. Bedenkt man, dass für die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch durchschnittlich 13 Kilo Getreide und 30 Kilo Heu und für diese Menge an Getreide und Heu wiederum rund 100’000 Liter Wasser und weitere Ressourcen benötigt werden, wirkt unser «kultivierter» Konsum recht abartig. In den USA konsumieren die Nutztiere zur Zeit siebenmal so viel Getreide wie die Amerikaner. Mit derselben Anzahl an Kalorien könnte man 840 Millionen Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, versorgen.

Das liegt an einem einfachen Naturgesetz. Nur ein geringer Teil der Fütterung geht ins Wachstum der Tiere. Warum? Der Körper hat ständig Vitalfunktionen wie Herzschlag, Atmung und die Erhaltung der Körpertemperatur zu erfüllen. Daneben übernimmt er eine Vielzahl von weiteren Aufgaben. All das braucht Energie. Wachstum steht auf der Prioritätenliste weiter unten.

Das Filet macht einen winzigen Anteil der Muskelmasse aus. Wo bleibt der Respekt vor dem Tier, wenn wir nur noch für relativ mikronährstoffarme Edel-Stücke töten?

Fleisch fürs Gehirn

Es wird vermutet, dass spätestens ab der dem Menschen ähnlichen Gattung Homo, vor rund zwei Millionen Jahren, mehr Fleisch verzehrt wurde. Die Hypothese lautet, dass Fleisch den Speiseplan mit dem nötigen Plus an Kalorien und kritischen Vitaminen und Spurenelementen ergänzte, die für die Vergrösserung des Gehirns nötig waren.

Das Gehirn gehört zu den Geweben mit dem höchsten Energieverbrauch. Unser heutiges Gehirn verbraucht im Ruhezustand etwa ein Viertel der Gesamtenergie des ganzen Körpers. Bei Menschenaffen sind es nur rund 10 Prozent, bei anderen Säugern noch weit weniger. Das liegt daran, dass wir relativ zur Körpergrösse ein viel grösseres Gehirn haben.

Man vermutet, dass die Ernährung davor von Insekten und Pflanzen dominiert war. Der Speiseplan wurde vermutlich ab und zu durch Eier und selten durch Fleisch ergänzt. Die Jagd war anstrengend und riskant – ein verschwenderischer Umgang wäre fatal gewesen.

Damals versuchten unsere Vorfahren, an alle Nährstoffe zu gelangen. Auch das Hirn wurde gegessen. Es ist das einzige Organ von terrestrischen Wirbeltieren, dessen DHA-Gehalt an den von Fischen heranreicht. DHA ist eine Omega-3 Fettsäure, die im Körper an lebenswichtigen Funktionen beteiligt ist.

Knochen wurden geöffnet, um an das Knochenmark zu gelangen. Später, als die Technik es ermöglichte, wurden sie ausgekocht. Das Produkt: eine Brühe voll lebenswichtiger Aminosäuren und Mineralien.

Leber unter der Lupe

Auch die Innereien waren wichtig. In Punkto Mikronährstoffgehalt hat besonders die Leber Aufmerksamkeit verdient. Zum Beispiel enthält sie das 220-fache an Folsäure und rund fünf mal mehr Vitamin A als Muskelfleisch. Nur im Zinkgehalt schneidet das Muskelfleisch im Vergleich zu den inneren Organen minim besser ab.

Experten vermuten, dass Muskelfleisch allein unsere Ur-Ahnen auf Dauer nicht genügend ernährt hätte. Folsäure ist beispielsweise zu Beginn der Schwangerschaft besonders wichtig, da es bei Folsäuremangel während der Embryonalentwicklung zu einer Fehlbildung des Neuralrohrs kommen kann. Mit der zusätzlichen Einnahme von Folsäure als Nahrungsergänzung oder als Zusatz in Zerealien konnte diese Fehlbildung in der Gegenwart drastisch reduziert werden. Die Massnahme, ermöglicht vom jungen Zweig der Nahrungsergänzungsindustrie, würde nichts nützen, wenn vorher kein Mangel bestanden hätte.

Anne Lehner, 29, ist Biologin. Sie schreibt derzeit ihre Masterarbeit am Institut für Evolutionsmedizin an der Universität Zürich.

Mit diesem Wissen erstaunt es nicht, dass Raubtiere in der Wildnis sich meist zuerst über die Innereien hermachen. Falls sie von einem dominanteren Tier vertrieben werden, haben sie die makro- und mikronährstoffreichsten Stücke* bereits verzehrt. Der Kaloriengehalt der Leber ist übrigens leicht höher als der von Muskelfleisch. Das Raubtier erhält mehr Mikronährstoffe ohne an Makronährstoffen einzubüssen. Raubtiere treffen also instinktiv eine kluge Entscheidung.

Giftige Leber?

Gerade die Leber macht es uns leicht. Die Zubereitung von Leberli geht ratzfatz, und da sie nur kurz erhitzt werden, sollte der Gehalt an hitzelabilen Vitaminen auf dem Teller ebenfalls noch hoch sein. Viele verzichten aber auf den Genuss von Leber, da sie sich vor Vergiftungen fürchten.

Es stimmt: Die Leber ist unter anderem für die Entgiftung des Körpers zuständig. Sie ist allerdings keine Lagerstätte, sondern wandelt Gifte um und macht sie wasserlöslich, damit sie über den Urin oder via Galle über den Stuhl ausgeschieden werden können. Für die Ablagerung ist das Fettgewebe besser geeignet, da die meisten Schadstoffe vor der Umwandlung durch die Leber fettlöslich sind.

Im Nordwesten Spaniens untersuchte eine Studie den Quecksilbergehalt im Muskelfleisch und in Innereien von Rindern. Abgesehen von den Nieren war der Quecksilbergehalt in allen übrigen Organen unter der Nachweisgrenze. Wer also wegen Quecksilber keine Leber isst, sollte auch auf Muskelfleisch verzichten. Ob sich andere Schadstoffe wie zum Beispiel Pestizide gleich verteilen, kann daraus nicht geschlossen werden.

Eine generelle Entwarnung kann man sowieso nicht gegeben. Der Nutzen des vergleichsweise hohen Mikronährstoffgehalts und die Risiken möglicher Schadstoffe müssen gegeneinander abgewogen werden. Das Filet künftig zu verschmähen und ausschliesslich Leber zu essen, wäre aber sowieso unklug. Das könnte zu einer Überdosierung an fettlöslichen Vitaminen, insbesondere Vitamin A, führen.

Solange aber möglichst alle geniessbaren Stücke verzehrt werden und auch pflanzliche Lebensmittel reichlich vertreten sind, ist ein zu häufiger Leberkonsum so gut wie ausgeschlossen. Wer nicht aus ethisch-moralischen Gründen auf Fleisch verzichtet und seinen Fleischkonsum abwechslungsreicher gestaltet, macht seine Ernährung vollwertiger.

Was passiert mit dem Rest?

Seit dem Auftreten von BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie), den meisten als Rinderwahn bekannt, sind nicht mehr alle Stücke von Rindern, Schweinen und Ziegen für den Verzehr geeignet. Besonders zu erwähnen sind das Hirn und das Rückenmark, die für den Konsum nicht mehr zugelassen sind und heute separat verbrannt werden müssen.

BSE wird vermutlich durch abnormal verdrehte Eiweisse, sogenannte Prionen, verursacht. Die Krankheit zersetzt das Hirn und macht es löchrig wie einen Schwamm. Diese Prionen werden erst durch grosse Hitze und Druck deaktiviert, wie sie bei der üblichen Zubereitung nicht erreicht werden.

Tiere bestehen nicht nur aus Filet & Co. Was also passiert mit dem ganzen Rest? Wer glaubt, nichts «Grusigs» zu essen, tut es vielleicht trotzdem regelmässig. In Inhaltstoffdeklarationen sind die Begriffe Fleisch oder Fleischerzeugnis häufig zu lesen. Fleisch umfasst gemäss Definition alle geniessbaren Tierkörperteile, die lediglich leicht prozessiert wurden. Das schliesst die Nutzung von Verarbeitungshilfsstoffen bei der Gewinnung mit ein.

Viel abstrakter wird es bei den Fleischerzeugnissen. Gemäss dem Gesundheitsamt des Kantons Solothurn sind Fleischerzeugnisse «verarbeitete Erzeugnisse, die aus der Verarbeitung von Fleisch oder der Weiterverarbeitung solcher verarbeiteter Erzeugnisse entstehen und die so beschaffen sind, dass bei einem Schnitt durch ihren Kern die Schnittfläche die Feststellung erlaubt, dass die Merkmale von frischem Fleisch nicht mehr vorhanden sind.»

Durch chemische und physikalische Verfahren können diverse Zusatzstoffe aus dem Rohstoff Tier hergestellt werden. Schade nur, dass nach diesen Prozessen von den wichtigen Mikronährstoffen in der Regel nicht mehr viel übrig bleibt, während sich im Enderzeugnis meist einige Zusatzstoffe finden.

Viel vom Tier wird auch für medizinische Zwecke verwendet oder in Kosmetika gesteckt, zum Beispiel «hydrolysiertes Kollagen» alias Gelatine in Anti-Faltencremes. Kollagen wird vor allem aus Knochen, Haut und Sehnen gewonnen. Was schliesslich übrig bleibt, wird exportiert oder zu Tierfutter verarbeitet. Ein geringer Anteil wird verbrannt.

Nicht verzagen, Metzger fragen

Bis anhin scheint hauptsächlich eine tiefe Haushaltskasse für den Konsum von «unedlen» Fleischstücken gesprochen zu haben. Die Definition von «edel» erscheint je nach Perspektive sowieso willkürlich. Wie Oscar Wilde zu sagen pflegte: «Heutzutage kennen Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.» Im Fall der unedlen Tierbestandteile scheint das durchaus zuzutreffen.

Die erste Herausforderung für den interessierten Endverbraucher wird sein, die gewünschten Stücke im Fachhandel überhaupt noch zu erhalten. Gute Anlaufstellen sind meist Metzgereien, die noch selber schlachten oder die Nachfrage direkt beim Bauern, der Mischpakete verkauft. Beschreibungen für die Zubereitung und Haltbarkeit finden sich meist in älteren Koch- und Fachbüchern. Zu beachten ist die deutlich kürzere Haltbarkeit von Innereien. Ein guter Metzger kennt sich mit der Haltbarkeit und Zubereitung ebenfalls aus.

Kultivieren heisst unter anderem veredeln. Perfektioniert hat das die Haute-cuisine, die viele exquisite Rezepte für das ganze Tier zu bieten hat. Mit etwas Wissen und Planung sind die meisten Stücke auch für die Zubereitung zuhause geeignet. Ob mit weissem Stofftischtuch und Silberbesteck bleibt jedem selbst überlassen. En Guete!

*Als Makronährstoffe werden Kohlenhydrate, Fette und Proteine bezeichnet. Mikronährstoffe sind lebensnotwendige Stoffe, die der Körper braucht und nicht selber herstellen kann. Er muss sie daher über die Ernährung aufnehmen. Dazu zählen Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und noch ein paar weitere.

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

Von Hans Stutz,
2610 RIO Saalbild

Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

Von Sieglinde Wöhrer,
Leopoldstadt R anjakoehler 260217 1

Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

Von Liliia Matviiv,

Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
2610 Erntehelferei 260044 us 0218 max

Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

Gran­dio­se Gro­tes­ke

Von Florian Vetsch,

Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

Von Andi Giger,
IMG 5751

Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

Die Stadt St.Gal­len muss spa­ren und will das his­to­ri­sche Volks­bad nach der Wie­der­eröff­nung des Hal­len­bads Blu­men­wies schlies­sen. Da­bei ver­spricht die Stadt seit über 40 Jah­ren die Sa­nie­rung.

Von René Hornung,
Volksbad rene hornung 1

Der St.Gal­ler Kul­tur gehts an den Kra­gen

Die St.Gal­ler Re­gie­rung spart ge­gen ih­ren Wil­len wei­te­re 60 Mil­lio­nen Fran­ken ein und rech­net für 2027 mit ei­nem Plus von 55 Mil­lio­nen Fran­ken. Kul­tu­rel­le Ar­beit wird da­bei wei­ter pre­ka­ri­siert – mit ei­ner gros­sen Aus­nah­me.

Von Roman Hertler,
Kanton sparmassnahme

Filminstallation über Vergänglichkeit

Nur Vor­wärts

Von Daria Frick,
Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

Win­tis Glücks­fall

Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

Von Roman Hertler, Bilder: Daria Frick,
2609 Staetevergleich DSC 6589

Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
7228 dsc00923

Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
1000229093

Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
3 gewerbemuseum winterthur next relations leon ehrmann matthis plaga 300dpi a5 1

Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
Christina walker foto petra rainer 2026 farbe

Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
IMG 0333
Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2

Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
2609 RIO Gerd Zikeli 01 IMG 1149