Er hat es wieder getan.
Der Nationalrat, der nebenbei noch als Stadtpräsidentendarsteller in der ansonsten wunderbaren Hafenstadt am Bodensee auftritt, hat kürzlich seine bekannten Ressentiments gegen die Soziale Arbeit und gegen einen intakten Sozialstaat ins Sommerloch geworfen. Dort könnte man diese auch gut belassen, aber leider haben seine Ausfälle System.
Schon vor Jahren gab der von der CVP zur SVP übergelaufene Politiker zum Besten, lieber stelle er in seiner Gemeinde zwei Polizisten an, statt eine Sozialarbeiterin. Dieser deutlichen Ansage folgten passende Taten. Man versuchte sich Sozialhilfeberechtigte vom Leib zu halten, indem man ihnen einen Umzug in andere Gemeinden, zum Beispiel in die Stadt St.Gallen nahelegte. Dieser zutiefst entmenschlichten Politik hat glücklicherweise der empathiefähige Sozialvorsteher von St.Gallen Paroli geboten.
Am See unten bejubelt der Ortskönig derweil, dass ein Investor eine Liegenschaft mit Sozialwohnungen abgerissen und veredelt neu gebaut hat: «Äs sind tolli Eigetumswohnige entstande, mit ganz tolle Lüüt.» Da schwingt sie wieder mit, diese Verachtung von Menschen unter schwierigeren Lebensbedingungen. Sind nur Leute nett, die sich eine Eigentumswohnung leisten können?
Wer hat, dem wird gegeben, dafür hat in diesem Kanton die düsterbürgerliche Ratsmehrheit in den letzten Jahren gesorgt, der Rest bleibt auf der Strecke. Klügere Geister wissen jedoch, dass sich nur Reiche einen schwachen Staat leisten können.
Ich habe die politische Verhöhnung von Armutsbetroffenen und Prekarisierten satt, dieses permanente Arbeiten an einer entsolidarisierten Gesellschaft. Die wirklich gefährlichen, destruktiven Akteure sind die, die den Sozialstaat gezielt auszuhöhlen versuchen.
Da gibt es einem auch zu denken, wenn in der Stadt St.Gallen als Nachfolger für den feinen und klugen Nino Cozzio ein Lautsprecher aufgestellt wird, der sich in seinem Smartvoteprofil in Sachen Sozialpolitik nahe am rechten Abgrund bewegt.
Zum Glück stellt sich dem die Jugend entgegen.
Dani Fels, 1961, ist Dozent an der FHS St.Gallen und Fotograf. Er schreibt monatlich die Stadtkolumne in Saiten.
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht