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Grazie a voi

Die Ausstellung «Ricordi e Stima» war in St.Gallen und Kreuzlingen zu sehen - jetzt erscheint das dazugehörige Buch unter dem Titel «Grazie a voi».
Von  Peter Surber , 

Die Ausstellung «Ricordi e Stima» (bis Ende Mai im Historischen und Völkerkundemuseum St.Gallen zu sehen) war eine Einladung zum Nach- und Zurückdenken. Sie würdigte die Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter aus Italien, die man zwar so nannte, aber deswegen nicht unbedingt auch gastlich aufnahm, obwohl sie seit dem ZweitenWeltkrieg entscheidend zum Wirtschaftswunder beitrugen: Sie schufteten auf Baustellen und in der Maschinenindustrie, nähten Akkord in den Textilfabriken, bedienten in Restaurants und putzten die Schweiz sauber. Ausstellung und Buch zeigen in dichten Kapiteln Bilder der Arbeit, der politischen Mobilisierung, daneben die Freizeit, Ausflüge zu Fuss und per Vespa, Kultur, Calcio und Boccia, das Vereinsleben, Kirche, Schulen.

Eine Parallelgesellschaft

Eine Parallelgesellschaft – die den helvetischen Alltag so einschneidend verändert hat, dass man heute kaum noch nachvollziehen kann, wieviel Diskriminierung und Misstrauen den «Tschinggen» lange entgegenschlug.

Heute abend wird das Buch zur Ausstellung präsentiert. «Grazie a voi»: 16. Dezember, 18 Uhr, Raum für Literatur in der Hauptpost St.Gallen

Politisch manifest wurde das in den fremdenfeindlichen Schwarzenbach-Initiativen der frühen 70er – mit beklemmenden Parallelen zur heutigen Politik. Persönlich erlebt hat solche Diskriminierung der in Heiden lebende Grafiker Fausto Tisato, einer der Mitinitianten derAusstellung. Als Sohn italienischer Einwanderer hatte er erst im Kindergarten angefangen, Deutsch zu lernen, und wurde als Primarschüler vom Lehrer und von älteren Schülern gedemütigt, erzählte er in einem Videobeitrag in der Ausstellung.

Die «guten» Ausländer – und die andern?

Lange her – oder doch nicht? Ein Ziel wäre es, sagt Tisato, den Blick vom Damals aufs Heute schärfen. Dazu gehört für ihn etwa die fragwürdige Unterscheidung zwischen «guten» und «weniger guten» Ausländern – hier die Italiener, dort die Einwanderer aus neuen Migrationsländern. Dazu gehöre die Fremdenfeindlichkeit, die es auch und gerade unter Immigranten gibt. Oder dazu gehöre die Überhöhung des Nationalen; für ihn könne es auf dieser Welt «je länger je weniger eine nationale Identität geben». Alles heikleThemen, sagt Tisato – doch ihm ist es ein Anliegen, dass Ausstellung und Buch, neben der Wertschätzungfür die Italienerinnen und Italiener, eine Brücke genau zu solchen akuten Diskussionen um Ausländer und Flüchtlinge bauen.

Die Geschichte der italienischen Immigration zeigt: Es hat lange gedauert, bis man sich aneinander gewöhnt und voneinander gelernt hat – aber es hat funktioniert. Das könnte ein gutes Omen sein für den Umgang mit den Zuwanderern von heute und morgen.

Dieser Beitrag erschien zuerst im Aprilheft von Saiten.

Bild: Bauarbeiter in der Baracke der Firma Max Pfister AG, 1961 (Bild: pd)

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Der FC St.Gal­len nützt ei­ne frü­he ro­te Kar­te ge­gen Lu­ga­no gna­den­los aus und schickt den bis­her so sou­ve­rä­nen Lea­der gleich mit 5:0 nach Hau­se. Ein denk­wür­di­ger Nach­mit­tag zum Nach­le­sen hier im SENF-Ti­cker.

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Ein künst­le­ri­sches Ge­ne­ra­tio­nen­tref­fen

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Jala Wahid Smile maniacally were alive Sieglinde Woehrer

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Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

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01 Jakob Stutz 11 cut

Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
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«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle