Zuerst liessen sie sich zehn Jahre Zeit fürs erste Album, und jetzt schieben sie bloss ein Jahr später eine EP hinterher. Es ist natürlich ein kluger Zeitpunkt, den sich Panda Lux ausgesucht haben. So muss man es machen: Nachdem man viel Aufmerksamkeit erregt hat, möglichst schnell nachdoppeln.
Fünf deutschsprachige Songs sind auf dieser EP versammelt. Und es ist nicht erstaunlich, dass Bar Franca und Beuteltier jene zwei sind, die auf den Radiostationen rauf- und runterlaufen. Auch in Deutschland. Es sind die leichtfüssigsten Stücke, jene mit dem meisten Sexappeal.
Denn das ist ja überhaupt das, was in den letzten Jahren das Musikgeschehen in Westeuropa geprägt hat: die Sexyness. Dazu gehören sowohl körperbetonte Buntheit als auch musikalische Reduktion und elektronische Klänge. Bilderbuch hatte zweifelsohne einen prägenden Einfluss im deutschsprachigen Raum. Nicht nur auf Panda Lux. Bei ihnen aber auch, zumindest bei diesen zwei Stücken, was den neckischen Gesang und die phantasieanregenden Texte betrifft.
Meist ist es ein Lick, eine Melodie, die bleibt, die dominiert und sich ins Gehör frisst. Neuerdings hört man bei Panda Lux orientalische Klänge. Und das klingt dann sehr frisch und beschwingend über die perkussiven Beats.
Die verbleibenden drei Lieder entfernen sich mehr und mehr von dieser Reduktion und nähern sich wieder mehr an Versailles an, das erste Studioalbum der Band. Malle steht in der Mitte und wirkt als Bindeglied zwischen Bar Franca und Beuteltier sowie Bambus und Worte/Regnet. Die Synthesizer-Klänge werden schwerer, die Arrangements experimenteller.
EP-Releasparty: 20. April, 21 Uhr, Grabenhalle St.Gallen weitere Daten: pandalux.ch
Panda Lux legen nach Versailles nicht bloss nach, weil es der Markt befiehlt, sondern weil sie neue Songs haben, die ans schummrige Clublicht sollen. Man hört: Da spielt eine gute Band mit Ideen. Zoo ist kein stilistisch homogenes Produkt. Schon Versailles war das nicht. Bei einer EP mit bloss fünf Songs könnte man das bemängeln.
Andererseits kauft sich eine Mehrheit ohnehin bloss noch die Songs, die ihnen am besten gefallen. Und die Verkaufszahlen für Bar Franca und Beuteltier sind mit Sicherheit schon mehr als zufriedenstellend.
Dieser Tage sind Panda Lux in Deutschland unterwegs, in Köln, Hamburg, Berlin und München. Am Freitag, 20. April, folgt die EP-Taufe in der Grabenhalle.
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.