Zum Festivalsommer auf der anderen Seite des Rheins gehört es, mindestens einmal in den kühlen Fluss gesprungen zu sein. Der Ferienstimmung zuliebe. Und die kommt bei jedem auf, der von St.Gallen kommend die Grenze ins Vorarlberg überquert: Man ist in einem anderen Land, trinkt anderes Bier, redet mit anderen Menschen – manchmal auch mit Musikern mitten im Gebüsch.
Die Mitglieder der Wiener Band Bilderbuch schlugen sich im vergangenen Sommer durch Blätter und Äste, um sich vor ihrem Auftritt am Szene-Openair in Lustenau von einem der Bäume ins Wasser des alten Rheins zu stürzen. Es mag am Adrenalin gelegen haben: Die vier Jungs rockten die Bühne danach mit einer grandios-absurden Show, die einen immer mal wieder an Falko, Santana und Prince denken liess.
Poolbar-Festival: Altes Hallenbad, Feldkirch, 7. Juli bis 2. August, poolbar.at
5. Conrad Sohm Kultursommer: bis 11. September, Conrad Sohm, Dornbirn conradsohm.com
Auch in diesem Jahr bringt Bilderbuch seinen Art-Punk/HipHop nach Vorarlberg; die Band eröffnet das Sommerprogramm des Poolbar-Festivals in Feldkirch. Gelegenheit für den einen oder anderen also, im letzten Jahr Verpasstes nachzuholen. Sowieso ist der Festivalsommer eine kleine Zeitreise, zu und mit Bands, die schon in den 90ern erfolgreich waren. In der Poolbar spielen die Britpop-Band Travis, die New Yorker Alternative-Rocker Nada Surf, die Oldschool Hip-Hopper von Jurassic 5 und Achtung: die grossartige Electroclash Performerin Peaches.
Nicht verpassen sollte man ausserdem Mono, quasi die japanischen Mogwai. Auch im Conrad Sohm in Dornbirn, das ebenfalls an einem Fluss am Waldrand liegt, lassen sich die Sommerabende äusserst gut verbringen; ganze drei Monate dauert der Festivalsommer dort!
Auf dem Programm stehen Metal-Bands wie Exodus, Destruction, Equilibrium und Lordi (die finnischen Monster vom Eurovision Song Contest 2006). Die Schweiz ist mit Seven oder Bubble Beatz vertreten – die vielleicht letzte Chance übrigens, letztere noch einmal zu sehen, bevor sie nach 17 Jahren intensiver Müllverwertung aufhören. Das Ostschweizer Duo verabschiedet sich mit seiner Best of-Show von der Bühne. An Pop-Punker Frank Turner, der im September auftritt, dürften sich viele noch vom letztjährigen St.Galler Openair erinnern.
Daneben kommen noch Rapper Everlast, ehemals House of Pain, die Rock’n’Roll-Band The Baseballs und den deutschen Rapper Eko Fresh, die man möglicherweise schon zu oft, oder gerade deshalb noch nie gesehen hat.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.