Soll Kultur sperrig oder mehrheitsfähig sein, soll sie unterhalten oder verstören? Die Diskussion ist alt, neu entfacht wurde sie durch das Buch „Kulturinfarkt“, und wie ein Abbild dieser Diskussionen wirkt, wie die St.Gallische Kulturstiftung diesmal ihren jährlichen Kulturpreis vergibt: nämlich doppelt. An zwei Kulturschaffende, deren Werk nicht gegensätzlicher sein könnte.
Filmemacher Michael Steiner steht mit Filmen wie „Mein Name ist Eugen“, „Grounding“ oder „Sennentuntschi“ für ein helvetisches Kino, das die populären Stoffe und damit das breite Publikum sucht – und zumeist auch findet, sieht man vom jüngsten Steiner-Misserfolg „Das Missen-Massaker“ ab. Komponist und Pianist Alfons K. Zwicker hat zuletzt mit der kontroversen Oper „Der Tod und das Mädchen“ in Dresden und St.Gallen Aufsehen erregt; die St.Galler Inszenierung gibt es inzwischen auch auf CD. Zwicker komponiert kompromisslos bis zur Grenze des Aufführbaren jene Klänge, die für ihn die richtigen und notwendigen sind – und findet damit ein in der Regel handverlesenes Spezialistenpublikum.
Beides ist Kultur, beides hat seine Legitimation, sagt die St.Gallische Kulturstiftung mit ihrem Doppel-Anerkennungspreis zu Recht. Bleibt ein weiterer Unterschied: Zwicker ist in der Stadt und Region verankert, hier tätig und in Konzerten immer wieder präsent. Steiner hat man bisher kaum als St.Galler wahrgenommen – aber die Papierform stimmt,der Regisseur stammt aus Rapperswil-Jona.
Die Preise sind mit je 20000 Franken dotiert, und hier berühren sich die beiden Extreme vermutlich doch noch: Beide werden das Geld gut brauchen können, denn weder mit helvetischem Kino noch mit neuer Klassik wird man reich.
Nach dem 3:1-Hinspiel-Erfolg steht die Türe zu den Conference-League-Playoffs weit offen. Schreitet der FCSG hindurch? Das Rückspiel ab 20 Uhr live im SENF-Ticker.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
Eine Bundesrätin, mehrere Nationalrät:innen und die Politrapper der Stunde: Alle kommen sie aus der Kleinstadt Wil. Eine Erkundung vor den Lokalwahlen.
Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.