«Ein Unort zwischen Nichtmehr und Nochnicht, Menschen in nervöser Bewegung, Treppen und Rollkoffer, flirrende Geräusche. Der Flughafen ist ein Dazwischenland, wie geschaffen für das fantastisch wandelbare Medium des Animationsfilms.» So stand es letzten April hier, Anlass war ein Gespräch mit Michaela Müller zu ihrem vielfach preisgekrönten Kurzfilm Airport.
Vom Glas auf die Leinwand
Aber was heisst bei diesem Film «kurz»? Rund zehn Minuten dauert er zwar nur, zusammengesetzt ist er aber aus rund 7000 Bildern; dahinter stecken drei Jahre Zeichenarbeit. Pro Tag malte Michaela Müller acht bis zwölf Bilder mit Wasserfarbe auf Glasplatten, Bilder, die anschliessend je digital aufgenommen und zum Film zusammengefügt wurden.
Tageswerk: eine Sekunde Film. Von der Entwicklung über Recherchen, Finanzierung und Herstellung bis zur Postproduktion stecken im Kurzfilm rund sechs Jahre Arbeit, soviel wie in einem abendfüllenden Dokumentar- oder Spielfilm.
Über diesen Arbeitsprozess wird die wechselweise in der Ostschweiz, in New York und in Zagreb lebende Filmemacherin diesen Donnerstag, 10. Januar im Roxy in Romanshorn erzählen. Davor und danach ist der Film selber zu sehen – zweimal, doch mit einiger Sicherheit würde man auch noch ein drittes Mal gebannt eintauchen in das unablässig sich wandelnde Geschehen auf der Leinwand.
Kurze Geheimnisse
Langer Januar mit kurzen Filmen: jeweils Di und Mi vor dem Hauptfilm Airport mit Michaela Müller: Do 10. Januar 19.30 Uhr Kino Roxy Romanshorn kino-roxy.ch
Das Roxy belässt es aber nicht bei diesem einen Film. Den ganzen Januar über sind als Vorfilm jeweils am Dienstag und Mittwoch Schweizer Kurzfilme zu sehen, die Michaela Müller ausgewählt hat. Heute Dienstagabend ist es Plug and Play des Thurgauers Michael Frei aus dem Jahr 2013, heute schon beinah ein Klassiker des gezeichneten und animierten Humors.
Szene aus Perfect Town.
Am Mittwoch folgt Perfect Town von Anaïs Voirol, das liebevoll gezeichnete Porträt einer Stadt, nächste Woche dann Travelogue Tel Aviv von Samuel Patthey und L’homme sans ombre von «Altmeister» Georges Schwizgebel. Den Abschluss machen am 22. und 23. Januar Schlaf von Claudius Geninetta sowie Michaela Müllers Erstling Miramare.
Das Programm biete «Filme, die etwas Geheimnisvolles in sich bergen und viel zu selten auf Leinwänden zu sehen sind», steht in der Ankündigung des Kinos. Alle Infos hier.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.