Die ganz grossformatigen Werke der jungen Künstler mussten zuhause gelassen werden, da sich die Ausstellungsrichter für «wenig-Platz-für-Viele» anstelle von «viel-Platz-für-Wenige» entschieden hatten. Insgesamt leidet das eine oder andere Werk unter dem Wandmangel, das wird jedoch schnell zweitrangig, da man sich in erster Linie faszinieren lässt von der Idee, wie die unterschiedlichsten Werke
miteinander / zueinander / Empfindung
hängen. / stehen. / erzeugen.
Young Blood 2 lädt dazu ein, sich im Farbrausch treiben zu lassen, mit einem kalten Bier in der Hand oder was auch immer man gerne trinkt. Begleitet durch einen Disc Jockey hat die Vernissage am Freitag ein Ambiente geboten, das zu fruchtbaren Gesprächen zwischen den Generationen führte. Das Publikum war ebenso durchmischt wie die ausgestellten Werke (alt, jung, laut, leise, gross, klein, interessant…).
Wie etwas gemacht wurde, schien zweitrangig – Dialog und Austausch standen im Vordergrund. Auch wird das Publikum von Young Blood 2 durch einen unendlichen Freiraum zur Reflexion und Interpretation gefordert, eine eigene Faszination zu entwickeln. Nicht zuletzt durch die Verdeutlichung vieler Künstler, dass sie eben nicht auf einen Inhalt reduziert werden wollen.
Mittelsage mit Bar und Musik von «Band mit Vögel»: 20. April, ab 18 Uhr, Macelleria d’Arte St.Gallen.
Die Ausstellung Young Blood 3 im Mai ist dann ausschliesslich jungen Künstlerinnen gewidmet.
Daher folgt nun eine Wortcollage, die einen bewertungsfreien Eindruck der Vernissage abbilden soll. Ein Nachklang, in dem ungeordnete Eindrücke wie Echos zu einem neuen Ganzen geformt werden, ohne die Künstler auf einen Inhalt zu reduzieren oder eine Einzelperson dieser Sammelausstellung hervorzuheben. Ein Nachklang, der das individuelle und eindrückliche der Kunst und ihrer Schöpfer widerspiegelt, ohne die Form zu bewerten und
einfach
wie eine natürliche Begleiterscheinung der Vernissage hier (ent)steht:
Loslassen – lösen – Format – Entdeckung – Genuss – Facetten – Spielen– Farbe – Mittel – leiten lassen – eine echte Malerei – Start – Pinsel – Duktus – Essenz – Offenbarung – Bearbeitung ≠ Verarbeitung – Format unter 20 – weniger ist mehr – direkt – 3 + 3 = 666 – A3000 – Rauschen – Spiegel – Splitter – Maske – Masken – Pixel – Meergrün – Türkis – Meerblau – Grünblau – Blaugrün – Glas – Graffiti – Goldglanz – ausgeschnitten – aufgehängt – Raucher – Dialog – Kommunikation – Inspiration – Präsentation – Malerei – Plastik – Fotographie – Mixed Media – Abstinenz – Gespräche – laut – lachen – Kippe im Mund – Babyformat – Blätter, die Liebe machen – Interesse – Interpretation – Senfgelb – Bourdeaux – Blumen – bunt – bunter – am buntesten – lila – pink – Gelb – Grün – Quadrat – Raute – Styropor – da hat sich die Farbe reingefressen – leckeres Essen – Anchovis, uups – ih? – ne, is lecker – Schlachterei – NO CHOICE – Kunstmetzgerei – buntes Loch – Farbpixel – graugrün – O – Beziehung – Werk – Betrachter – Wand bemalt.
Die St.Galler Rockband The Black Salt veröffentlicht ihr zweites Album. Und verabschiedet sich ein Stückweit von ihren Anfängen.
Die Welt ist in stetem Wandel. Und manche Veränderungen sind irreversibel – Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Die Ausstellung «Flimmern» widmet sich der Bewusstwerdung dieses Wandels – und dem Schmerz, den er auslöst.
Die Grundlagen, mit denen die Befürworter:innen die dritte Autobanhröhre durch den Rosenberg in St.Gallen und die Teilspange mit dem Anschluss im Güterbahnhofareal fordern, basieren auf fragwürdigen Zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Raum- und Verkehrsplaner Thomas Hug-Di Lena.
Die St.Galler Tanzkompanie feierte vergangenen Samstag mit From England with Love Premiere. Das Stück wagt sich abermals aus dem Gleichschritt – mit unmissverständlichen Gesten.
Das Kunsthaus Bregenz zeigt in der neuen Ausstellung Arbeiten der US-amerikanischen Künstlerin Torkwase Dyson. Ausgangspunkt ihrer grossformatigen geometrischen Skulpturen und poetischen Malereien bildet das Leben und die Befreiung Schwarzer Menschen.
Wie stehts heute um die Gleichstellung? Und wie war das früher? Die Pop-up-Ausstellung «Frauenspuren im Hallenbad» in Gossau arbeitet ein Stück Gesellschaftsgeschichte auf. Zeigt, wo es heute noch hakt, und dass es nicht bleiben muss, wie es ist.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Theater
Johanna und Szilamer arbeiten seit vier Jahren als Erntehelfer:innen in Fruthwilen. In ihrer Heimat Rumänien ist die wirtschaftliche Lage angespannt und die körperliche Arbeit auf dem Feld sind sie gewohnt.
Am 29. Oktober entscheidet die SP der Stadt St.Gallen, wen sie in die Ersatzwahl um den Stadtratssitz von Peter Jans schickt. Was ursprünglich wie eine Formalität aussah, hat sich zu einem spannenden Rennen entwickelt. Mit offenem Ausgang.
Jock Kobels zweiter Fall
Musik
Heppelers Bestiarium
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.