Man kennt die Sätze von Besuchern an solchen Contests oder Newcomer-Konzerten: «Tönt jo richtig noch Schwiizer Musig». Die Klassifizierung kommt nicht von irgendwo, oft orientiert man sich an Gegebenem. Langweilig, ohne Ecken und Kanten. Zurückhaltend, eben typisch schweizerisch. Solche Musik für unsere Ü50-Mamis und -Papis, die nervend ihre Kinder anfeuern, obwohl es dem Rest nicht gefällt, blieb dieses Jahr am bandXost glücklicherweise aus.
Um den begehrten Musikpreis aus der Ostschweiz kämpften am Samstag in der Grabenhalle acht Acts. Der Abend bot vieles, über Singer-Songwriter, HipHop und Indierock bis Elektronica. Die musikalische Qualität war hoch – keine einfache Aufgabe für die Jury, die ersten drei Plätze zu prämieren.
Zu gewinnen gab es viel: Neben Beratung und Coaching dürfen die Siegerinnen und Sieger des Contests auf vielen Festivals in der Ostschweiz spielen, etwa am Clanx in Appenzell, am Openair Lumnezia oder am Openair Bischofszell. Um es in die Rotationen um Radio-Airplays zu schaffen, sind professionelle Studio-Aufnahmen (maximal sechs Songs) essenziell und helfen zusätzlich, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen.
Letztes Jahr gewann mit Riana zum ersten mal eine Frau.
Der Abend begann vielversprechend mit Ludmilla aus Trogen, vom bandXost-OK angepriesen als eine Stimme, die unter hunderten zu erkennen ist. Diese Energie hat alle sofort alle in ihren Bann gezogen. Selbstgeschriebene Lieder über fliegende Wale, weibliche Zyklen und Geschichten über tanzende Fähen: Das ist Ludmilla. Leider hat es nicht für einen Podestplatz gereicht. Sie wird sicher nicht so schnell von der Bühne verschwinden – und hey, Tash Sultana hat auch so angefangen.
Verdient an diesem Abend auf dem dritten Platz landete Any Sabadi mit ihrer Loopstation. Ihre Stimme und die vielfältig eingesetzten Stilrichtungen haben es der Jury offenbar angetan. Mit den gewonnenen 1500 Franken kann sie nun ihr Musikequipment erweitern. (Und eine Zusammenarbeit mit Ludmilla wäre schön, da sich beide total ergänzen würden.)
Any Sabadi.
Als Indierock-Sexpop bezeichnen The Oskars ihren Stil. Sie galten als klarer Favorit und haben ihr Können bereits an Festivals unter Beweis gestellt. Zum Tanzen animiert ihr Song Teach Me immer noch, auch nach zig-fachem Hören. Ihr Sound erinnert stark an die Anfangsjahre der Österreicher von Farewell Dear Ghost. Heute sind sie eine grosse Nummer. Das könnten auch The Oskars schaffen – verdient auf Platz zwei!
Wer Mischgewebe verpasst hat, kann sie diesen Freitag zusammen mit Cella sehen: 6. Dezember, Treppenhaus Rorschach
Man darf der bandXost-Jury auf die Schultern zu klopfen. Sie hat das Duo Mischgewebe zum verdienten Sieger gekürt. Bill und Mel haben bereits viel Bühnenerfahrung gesammelt und kreieren mit vielen elektronischen Geräten eine hammergeile Atmosphäre. Schade, durften sie nicht ein ganzes Set in der vollen Grabenhalle spielen.
«Zugabe, Zugabe!» aus allen Mündern, aufgeladen in voller Ekstase: Mischgewebe darf sich vergleichen mit Beacon, Holy Holy oder auch HVOB. Festivalveranstalter müssen nun ihr Line-Up dem Act entsprechend umkrempeln – bloss ein Slot am Nachmittag wäre definitiv zu wenig.
Bill und Mel sind Mischgewebe.
Bevor die Kunst Einzug hielt, war das Sittertal industrialisiert. Hier wurde gestickt, gewirkt, gefärbt, mercerisiert – aber auch gestreikt und geliebt.
Kolumne: Stimmrecht
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Geschlechterspezifische Gewalt ist auch in Appenzell Realität, und doch wird zu wenig darüber geredet. Mit der Diskussionsveranstaltung «werom – schwätze statt schwiige» luden drei junge Appenzellerinnen zum offenen Austausch über Gewalt, Prävention und Zivilcourage.
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Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 1: Openair-Kinos, Blablabor – «Guerilla Radio», Michail Pirgelis – «HYLE», «Heimatflimmern», Kulturfestival St.Gallen, Leonce und Lena, Kunstspaziergänge und Musik im «Flöözli» sowie Rundgänge zum Blumenwies und zur Schwammstadt.
Der «Landesverräter» war gern am Fluss
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