Was bleibt übrig in der Ausnahmesituation? Womöglich das Wort. Beharrlich bleibt es, trotz Husten. Und so verwendete auch Michail Bachtin, einer der wichtigsten Literaturtheoretiker des 20. Jahrhunderts, den Begriff «slovo», was im Russischen soviel wie «Diskurs» (aber nicht im Foucaultschen Sinne) oder «Wort» heisst, bemerkte jedoch, dass es sich nicht um eine isolierte Einheit, sondern um eine aktive und von anderen Wörtern abhängige Form handelt.
Wie dem auch sei und auf was ich eigentlich hinaus möchte, ist die Sache mit den Hamstern. Als am 16. März, prompt zur Sendezeit der Gutenachtgeschichte der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» ausruft, habe ich mich bereits während zwei Tagen gefragt, weshalb sich eigentlich auf einmal alle Leute Hamster zulegen, und warum Grossverteiler wie die Migros plötzlich Hamster verkaufen, was doch eher die Aufgabe von Tierhandlungen wie Qualipet wäre.
So kam ich, bis zum entscheidenden Gespräch mit meiner Mitbewohnerin, der aufgefallen war, dass ich ständig nur noch von Hamstern spreche, nicht hinter die Geschichte, aber ich kümmerte mich auch nicht drum, die Hamster waren einfach plötzlich da und es war ganz okay.
Mir wurde dann erklärt, dass es bei den Hamsterkäufen um den Einkauf in grossen Mengen von Waren für den täglichen Bedarf beziehungsweise für den Vorrat gehe, quasi eine Metapher für das Sammeln von Futter, so wie es eben die Hamster tun, und ich solle das nicht wörtlich nehmen. Schade eigentlich, an die Hamster habe ich mich nämlich langsam gewöhnt.
Ach ja, und besorgt euch das Buch Roman Signer. Reden und Gespräche von David Signer (keineswegs verwandt mit Roman Signer) und Peter Zimmermann. Darin erfahrt ihr, wie es Signer 1989 mit der «Aktion mit einer Zündschnur» vom isolierten Appenzell nach St.Gallen geschafft hat.
Dieser Tipp erschien im Aprilheft von Saiten.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater